Wiggerl ist ein Lebemann, ein „Bazi“ und ein „Strizi“, wie sie in München sagen. Dort nämlich treibt er sich herum, in fremden Schlafzimmern, auf der Wiesn und an der Isar, und er schert sich um wenig, am allerwenigsten um seine eigene Tochter. Das Lotterleben endet mit einem Tramunfall, Wiggerl fährt in den Himmel. Bier und Brezeln sind dort Fehlanzeige. Aber, halt: Weil er die da oben genauso nervt, bekommt er noch einmal die Chance, nach unten auf die Erde in sein himmlisches Bayern zurückzukehren, indem er sich mit seinen Liebsten gutstellt.
Die Geschichte von dem Münchner, der es im Himmel nicht gar so griabig findet, feierte am Donnerstag als Neuauflage Premiere in München: „Ein Münchner im Himmel – der Tod ist erst der Anfang“ heißt der deutsch-österreichische Film unter der Regie von David Dietl, starbesetzt unter anderem mit Maxi Schafroth, Michaela May und Hannah Herzsprung. Und wie klingt das? Verspielte Volksmusik ist das, sagt Magdalena Held von der Band Schwäbischwild, die den Soundtrack mit eingespielt hat.
Schwäbischwild klingt verspielt – auch in „Ein Münchner im Himmel“
Die Filmmusik, komponiert vom Augsburger Michael Kamm, heißt zum Beispiel „Bayerischer Hof“, „Scheiss Dir nix, dann fehlt Dir nix“ und „Und jetzt uns zwoa“. „Gerade der tänzerische Charakter, nicht so gerade und brav, ist sehr authentisch“, sagt Magdalena Held. Aber nicht nur Heiterkeit, auch eine Prise Tiefgang und Gefühl zum richtigen Zeitpunkt machten die Melodien der Komödie aus.
Schwäbischwild, das ist eine Gruppe von Musikpädagogen aus der Region Schwaben, die Volksmusik auch mal neu interpretieren, mit Pop, Jazz und Weltmusik vermischen. Gemeinsam mit Christoph Lambertz von der Beratungsstelle für Volksmusik Schwaben und mit dem Violinist Wolfgang Scherer, Kopf des Lech-Wertach-Orchesters, spielen sie die Lieder für die neue bayerische Komödie.
Dank dem Förderpreis für Volksmusik wurde Schwäbischwild entdeckt
Für den Film entdeckt wurden sie von Michael Kamm dank des Förderpreises für Volksmusik. 2024 zeichnete der Bezirk Schwaben Schwäbischwild damit aus. Der Auftrag für den Film sei eine „Verkettung glücklicher Umstände“ gewesen, wie Magdalena Held fröhlich erzählt. Und die geht wie folgt: Michael Kamm besuchte einen größeren Auftritt der Volksmusikgruppe im Kurhaus in Göggingen, den Schwäbischwild dem Preis sei Dank spielen durften. Er war so begeistert und hat die jungen Menschen gleich für das Filmprojekt engagiert.
Nicht nur musikalisch, sondern auch mit ihren Instrumenten ergeben Schwäbischwild eine ungewöhnliche Mischung, erklärt Magdalena Held. „Wir sind eigentlich ein Mini-Salonorchester.“ Denn, dass Streichinstrumente, Holz- und Blechblasinstrumente in einer Gruppe zusammenkämen, geschehe eher selten. Zum Film habe es aber gut gepasst.
Die Aufnahmen für den Soundtrack gingen flott über die Bühne, berichtet Magdalena Held: Zwei Tage lange haben die Streicher und Bläser von Schwäbischwild mit den anderen Musikern geprobt, darauf folgten drei Tage Studio in München für die Aufnahmen. Die Belohnung war die Filmpremiere im Mathäser Filmpalast in München, mit rotem Teppich und Star-Auflauf. Aber Schwäbischwild kamen nicht nur, um den Film zu sehen und gesehen zu werden. Mit im Gepäck hatten sie ihre Instrumente, um die Gäste auf der Bühne zu begrüßen. Mit Saiten, Holz und Blech.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren