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Neues Brauverfahren: Hefe aus den Isarauen revolutioniert alkoholfreies Weißbier

Landkreis Kelheim

Neues Brauverfahren: Hefe aus den Isarauen revolutioniert alkoholfreies Weißbier

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    Zum bayerischen Weißwurst-Frühstück gehört traditionell ein Weißbier. Jetzt gibt es eine neue Art, alkoholfreies Bier zu brauen.
    Zum bayerischen Weißwurst-Frühstück gehört traditionell ein Weißbier. Jetzt gibt es eine neue Art, alkoholfreies Bier zu brauen. Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

    Die Brauerei zum Kuchelbauer aus Abensberg im Landkreis Kelheim hat ein alkoholfreies dunkles Weißbier mit dem Namen „Alte Liebe Alkoholfrei“ auf den Markt gebracht. Wie jetzt bekannt wurde, wird es mit einem neuartigen, biologischen Herstellungsverfahren gebraut – laut eigenen Angaben eine Weltneuheit. Dabei kommt eine spezielle Brauhefe zum Einsatz, die im Münchner Stadtgebiet gefunden wurde. Das teilte die Brauerei zum Kuchelbauer mit.

    Forscher der Technischen Universität München (TUM) am Standort Weihenstephan hatten im Rahmen einer „Hefejagd“ einen besonderen Hefestamm an einer Esche in den Isarauen entdeckt. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit kommt der Hefestamm jetzt zum praktischen Einsatz. Er heißt Saccharomyces jurei und ermöglicht eine neue natürliche Methode, alkoholfreies Bier zu brauen. Mit dieser Hefe von der Rinde der Esche in Untergiesing hat die Brauerei zum Kuchelbauer bereits im August eine alkoholfreie Alternative zu ihrem dunklen Weißbier „Alte Liebe“ entwickelt.

    Bislang gängige Methoden zur Herstellung von alkoholfreiem Bier sind der Alkoholentzug unter Vakuum oder der Stopp des Brau- oder Gärungsprozesses.

    Neues Brauverfahren mit Hefe aus München: Alkohol entsteht erst spät

    Oft verbleibt in mit „Gärstopp“ gebrauten Bieren mehr Restzucker, was sich auf den Geschmack auswirkt. Die neue Hefe produziert laut Kuchelbauer Alkohol nur stark verzögert. Sie entwickle zunächst viele Aromen, erst zehn bis 14 Tage später setze der Alkoholaufbau ein. So könnten Brauer vollen Geschmack herstellen und die Gärung stoppen, bevor nennenswerte Mengen Alkohol entstünden.

    Jacob Horsch und Harald Ferstl von der Brauerei zum Kuchelbauer und Dr. Mathias Hutzler vom Hefezentrum an der TUM an der Esche, an der der Hefestamm entdeckt wurde.
    Jacob Horsch und Harald Ferstl von der Brauerei zum Kuchelbauer und Dr. Mathias Hutzler vom Hefezentrum an der TUM an der Esche, an der der Hefestamm entdeckt wurde. Foto: Brauerei zum Kuchelbauer

    Die Entwicklung wurde durch Experten der TUM begleitet und wird laut Kuchelbauer auch von wissenschaftlicher Seite als bemerkenswert gesehen. Die Forscher hätten die Hefe entdeckt und ihre Eigenschaften erforscht, die technische Umsetzung und das Brauen erfolge durch die Brauerei. Das Bier „Alte Liebe Alkoholfrei“ bezeichnet Kuchelbauer als „aromatisches, dunkles Weizenbier, das geschmacklich Akzente mit Aromen von roten Früchten und Nelke setzt“. Es ist bereits im Handel erhältlich.

    Die Tochterbrauerei Schlossbrauerei Sandersdorf hat das neue Brauverfahren ebenfalls schon ausprobiert und mit „Sandersdorfer Alkoholfreies Bio Hell“ ein untergäriges, alkoholfreies, helles Bio-Bier hergestellt.

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