Die Peter-Schweizer-Grundschule in Gundelfingen soll durch einen Anbau erweitert werden. Grund dafür ist der fehlende Platz, um eine offene Ganztagsbetreuung (OGTS) für alle Schülerinnen und Schüler anzubieten. Das kann bald zum Problem werden, denn ab dem Schuljahr 2026/2027 haben Eltern gesetzlich einen Anspruch darauf – zumindest die der Erstklässlerinnen und Erstklässler. In den darauffolgenden drei Jahren erweitert sich jener Anspruch auf alle vier Grundschul-Klassenstufen. Dafür braucht es Platz. Dass die Grundschule einen Anbau bekommen soll, das hatte der Gundelfinger Stadtrat bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Wie genau er aussehen soll, dazu gibt es im Gremium unterschiedliche Meinungen.
Konkret geht es um eine Erweiterung an der östlichen Seite in Richtung Schulhof. Das geplante Segment mit einer leicht abgerundeten Außenwand soll als Massivbau entstehen, Dach wie Bodenplatte aus Stahlbeton. Die Außenwand soll weiß werden, wie Katja Scharlach vom Architekturbüro Axmann und Weiß aus Burgau dem Gremium in der Sitzung am vergangenen Donnerstagabend vorstellt, Fenster aus einer Kombination aus Aluminium und Holz sollen eingesetzt werden. Letzteres stößt auf Gegenwind. Erwin Hegele (FW) fordert, dass einer der Fassadenbauer aus Gundelfingen die Chance auf diesen Auftrag bekommen soll. Diese würden aber nur reine Alu-Fenster fertigen. Dem pflichten auch Max Ruchti (SPD) und Josefine Lenzer (Grüne) bei.
Stadtrat diskutiert über den Anbau der Peter-Schweizer-Grundschule in Gundelfingen
Um den KfW40-Standard zu erfüllen, ist für das Dach auch eine PV-Anlage mit 50 Kilowatt Leistung vorgesehen, ein Speicher dafür allerdings nicht. Diesen forderten allerdings mehrere Stadtratsmitglieder. Bürgermeister Dieter Nägele (FW) erläutert, warum das so ist. „Wir wollen das eh untersuchen“, sagt er. Denn die Dächer der öffentlichen Gebäude der Stadt sollen ohnehin mit PV-Anlagen eingedeckt werden. Die Gebäude um die Grundschule und auch der bestehende Bau „könnten auch mehr vertragen“, so der Rathauschef. Deshalb möchte er zu einem späteren Zeitpunkt, wenn klar ist, wie groß ein Gesamtspeicher sein muss, einen solchen für alle Panels zusammen unterbringen.
Uneinigkeit herrscht im Stadtrat auch wegen der Form des Anbaus. Das abgerundete Design kritisiert SPD-Rat Ruchti. Denn dadurch entstünden rund 30.000 Euro Mehrkosten. „Das ist zwar im Vergleich zur Gesamtsumme nicht viel, aber es handelt sich um Steuergelder“, sagt er. Nach der Kostenberechnung durch das Architekturbüro werde die Erweiterung rund 3,5 Millionen Euro kosten. Die Stadtverwaltung plant mit einer Fördersumme von rund 2,45 Millionen Euro. Eine ganz andere Meinung hat Ingo Blatter von der Fraktion der Freien Wähler, der selbst als Architekt tätig ist. „Diese Lösung ist hervorragend und hat auch funktionale Vorteile“, sagt er. In Hinblick auf die Gesamtkosten seien die 30.000 Euro Mehrkosten unerheblich. „Wir bauen für Jahrzehnte“, so Blatter, „unsere Stadt sollte uns etwas wert sein“.
Max Ruchti (SPD) will Kosten beim Gundelfinger Bauvorhaben sparen
Sein Parteikollege und Bürgermeister Nägele hebt einige Vorteile hervor, welche die Bauweise aus seiner Sicht mit sich bringe, etwa die Optik und: „Man kann wesentlich besser um das Gebäude herumgehen.“ Bisher habe zudem ein enger Zeitplan für die Förderung bestanden, weshalb er den beauftragten Architekten ohne das Gremium eine Planung in Richtung abgerundeter Wand nahegelegt habe. Ruchti fragt den beauftragten Architekten Günter Axmann, ob diese 30.000 Euro Mehrkosten überhaupt noch vermieden werden könnten. Dieser antwortet allerdings, dass die Umplanung sein Büro „um etwa vier Wochen zurückwerfen“ würde. Gespart werde dadurch jetzt nichts mehr.
Dritter Bürgermeister Florian Steidle (CSU) fordert nicht nur, dass die Fassade gerade statt abgerundet errichtet wird, sondern dass der Anbau insgesamt kleiner ausfallen soll, denn: „Ich halte ihn nach wie vor für zu groß und zu teuer, das ist überdimensioniert.“ Speiseräumlichkeiten brauche es seiner Aussage nach nicht, es könnten die im Bestandsgebäude genutzt werden. Rathauschef Nägele entgegnet ihm: „Diese Entscheidung hat das Gremium aber bereits mit großer Mehrheit getroffen.“ Steidle erklärt, dass er dieses Statement vorbringt, um seine Gegenstimme bei der Abstimmung zu erklären. Mit ihm stimmen insgesamt fünf Ratsmitglieder gegen die Billigung der Entwurfsplanung und Kostenberechnung. Ob die Fenster nun aus Holz und Aluminium oder dem Metall allein bestehen sollen, das soll erst bei der Ausschreibung entschieden werden. Laut Architekturbüro könnte die Bauphase bereits im Frühjahr 2026 starten und Ende 2027 fertiggestellt werden.
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