Alfons Schuhbeck muss vorerst nicht zurück ins Gefängnis. Zwar endete an diesem Montag offiziell seine Haftunterbrechung, doch der 76-Jährige bleibt dennoch weiter auf freiem Fuß.
Die Vollstreckung seiner Strafe pausiert seit Monaten. Schuhbeck ist bekanntermaßen schwer krank und konnte im Gefängnis bislang nicht adäquat behandelt werden. Jetzt muss dazu eine neue Entscheidung fallen. Schon Ende vergangener Woche hatte Juliane Grotz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, unserer Redaktion gesagt, dass derzeit geprüft werde, „ob und gegebenenfalls wie die notwendige medizinische Behandlung von Herrn Schuhbeck in der Haft fortgesetzt werden kann“. Die Prüfung ist aktuell aber noch nicht vollendet. „Bis zum Abschluss dieser Prüfung muss sich der Verurteilte nicht zum weiteren Vollzug der Haftstrafe in der JVA einfinden“, so Grotz.
Haftunterbrechung von Alfons Schuhbeck wurde schon einmal verlängert
Seit Alfons Schuhbeck das Gefängnis in Rothenfeld bei Andechs verlassen hat, wurde die Haftpause bereits einmal verlängert. Ursprünglich hatte sie nämlich nur bis Pfingsten gelten sollen, doch damals war an eine Behandlung in einem JVA-Krankentrakt ganz offensichtlich noch nicht zu denken.
Der frühere Fernsehkoch, der die Gewürze der Welt in bayerische Küchen brachte, wurde in zwei Prozessen vor dem Münchner Landgericht I zu insgesamt vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. 20 Monate hat er schon abgesessen, den Großteil in der JVA Landsberg, bevor er dann wegen guter Führung in die deutlich wohnlichere Außenstelle in Rothenfeld verlegt wurde.
Ex-Promikoch Schuhbeck ist unheilbar krank
Mitte des Jahres wurde die Erkrankung des ehemaligen Starkochs bekannt. Wie Schuhbecks Anwalt Norbert Scharf im jüngsten Prozess offenbarte, stufen die Ärzte ihn als unheilbar ein. Die für die Haftvollstreckung zuständige Münchner Staatsanwaltschaft holt nach eigenen Angaben regelmäßig ärztliche Gutachten zum Gesundheitszustand des der Steuerhinterziehung und Insolvenzverschleppung überführten Patienten ein. Sie steht auch in engem Austausch mit der JVA. Bei seinen letzten Auftritten vor Gericht wirkte der Koch sichtlich schmerzgeplagt und ausgezehrt. Nicht wenige Beobachterinnen und Beobachter mutmaßten, dass er womöglich gar nicht mehr ins Gefängnis muss.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren