Der Ausgang der Stichwahlen in Bayern kommt einer Sensation gleich. Denn er bedeutet mehr als nur ein großes Stühlerücken in Bayerns Kommunen. In vielen Städten haben die Wählerinnen und Wähler den Amtsinhabern einen gehörigen Denkzettel verpasst. Alte Gewissheiten gelten nicht mehr, ebenso wenig wie der Amtsbonus, auf den sich manches Stadtoberhaupt bisher ein Stück weit verlassen konnte.
Vor allem für die CSU ist das Ergebnis eine deutliche Klatsche
Stattdessen werden Fehler gnadenlos an der Wahlurne geahndet: Das zeigt sich in München, wo Oberbürgermeister Dieter Reiter nach dem Bekanntwerden der FC Bayern-Affäre abgestraft wurde; in Augsburg, wo Eva Weber abgewählt worden ist, in Kempten, wo Thomas Kiechle die Unzufriedenheit zu spüren bekam.
Vor allem für die CSU geht die Stichwahl mit herben Verlusten in der Region einher. In Augsburg, Kempten und Neuburg muss sie das Rathaus abgeben. Und die Christsozialen wurden auch in der Fläche deutlich abgestraft: Im Kreis Landsberg hat die CSU nach mehr als 80 Jahren den Landratsposten verloren, im Donau-Ries muss sie nach 24 Jahren Platz für die Freien Wähler machen. Für die Söder-Partei, die bei den Kommunalwahlen ohnehin ihr schlechtestes Ergebnis seit 1952 eingefahren hat, ist das eine weitere Klatsche.
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