Wertingen-Hohenreichen: Starkregen: Plötzlich stand Hohenreichen unter Wasser
Wertingen-Hohenreichen
Starkregen: Plötzlich stand Hohenreichen unter Wasser
Starkregen ließ am Sonntagabend den Reichenbach über die Ufer treten. Die braune Brühe bewegte sich mit großer Kraft durch die Straßen und überflutet Keller und Gärten in Hohenreichen. Zwei Fahrzeuge und ihre Halter werden von der freiwilligen Feuerwehr aus den Wasserfluten geschoben.
Von Ulrike Walburb|07.06.21 - aktualisiert:
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Hohenreichen steht am Sonntag unter WasserFoto: Hans Schuster
Ein Durchkommen durch Wasser und Schlamm ist gerade wieder so möglich. Die starke Strömung hat nachgelassen. Am späten Abend watet eine Anwohnerin von Hohenreichen durch das hohe Wasser nahe dem Reichenbach hin zur Frauenstetterstraße. Das Wasser reicht ihr beinhoch. „Mit dem Schlauchboot ging es besser“, ruft sie halb scherzhaft den Feuerwehrleuten zu.
Eine andere Anwohnerin will die Straße überqueren. Sie will ihr überschwemmtes Anwesen erreichen. Eine Feuerwehrfreu packt an und hilft, indem sie sie huckepack nimmt und sicher durch die braune Brühe trägt.
Bis zwei Uhr nachts ist die Feuerwehr in Hohenreichen im Einsatz
Der Reichenbach ist bei dem Starkregen im Laufe des Sonntags über die Ufer getreten und überflutet die anliegenden Straßen, zahlreiche Gärten und Keller in Hohenreichen. Die Hausbesitzer pumpen mit Schläuchen Wasser aus Haus und Hof, schaufeln und kehren das Wasser weg. Nachbarn helfen sich gegenseitig.
Wen es ganz hart trifft, dem helfen die Frauen und Männer der freiwilligen Feuerwehr. „Wir haben zwanzig Keller ausgepumpt“, berichtet der Feuerwehrkommandant Michael Humbauer. Fast dreißig Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr Hohenreichen kämpfen in den Wasserfluten bis um zwei Uhr in der Nacht gegen die Naturgewalt an. Sie arbeiten Hand in Hand.
Zwei Fahrer konnten nicht mehr aus ihren Autos aussteigen, so hoch stand das Wasser
Hochwasser nach Starkregen in Wertingen und Umgebung
Im Großraum Wertingen ist es am Sonntagabend nach Starkregen zu Überschwemmungen gekommen. Mehr als 120 Keller standen unter Wasser, Straßen waren gesperrt.
Die Frauen und Männer sind völlig durchnässt, in ihren Stiefeln steht das Wasser. Sie sichern mit Sandsäcken die stark bedrohten Anwesen nahe dem Reichenbach, lenken den Verkehr, pumpen Anwesen und Keller frei, sichern den Bachüberlauf und schieben zwei Autos aus den Wassermassen. „Das Wasser stand bei den Kraftfahrzeugen bis über die Tür, die Fahrer konnten nicht mehr aussteigen“ sagt Humbauer.
„Bei so einem Starkregen sollte man besser nicht in das Ereignis hineinfahren“, ist sein Rat. „Wir hatten nicht alle Einsatzkräfte zur Verfügung, denn einige von uns mussten Zuhause selbst um ihr Hab und Gut kämpfen und ihre eigenen Keller auspumpen“, so der Feuerwehrkommandant.
Viele Landwirte kommen, um zu helfen und schieben bis in die Nacht mit ihren Traktoren das Geröll und das Gras weg, das das Hochwasser vor sich hergeschoben hat. Noch in der Nacht räumen sie mit großen Schaufeln das Geröll weg, das sich mit den Wassermassen vor dem neu angelegten Platz vor dem Feuerwehrhaus angesammelt hat. Nach einer kurzen Nacht gehen für die Helfer der freiwilligen Feuerwehr am frühen Morgen die Aufräumarbeiten weiter.