Da staunten Autofahrerinnen und Autofahrer nicht schlecht: In Bayern gab es an einigen Tankstellen der Firma Total Energies am späten Dienstagnachmittag verhältnismäßig günstigen Sprit zu tanken. Zwischen 40 und 50 Cent billiger waren Benzin und Diesel mancherorts zu haben - und das kurz bevor der Tankrabatt am heutigen Donnerstag ausläuft. Grund für den kuriosen Preis-Sturz ist laut einem Statement von Total Energies ein IT-Sytemfehler.
"Es war kein Hackerangriff", sagte eine Sprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion. Gegen 17.30 Uhr sei für einen Zeitraum von etwa fünf bis 15 Minuten ein falscher Preis angezeigt worden. Einige Pächter vermuteten nach Angaben von Total Energies bei dem ungewöhnlichen Preis einen Fehler und sperrten die Zapfsäulen selbstständig, sodass die Kundinnen und Kunden dort nicht tanken konnten. Die Preise an den Tankstellen seien zentral gesteuert, sagte die Sprecherin. Die einzelnen Pächter hätten darauf keinen Einfluss. Regionale Unterschiede ergeben sich unter anderem aus der geografischen Lage und der Wettbewerbssituation.
Total-Sprecherin: Unklar, wie viele Tankstellen betroffen waren
"Auf einmal ist der Preis umgestellt worden. Wir kriegen da vorher nicht Bescheid darüber", sagte Andrea Schnabel von der Total-Tankstelle in Oettingen im Landkreis Donau-Ries dem Radiosender Hitradio RT1. Dort war der Andrang am Dienstagnachmittag groß. Die Autos stauten sich laut Schnabel mehrere Meter bis auf die Straße hinaus. "Da war teilweise kein Durchkommen mehr." Sie habe die Situation zuerst gar nicht wirklich realisiert. Normalerweise kämen pro Stunde etwa 20 Menschen, um bei ihr zu tanken. Das war zwischenzeitlich anders: "Um die 150 bis 200 waren's bestimmt", ist sich Schnabel sicher.
Die Kunden seien voller Euphorie gewesen. Einige hätten sogar gleich angekündigt, noch mal vorbeizukommen, um das Zweitauto oder das Fahrzeug eines Familienmitglieds auch noch vollzutanken. "Das war wie am Fließband." Jedoch hielten die niedrigen Preise nur sehr kurz an. Nach Angaben von Total Energies waren diese bereits um 17:45 Uhr wieder auf dem zurzeit üblichen Niveau. Inwiefern dem Unternehmen dadurch ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist und wie viele Tankstellen in Bayern von dem Systemfehler betroffen waren, konnte die Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage nicht sagen.