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„Wir brauchen Geld“: Bahnstrecke Ulm-Augsburg könnte sich erneut verzögern

Deutsche Bahn

„Wir brauchen Geld“: Bahnstrecke Ulm-Augsburg könnte sich erneut verzögern

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    Die bisherige ICE-Strecke zwischen den benachbarten Großstädten Augsburg und Ulm soll durch eine neue Trasse ersetzt werden.
    Die bisherige ICE-Strecke zwischen den benachbarten Großstädten Augsburg und Ulm soll durch eine neue Trasse ersetzt werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Archivbild)

    Alt, überlastet, pannenanfällig: Die Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg gilt als dringender Sanierungsfall. Doch bis wirklich was passiert, müssen Pendler noch viel Geduld aufbringen. Das hat jetzt das Verkehrsministerium in München bestätigt. Danach ist die Modernisierung der bestehenden Gleise erst für das Jahr 2034 vorgesehen. Und der Neubau der ICE-Strecke entlang der Autobahn? Soll bis zum Sommer in Berlin grünes Licht bekommen. Dann aber wird es darum gehen, genügend Geld für die Planung der Milliarden-Trasse mitten durch Schwaben aufzutreiben. Gelingt das nicht, stockt das Projekt.

    Markus Baumann, der Projektleiter bei der Bahn, redete schon vor Wochen nicht lange drumherum: „Wir brauchen Geld.“ Bis zu 190 Millionen Euro muss der Bund in den nächsten fünf Jahren locker machen, damit die ICE-Strecke entlang der Autobahn mit ihren Tunneln und Brücken geplant werden kann. 190 Millionen – diese Zahl nennt das bayerische Verkehrsministerium nach einer Anfrage der Augsburger Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht (Grüne). Die Politikerin ist beunruhigt. Denn im Bundeshaushalt sind bislang exakt null Euro vorgesehen. Wird die ICE-Strecke also wieder mal ausgebremst?

    ICE-Strecke Ulm-Augsburg: Allein die Pläne kosten 190 Millionen Euro

    Die Deutsche Bahn kalkuliert derzeit mit Kosten von rund 8,2 Milliarden Euro für den Strang auf einer Länge von rund 85 Kilometern, im schlimmsten Fall sollen daraus 13 Milliarden werden. Als Baubeginn sind die 2030er Jahre angepeilt. Doch soweit ist es noch lange nicht. Zunächst muss der Bundestag die Ausbaupläne der Bahn genehmigen.

    Die Vorzeichen dafür sind günstig, mit dem entsprechenden Beschluss wird im Juni gerechnet. Dann könnten die ersten Planungsmillionen im Haushaltsentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) landen. Spannend wird jedoch, ob sie auch drinbleiben oder dem Rotstift zum Opfer fallen. „Sicher wissen wir das erst Ende November“, sagte Bahn-Staatssekretär Ulrich Lange (CSU) unserer Redaktion.

    Nach Angaben des Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium ist diese Ungewissheit nicht ungewöhnlich. „Bei uns im Ministerium ist das ein ganz normaler Zustand.“ Er sei nach wie vor zuversichtlich. „Wir sind sehr gut unterwegs.“ Aber eben noch nicht am Ziel.

    Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg soll 2034 saniert werden

    Sollte es kommendes Jahr kein Geld für die Planungen geben, werden sich die Planer der Bahn anderen Projekten zuwenden und für Ulm-Augsburg keine Kapazitäten mehr haben, warnt Grünen-Politikerin Schuhknecht. „Das führt zu weiteren Verzögerungen.“ Tatsächlich scheint für den Fall, dass es zwischen Ulm und Augsburg nicht weitergeht, bereits vorgesorgt. Laut Verkehrsministerium in München werden sich die Planer dann mit der Illertalbahn zwischen Neu-Ulm und Oberstdorf und dem Aus für die Diesel-Loks in Schwaben und dem westlichen Oberbayern befassen.

    Wegen der Debatten über die ICE-Trasse, die weitgehend entlang der Autobahn geführt werden soll, rückt die sogenannte Korridorsanierung der bestehenden Bahnstrecke Ulm-Augsburg oft in den Hintergrund. Dabei verspricht sie Fahrgästen und Anliegern rascher greifbare Verbesserungen als die ICE-Strecke. Wie eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Max Deisenhofer beim Verkehrsministerium in München ergab, soll die Strecke zwischen Juni und Dezember 2034 komplett gesperrt und von Grund auf saniert werden.

    Allerdings soll es schon zuvor Arbeiten geben. Etwa an den Bahnhöfen in Gessertshausen (Kreis Augsburg) und Nersingen (Kreis Neu-Ulm), die barrierefrei werden. An finanziellen Engpässen wird die Sanierung der bestehenden Strecke dank des Sondervermögens nicht scheitern, sagt Bahnpolitiker Lange. „Dafür haben wir ausreichend Geld.“ Das sei ein Unterschied zu Neubauprojekten wie der ICE-Trasse.

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