Zum dritten Mal lässt der Dillinger Schriftsteller Marcus B. Hartmann seinen Journalisten und Hobbykriminalisten Malthus Horatio auf den Spuren der Dillinger Geschichte ermitteln. Nach „Die Beichte des Henricus Faber“ und die „Die Gebeine des Truchsess“ setzt er seine Reihe fort mit „Das Jahr des Thronfolgers“.
Anstoß der Geschichte ist der Fund eines Skeletts bei Bauarbeiten unter der Königstraße. Was ist dran an den Gerüchten um die unterirdischen Gänge der Stadt? Was hatte der Verstorbene dort zu suchen? Wie lange liegt der Tote dort schon begraben? Und was hat es mit dem auffälligen Ring auf sich, der dem Reporter sofort am Fingerknochen des Skeletts ins Auge sticht? Horatios Neugier ist geweckt und eine spannende Reise in die Vergangenheit beginnt.
Horatio geht den Dingen in Dillingen auf den Grund
In gewohnter Manier geht Horatio den Dingen auf den Grund, zu seiner Verbündeten wird diesmal Stadtarchivarin Dr. Beate Töchterns – Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind rein zufällig. Die beiden recherchieren, stellen Gedankenspiele auf, die mehr als verrückt klingen und, sollten sie sich bewahrheiten, einer kleinen Sensation gleichkämen.
Wiederum verknüpft der Schriftsteller Historisches mit Fiktivem: „Das Jahr des Thronfolgers“ weist auf die Persönlichkeit hin, die vor fünfhundertfünfzig Jahren als Gast von Fürstbischof Peter von Schaumburg im Schloss Dillingen ein Jahr verbracht hat: auf einen Sechzehnjährigen, der später Kaiser Maximilian I. werden sollte. Anhand biografischer Angaben von Historikern und autobiografischer vom Kaiser selbst wird eine Geschichte erzählt, die mit der Gegenwart verknüpft und für die Leserschaft ein spannendes Rätsel aufkommen lässt. Was ein Dillinger Papierfabrikant mit der Sache zu tun hat, welche Rolle ein irre gewordener Arzt spielt und warum das Jahr 1475, als Maximilian in Dillingen an der Donau weilte, ein besonderes Jahr gewesen sein muss, entwickelt Hartmann im Laufe seiner kurzweiligen Kriminalgeschichte.
Ein fesselndes und amüsantes Lesevergnügen
Die Kombination aus wahren historischen Begebenheiten, den unfassbaren großen Schätzen des Dillinger Archivs und Personen wie Begebenheiten aus der Gegenwart des Protagonisten und Autors machen die Geschichte zu einem fesselnden und amüsanten Lesevergnügen. Marcus B. Hartmann erweist sich wiederum als überaus aufmerksamer Beobachter der Dillinger Stadtszenerie, deren nicht wegzudenkender Teil er selbst längst geworden ist. In jeder Zeile seiner Beschreibungen ist die Freude an der Geschichte und die Liebe zur Wahlheimat und ihren Menschen zu spüren.
Dem Autor ist ein weiterer lesenswerter Dillingen-Roman gelungen
Mit dem ihm so eigenen, manchmal antiquarisch anmutenden, elaborierten Sprachstil, seiner impressionistischen Beobachtungsgabe, gewürzt mit einer Portion liebevoller Ironie, ist Marcus B. Hartmann ein weiterer lesenswerter Dillingen-Roman gelungen.
Lesung: Am Samstag, 8. November, um 17 Uhr laden die Volkshochschule Dillingen, Stadtbücherei Dillingen und Kulturring Dillingen zur Lesung mit Autor Marcus B. Hartmann in den Festsaal im Schloss. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
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