Ein 46-jähriger Mann aus Augsburg ist am Montagnachmittag bei einem Unglück in den Allgäuer Alpen ums Leben gekommen. Wie die Polizei berichtet, war der Skitourengeher allein an der Nordflanke des Iseler unterwegs, als sich im freien Gelände eine Lawine löste. Nach dem Abgang der Schneemassen wählte der Verschüttete den Angaben zufolge noch eigenständig den Notruf.
Den Einsatzkräften gelang es jedoch zunächst nicht, zu dem Verunglückten vorzudringen. Aufgrund schlechter Sicht und widriger Witterung war ein Hubschraubereinsatz direkt an der Unfallstelle laut Bergwacht nicht möglich. Eine Mannschaft der Bereitschaft Hindelang stieg daher zu Fuß in Richtung der gemeldeten Position auf. Die angespannte Lawinenlage im Zugangsbereich erschwerte das Vorankommen und verzögerte die Rettungsmaßnahmen.
Allgäuer Alpen: Polizei warnt vor Lawinengefahr abseits gesicherter Pisten
Die Einsatzkräfte fanden den 46-Jährigen schließlich in einem steilen Schneefeld unterhalb der Nordwand. Unter laufenden Wiederbelebungsmaßnahmen wurde der Mann mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Dort erlag er wenig später seinen schweren Verletzungen.
Das Unglück ereignete sich nach Polizeiangaben abseits der gesicherten Pisten, eine Gefährdung für den regulären Skibetrieb bestand nicht. Im Einsatz waren 16 Kräfte der Bergwacht Bad Hindelang, ein Notarzt sowie die Alpine Einsatzgruppe der Polizei. Die Behörden raten angesichts der aktuellen Situation dringend dazu, Lawinenwarnberichte zu beachten und risikoreiches Gelände zu meiden.
Lawinen sind in den Allgäuer Alpen keine Seltenheit
Lawinenabgänge sind in den Allgäuer Alpen keine Seltenheit. Nach Einschätzung des Lawinenwarndienstes Bayern (LWD) ereignen sich die meisten Unglücke bei Warnstufe 3, also bei erheblicher Gefahr. Sie ist in etwa während eines Drittels der Tourensaison ausgegeben und erfordert eine defensive Tourenplanung und viel Erfahrung. In den Allgäuer Alpen gilt derzeit laut Lawinenwarndienst Gefahrenstufe 3, oberhalb von 2000 Metern sogar Gefahrenstufe 4.
Hauptproblem ist derzeit der sogenannte Triebschnee: Schneebrettlawinen können leicht von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden oder sich von selbst lösen. Oberhalb von 1800 Metern können Lawinen an sehr steilen Schattenhängen zudem auf tieferliegende Schwachschichten in der Altschneedecke durchreißen. In den Hochlagen können Lawinen stellenweise groß werden. Risse bei Betreten der Schneedecke und Wumm-Geräusche weisen auf die Gefahr hin. Aus dem felsdurchsetzten Steilgelände sind kleine bis mittelgroße, spontane Lockerschneelawinen möglich.
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