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Neue Umfrage in Bayern: Verluste für die Grünen

Analyse

In Bayern jetzt fast einstellig: Warum die Grünen nicht von den Fehlern der Regierung profitieren

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    Das Spezi schmeckt hoffentlich besser als die Umfragewerte: Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze.
    Das Spezi schmeckt hoffentlich besser als die Umfragewerte: Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Foto: Daniel Löb, dpa

    So schnell kann es in der Politik gehen: Noch zu Jahresende hatte eine Schwächephase von Freien Wählern und CSU in den Umfragen in Bayern zur Folge, dass die Mehrheit der Koalition zusammenschrumpfte und die Grünen als Regierungspartner für Ministerpräsident Markus Söder zur einzigen Option hätten werden können. Zwei Monate später sind es die Grünen selbst, die schwächeln und einen Prozentpunkt an Zustimmung verlieren, während die Regierungsparteien wieder zulegen. Und auch wenn dies die ersten Verluste seit Monaten sind, waren die Werte für die Partei auch zuvor weit unter dem einstigen Höhenflug. Woher kommt dieser Abwärtstrend?

    Dass der Zeitgeist nicht mehr auf der Seite der Grünen ist, ist nicht das einzige Problem für die Partei, sagt Politologe Thorsten Winkelmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Er forscht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zu Parteien und Wahlen und nimmt bei den Grünen auch personelle und strategische Probleme wahr. Seit dem Rückzug von „Menschenfänger“ Robert Habeck, wie Winkelmann ihn nennt, und Annalena Baerbock fehle wirklich bekanntes Spitzenpersonal in der Bundespartei – die zudem in der Opposition „die Angriffsfläche, die die Bundesregierung reichlich bietet, nicht nutzen kann“, sagt er. Zumal man den Anspruch habe, selbst zu regieren, und deshalb teils staatstragend statt oppositionell auftritt. Solch hohen Zielen war man auch in Bayern schon einmal bedeutend näher.

    Neue Umfrage: Grüne verlieren in Bayern an Zustimmung

    Es ist ziemlich genau sechs Jahre her, da feierten die Grünen ein sehr starkes Wahlergebnis in Bayern: 17,5 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben den Grünen ihre Stimme. Auch in der Folge ebbte der Zuspruch zunächst nicht ab. In Umfragen kratzte die Partei an den 20 Prozent oder überschritt sie sogar. Doch eine Kommunalwahl-Periode und eine verpatzte Regierung auf Bundesebene später drohen die Grünen, in Richtung Einstelligkeit zu rutschen.

    In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für unsere Redaktion geben nur noch elf Prozent der Bayerinnen und Bayern an, für die Grünen stimmen zu wollen. Das ist eines der schwächsten Umfrageergebnisse in den vergangenen Monaten. Die AfD scheint mit Werten von 18 Prozent derzeit weit enteilt. Vor der Kommunalwahl am 8. März sind das für die Grünen alles andere als gute Vorzeichen.

    Auch die anderen Parteien aus dem Lager links der Mitte tun sich schwer, die Linke kommt auf drei, die SPD auf sieben Prozent. Weil CSU-Ministerpräsident Markus Söder medial das Geschehen dominiert, wie Winkelmann sagt, und seine Koalition geräuschlos regiere, gebe es kaum Gelegenheiten für andere Parteien, sich zu profilieren.

    An Grünen sieht man besonders das Stadt-Land-Gefälle

    „Es gibt keine großen Aufreger, in denen die Stunde der Opposition schlagen würde“, argumentiert Winkelmann. Stattdessen dominieren ausgerechnet jene Themen den Diskurs, in denen viele Wählerinnen und Wähler den Grünen weniger Kompetenzen zuschreiben: eine schwächelnde Wirtschaft, Bedrohungen von außerhalb und innenpolitische Sicherheitsdebatten.

    Aus den Umfragewerten auf Landesebene könne man jedoch nur bedingt Schlüsse für die bevorstehende Kommunalwahl am 8. März in Bayern ziehen, analysiert Winkelmann. „Auf kommunaler Ebene sind die Personen vor Ort noch einmal wichtiger als die Parteizugehörigkeit“, sagt er.

    Dennoch sei davon auszugehen, dass die Grünen in kleinen Kommunen meist auf verlorenem Posten stehen dürften. „Die Partei schafft es nicht, in der Fläche Fuß zu fassen“, sagt er. Anhand ihrer Wählerschaft zeige sich klar die Konfliktlinie zwischen Stadt und Land. „Gewählt werden die Grünen vor allem von wohlhabenderen Menschen in den Städten“, sagt Winkelmann.

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