Kaum hat sich der Flugbetrieb nach den jüngsten Arbeitskämpfen bei der Lufthansa stabilisiert, zieht am Horizont der nächste Streit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf. Diesmal steht die Regionaltochter Lufthansa Cityline im Fokus. Nach gescheiterten Gehaltsverhandlungen hatte die Tarifkommission der Vereinigung Cockpit (VC) die Urabstimmung beantragt.
Bei dieser stimmten die Piloten für einen Streik. Einen Termin für den möglichen Arbeitskampf nannte die VC zunächst nicht. Klar ist: Es dürften zahlreiche Verbindungen am Flughafen München ausfallen.
Flüge ab München: Streik bei der Lufthansa CItyline könnte erhebliche Auswirkungen haben
Für Reisende ab München ist die Nachricht besonders relevant. Die Lufthansa Cityline bedient vom Münchner Flughafen aus zahlreiche europäische Strecken und innerdeutsche Verbindungen. Sie fungiert als wichtiger Zubringer für das weltweite Langstreckennetz der Lufthansa. Fallen diese Flüge aus, könnten Passagiere ihre Anschlussflüge in die USA oder nach Asien nicht erreichen.
Die Cityline führt ihre Flüge nicht mit den großen Airbus-Maschinen der Muttergesellschaft durch, sondern setzt auf kleinere Modelle wie den Bombardier CRJ900, den Airbus A319 oder den Airbus A321. Insgesamt besteht die Flotte aus 39 Flugzeugen. Gerade diese Maschinen prägen das Bild auf dem Vorfeld des Terminals 2 in München. Ein Streik würde diesen eng getakteten Regionalverkehr empfindlich treffen.
Lufthansa Cityline soll zu Lufthansa City Airlines werden
Der Konflikt ist auch vor dem Hintergrund der unsicheren Zukunft der Airline zu sehen. Der Lufthansa-Konzern plant, den Betrieb der Cityline im kommenden Jahr auslaufen zu lassen. Die Strecken sollen künftig von der neu gegründeten Tochter „Lufthansa City Airlines“ übernommen werden, die außertariflich arbeiten soll.
Grund für die jetzige Eskalation sind jedoch die festgefahrenen Gespräche über die Vergütung. Die Gewerkschaft fordert für die Jahre 2024, 2025 und 2026 jeweils eine Anpassung der Gehälter um 3,3 Prozent. Das Management der Airline lehnt dies in der bisherigen Form ab. „Statt konkreter Verbesserungen beharrte die Arbeitgeberseite darauf, dass jede Erhöhung der Vergütung an anderer Stelle kompensiert werden müsse“, erklärt VC-Verhandlungsführerin Tanja Viehl. „Wer Verbesserungen nur unter dem Vorbehalt von Einschnitten an anderer Stelle anbietet, meint keine Verbesserung, sondern eine Nullrunde mit Umverteilung.“
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