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Warnstreik im ÖPNV: So ist die Lage in München

Streik im Nahverkehr

„Für alte oder pflegebedürftige Menschen ist das heute sehr schwierig“: So ist die Lage in München

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    Vor verschlossenen Toren: Die Münchner U-Bahnen sind wegen des Streiks im Nahverkehr zugesperrt.
    Vor verschlossenen Toren: Die Münchner U-Bahnen sind wegen des Streiks im Nahverkehr zugesperrt. Foto: Sina-Lara Nachtrub

    Wer am Montag mit Bus oder Bahn in deutschen Großstädten unterwegs ist, muss Geduld mitbringen: Im ÖPNV wird gestreikt. Dennoch wirkt am Münchner Hauptbahnhof am Morgen auf den ersten Blick alles wie immer. Pendler strömen aus den Regionalzügen zu den S-Bahnen. Die fahren trotz des Streiks planmäßig, denn sie werden in der Landeshauptstadt von der Deutschen Bahn betrieben. Nur ein Stockwerk tiefer zeigt sich ein anderes Bild: Vereinzelt stehen Menschen mit gerunzelter Stirn und vertieft in ihr Handy vor verschlossenen Metalltoren. Denn die U-Bahn steht heute still. Was sagen die Menschen vor Ort zum Streik?

    Warnstreik in München: Manche Fahrgäste versuchen es auf „gut Glück“

    Ein paar Kilometer weiter steht Franz Nehmer vor der U-Bahn-Station Lehel. Er sei auf „gut Glück“ hergekommen, obwohl er vom Streik gehört hatte. Nun mache er sich auf einen Spaziergang zur nächsten S-Bahn-Station. Er nimmt es gelassen, der Streik sei seiner Meinung nach gerechtfertigt. Fast wäre er noch die Rolltreppen hinunter zu den Gleisen gefahren. Der Verkäufer in der kleinen Bäckerfiliale, die trotz des Streiks geöffnet ist, konnte ihn gerade noch zurückrufen. Der Umsatz sei an diesem Tag nicht gut, sagt der Verkäufer – dafür habe er aber bestimmt schon 50 Menschen wieder nach oben schicken können.

    Für diesen Montag hatte die Gewerkschaft Verdi zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, der den kommunalen Nahverkehr in fast allen deutschen Großstädten betrifft. Bei der Münchner MVG fahren am Montag deshalb Busse nur im 20- bis 60-Minuten-Takt, U-Bahnen und Trams – abgesehen von der Linie 20 – entfallen gänzlich. Am Morgen sind dennoch ein paar Trams auf den Schienen, jedoch ohne Gäste: Sie sind nur unterwegs, um die Fahrleitungen eisfrei zu halten.

    E-Scooter sind ein beliebtes Verkehrsmittel am Montagmorgen

    Auf den Straßen ist der Verkehr hingegen dichter. Schon am Morgen kommt es zu kleineren Staus im Stadtverkehr, da mehr Menschen auf Auto oder Fahrrad umsteigen. Auch die Schüler Jakob und Laurenz, die normalerweise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus Bogenhausen zur Schule fahren, nehmen heute das Elterntaxi in Anspruch.

    Warntafeln und Durchsagen informieren die Reisenden in München.
    Warntafeln und Durchsagen informieren die Reisenden in München. Foto: Sina-Lara Nachtrub

    Neben Auto und Fahrrad sind auch die E-Scooter zum Mieten ein beliebtes Verkehrsmittel. Daria Marath nutzte einen, um zu ihrer Prüfung an der Universität zu fahren. „Der Streik ist schon umständlich, aber mit dem E-Scooter ging es auf jeden Fall. Für Leute aus Pasing war das bestimmt schwieriger“, sagt Marath. Sie empfinde die Gründe als nachvollziehbar, äußert aber auch Kritik: „Für alte oder pflegebedürftige Menschen ist das heute sehr schwierig. Außerdem finde ich, dass die Tickets in München doch sowieso schon zu teuer sind.“ Sie hoffe, dass die Preise nach einer Einigung nicht steigen. „In München gibt es so einen Streik mindestens einmal im Jahr. Immerhin war er früh angekündigt und das Wetter ist gut.“

    Verdi kündigt bereits weitere Streiks vor der nächsten Verhandlungsrunde an

    Auch Kerstin Paule hat vorab von dem Streik gelesen, es aber wieder vergessen. Sie wollte nur schnell vom Odeonsplatz zum Marienplatz fahren, um eine Uhr reparieren zu lassen. Jetzt laufe sie einfach wieder heim. „Ich kann das schon verstehen, die verdienen wenig und müssen sich bemerkbar machen“, sagt die Münchnerin zu den Streikgründen. „Ich frage mich aber, ob der Streik wirklich die trifft, die Entscheidungen treffen. Die fahren doch sowieso Auto.“ Am 13. Februar steht die nächste Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft und den Verkehrsunternehmen an. Davor könne es zu weiteren Warnstreiks kommen, kündigt Verdi am Montag an.

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