Zuerst die guten Nachrichten: Die Münchner S-Bahnen waren 2025 im Schnitt pünktlicher als im Vorjahr. Zugleich sind auch weniger Züge ausgefallen als 2024, das zeigt die Jahresbilanz der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Allerdings liegen die Werte noch weit unter denen von vor ein paar Jahren.
Die Jahrespünktlichkeitsquote ist zum ersten Mal seit 2020 wieder gestiegen, allerdings nur von 87 Prozent auf 87,9 Prozent. Bei den Zugausfällen verbessert sich die S-Bahn von 9,7 Prozent auf 8,4 Prozent.
CSU-Verkehrsminister Bernreiter: „Nicht die erhoffte Trendumkehr“
„Das sind ein paar Lichtblicke, aber noch nicht der große Wurf und auch noch nicht die erhoffte Trendumkehr“, wird Bayerns Verkehrsminister und BEG-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Bernreiter (CSU) in der Mitteilung der BEG zitiert. Man wolle zurück zu Pünktlichkeitswerten von 93 bis 94 Prozent wie in den 2010er Jahren.
In der ersten Jahreshälfte sah es noch nach einer positiven Entwicklung aus. Die Münchner S-Bahn verbesserte von Monat zu Monat ihre Pünktlichkeitswerte, bis sie im Mai mit 94,5 Prozent ihren Höhepunkt erreichte. Dann ging es jedoch wieder bergab – bis auf eine Ausnahme im August. Den Tiefpunkt erreichte die S-Bahn im Oktober mit einem Pünktlichkeitswert von 80,5 Prozent.
Mit einem Wert von 93,7 Prozent waren die Züge auf der Linie S3 Ost im Schnitt am pünktlichsten, die auf der S4 West mit einem Wert von 83,4 Prozent am unpünktlichsten. Für die Jahresbilanz wertete die BEG alle Züge, die sechs Minuten oder mehr zu spät kamen, als verspätet.
Verspätungen bei S-Bahnen in München: Fast die Hälfte hat den gleichen Grund
Fast die Hälfte aller Verspätungen sei auf infrastrukturbedingte Störungen zurückzuführen, also auf Störungen an Leit- und Sicherungstechnik, Weichen, Gleisen und Bahnübergängen. Dazu würden insbesondere Langsamfahrstellen auf mehreren Strecken zählen, etwa auf den Linien S4 und S7.
Zu Zugausfällen kam es besonders häufig im Juni (11,9 Prozent) und im November (18,6 Prozent). Mit einem Wert von 5,2 Prozent ist der März der Monat mit der niedrigsten Ausfallquote. Auch hier hat sich die S-Bahn in der zweiten Jahreshälfte deutlich verschlechtert.
Für fast zwei Drittel (63,9 Prozent) der Zugausfälle waren 2025 Bauarbeiten verantwortlich. Dazu zählten unter anderem die Großbaumaßnahmen auf der Stammstrecke. Infrastrukturprobleme gingen mit 19,8 Prozent in die Statistik ein, darunter insbesondere Störungen an Stellwerken, Weichen und Signalanlagen.
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