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Blindheim

19.01.2021

Bürgerentscheid in Blindheim: Bürger sollen „Grundsatzentscheidung“ treffen

Um diese Fläche im Gewerbegebiet „An der Bahn“ in Blindheim geht es. Soll dort ein Supermarkt entstehen? Oder wird die Firma Miller dort eventuell eine Kieswaschanlage errichten? Viele Fragezeichen, die am 31. Januar beim Bürgerentscheid im ersten Schritt geklärt werden sollen.

Die Diskussion um einen möglichen Supermarkt-Standort in Blindheim reißt nicht ab. Bürgermeister Jürgen Frank und Verantwortliche des Ratsbegehrens appellieren und erklären.

Der anstehende Bürgerentscheid in der Gemeinde Blindheim ist laut dem Ratsbegehren eine grundsätzliche Entscheidung der Bevölkerung, ob die Gemeinde eine Supermarkt-Ansiedlung vorantreiben soll. Falls diese Frage mit „Ja“ beantwortet wird, dann können die Bürger mit der Stichfrage auch über einen möglichen Standort entscheiden. „Hier wird der Bund die B16 ausbauen und die höhengleiche Kreuzung durch eine verkehrssicherere Lösung weiter im Osten ersetzen“, so Bürgermeister Jürgen Frank in einer Pressemitteilung. Nach Ansicht des Ratsbegehrens würden die Punkte „Sichtbarkeit“ und „Anbindung“, unter Berücksichtigung des B16-Ausbaus und einer im Raum stehenden Umfahrung Blindheims, für eine Fläche näher an der neuen B16-Auffahrt sprechen.

Sollte der Entscheid für den Vorschlag des Ratsbegehrens ausgehen, so wurde bereits frühzeitig offen kommuniziert, dass die Mehrheit des Gemeinderats diese Fläche gerne an einen ortsansässigen Betrieb vergeben möchte. Dabei wären selbstverständlich offene Punkte zu klären, wie zum Beispiel die Fragen nach Emissionen oder dem Baurecht. Daran werden Behörden, aber auch Anwohner gehört, heißt es weiter. „Voraussetzung für die Umsetzung einer Kiesaufbereitungsanlage ist natürlich, dass alle gesetzlichen Emissionsgrenzen für Lärm, Wasserverschmutzung usw. eingehalten werden und alle baurechtlichen Fragen geklärt sind. Das Baurecht wird sowieso öffentlich behandelt und die Bürger können sich beteiligen – wie bisher werden deshalb weiterhin Gespräche mit den Anwohnern geführt“, versichert Bürgermeister Frank. Erst wenn diese Fragen geklärt seien, könnte überhaupt mit der Umsetzung einer Anlage zur Kiesaufbereitung gestartet werden.

Interessiert sich überhaupt eine Supermarktkette für den Standort Blindheim?

Weiterhin offen bleibe, ob sich überhaupt eine Supermarktkette für einen Standort in der Gemeinde Blindheim interessiere. In Tapfheim werde ein neuer Vollsortimenter errichtet, und auch in Höchstädt werde der Edeka wiederaufgebaut. „Leider wird beim Beispiel des Bürgerbegehrens der Anschein erweckt, dass sich ein Supermarkt ab 1700 Einwohnern rechnet“, kritisieren Frank und die Vertreter des Ratsbegehrens in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es, dass abermals mit Zahlen jongliert werde, welche nicht der Realität entsprechen würden. Zweiter Bürgermeister Jochen Goder verdeutlicht: „Holzheim ist durch seine zentrale Lage im Aschberg mit den anderen umliegenden Aschberg-Gemeinden gut geeignet für einen Supermarkt, bei uns gibt es jedoch schon Supermärkte in der näheren Umgebung.“

Auch beim Zahlenbeispiel für die Supermarkt-Dichte in Höchstädt würde ein großer Teil des Einzugsgebietes außen vor gelassen. „Durch die umliegenden Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Höchstädt verdoppelt sich die Anzahl möglicher Kunden für die Höchstädter Märkte nahezu auf 13.500 statt 6800 wie vom Bürgerbegehren dargestellt“, stellt Gemeinderat Werner Geis fest.

Ebenso kritisch stuft das Ratsbegehren die Einschätzung von Initiator und Gemeinderatsmitglied Michael Audibert ein, dass die bereits ansässigen Bäckereien, Getränkemärkte und Direktvermarkter nicht durch einen Discounter beeinträchtigt werden, da diese nur selten benötigte Nischenprodukte verkaufen würden. „Hier stellt sich mir die Frage, ob Backwaren, Getränke, Milch, Eier, Nudeln usw. Nischenprodukte sind oder Waren des täglichen Bedarfs. Unsere lokalen Geschäfte würden die Discounter-Konkurrenz mit Sicherheit merken“, so Gemeinderat Wolfgang Kapfe in der Pressemitteilung.

Der Bürgerentscheid in Blindheim findet am 31. Januar statt

Auch in der Dorferneuerung Unterglauheim wurde das Thema Nahversorgung bereits diskutiert. Die Ideen tendierten eher in Richtung eines Wochenmarktes. Das Ratsbegehren möchte deswegen auf lange Sicht besser sichtbare Flächen an einem ausgebauten Verkehrsknotenpunkt ausweisen und kurzfristig zuallererst die schon bestehenden Geschäfte erhalten, stärken und neue dazugewinnen.

Und auch beim Supermarkt-Konzept „An der Bahn“ gäbe es beim Thema Emissionen und Baurecht viele offene Fragen zu klären. So würde zum Beispiel eine 24-Stunden-Tankstelle Lichtemissionen durch Werbetafeln in der Nähe der Anwohner erzeugen, aber auch zunehmender Pkw- und Lieferantenverkehr und dessen Lärm müssen geklärt werden. Zudem sei eine Tankstelle derzeit nicht durch die Bausatzung zugelassen.

Zusammenfassend heißt es: Über allem steht für die Bürger die Frage im Raum, ob die Gemeinde einen Supermarkt im Gemeindegebiet anstreben soll, und wenn ja, wo dieser Standort wäre. Der Bürgerentscheid findet am Sonntag, 31. Januar, statt. Briefwahlunterlagen sind bereits erhältlich. (pm)

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