Das Oktoberfest ist für viele der Inbegriff bayerischer Tradition. Doch auch wenn das Volksfest eine lange heimatverbundene Geschichte hat, so ist die Wiesn inzwischen eine recht internationale Veranstaltung. Wer das Festgelände besucht, beobachtet häufig zuerst eine Gruppe Australier in Stofflederhosen, fährt dann mit einer Brasilianerin Achterbahn und prostet danach in einem der Bierzelte Italienerinnen, Briten und Holländern zu.
Bei der zweiwöchigen Party kommt . Verständigt wird sich oft eher auf Englisch als auf Bayerisch.
Stadt München: „Oktoberfest ist nach wie vor ein bayerisches Fest“
Doch aus welchen Nationalitäten setzt sich die 6- bis-7-Millionen-Menschen-Masse der Oktoberfestbesucherinnen und -besucher zusammen? Die Stadt München hat Zahlen dazu erheben lassen und kommt zu dem Schluss: „Das Oktoberfest ist nach wie vor ein bayerisches Fest.“
Einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Referates für Arbeit und Wirtschaft zufolge stammten 2024 rund 41 Prozent der Menschen auf dem Gelände aus der Stadt München. Weitere 26 Prozent kamen aus dem Umland – damit werden in der Regel die direkt an die Stadt angrenzenden Landkreise bezeichnet. Noch einmal zehn Prozent kommen aus dem restlichen Bayern: Zusammengerechnet heißt das: Mehr als drei Viertel aller Menschen auf dem Oktoberfest kommen aus dem Freistaat.
Etwa jeder fünfte Oktoberfest-Besucher kommt aus dem Ausland
Verhältnismäßig wenig machen Menschen aus dem Rest Deutschlands aus, sie stellen etwa vier Prozent der Besucherinnen und Besucher. Das bedeutet auch: Etwa einer von fünf Wiesengästen kommt aus dem Ausland. Und woher? Auch das hat die Stadt München analysieren lassen.
Wer das „Italiener-Wochenende“ kennt und weiß, dass die italienische Bahn inzwischen den „Espresso Monaco“ als Sonderzug nach München schickt, könnte auf die Idee kommen, dass die größte Touristengruppe aus Italien kommt. Tatsächlich liegen die Italienerinnen und Italiener aber nur auf Platz 2, hinter Menschen, die eine halbe Weltreise für das „Beerfest“ auf sich genommen haben: mit fast 18 Prozent unter den ausländischen Gästen sind US-Amerikanerinnen und -Amerikaner auf dem ersten Platz. In absoluten Zahlen sind das mehr als 200.000 Menschen aus den USA, die das Oktoberfest 2024 besucht haben. Italienische Gäste landen mit 16 Prozent auf dem zweiten Platz.
Viele Oktoberfest-Gäste kommen aus den USA, Italien und Großbritannien
Ebenfalls viele Menschen kommen aus Großbritannien und Österreich, jeweils einstellige Prozentbereiche erreichen Polen, Frankreich, die Schweiz, Spanien und die in der Statistik zusammengefassten Länder Skandinaviens. Niederländerinnen und Niederländer machen genau wie Menschen aus Indien nur etwas mehr als 2 Prozent unter den ausländischen Besuchern aus, Australier gerade mal 1,5 Prozent. Wie international das Oktoberfest inzwischen ist, zeigt sich auch daran, dass noch 14 Prozent der Besucher übrig bleiben, die sich auf eine Vielzahl anderer Länder verteilen.
Zur Verdeutlichung erklärt die Stadt München, wie ein durchschnittlicher Wiesn-Tisch mit zehn Personen aussehen würde: Sieben Gäste kämen aus München oder der direkten Umgebung, einer aus dem restlichen Bayern. Ein Gast käme aus dem Rest Deutschlands oder dem deutschsprachigen Ausland. Fremdsprachenkenntnisse wären daher nur für den letzten Platz nötig, der von einem internationalen Gast besetzt wird – mit recht hoher Wahrscheinlichkeit aus den USA, Italien oder Großbritannien.
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