Um zehn Prozent steigen ab 1. September 2025 in Lauingen die Gebühren für städtische Kindergärten und Krippen. Das beschloss der Stadtrat auf seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig. Die Sprecher aller Fraktionen machten in der Diskussion das Dilemma deutlich, mit dem sie bei ihrer Entscheidung konfrontiert waren. Auf der einen Seite die höhere Belastung der Familien, auf der anderen Seite die enormen Kosten für die Stadt. Sie hatte die Gebühren seit 2019 nicht mehr angehoben.
Personalkosten haben sich in den vergangenen fünf Jahren um mehr als eine Million Euro erhöht
Der Stadtrat reagiert damit auf deutlich gestiegene Kosten: Lauingen muss inzwischen jährlich rund 2,3 Millionen Euro zuschießen – das sind etwa 640.000 Euro mehr als noch 2020. Hauptgrund sind vor allem die gestiegenen Personalkosten, die sich in den vergangenen fünf Jahren um über eine Million Euro erhöht haben.
Ein Kindergartenplatz mit einer Betreuungszeit von über sechs bis sieben Stunden kostete bisher 207 Euro monatlich für ein erstes Kind über drei Jahren. Ab Herbst 2025 steigt der Beitrag auf 227,15 Euro. Ein Krippenplatz in derselben Zeitspanne erhöht sich von 270 auf 297 Euro. Ab 1. September 2026 gibt es allerdings eine weitere Erhöhung. So werden die Beiträge ab diesem Zeitpunkt jährlich um zwei Euro pro Kind erhöht. Bei zum Beispiel vier Buchungsstunden im Monat wären das acht Euro pro Monat. Im Vergleich mit anderen Landkreis-Kommunen sieht sich Lauingen allerdings im Gebühren-Mittelfeld.
Zuschüsse und Familiengeld als Entlastung
Trotz der Erhöhung gibt es Entlastung: Für jedes Kind über drei Jahren erhält die Stadt vom Freistaat Bayern einen monatlichen Zuschuss von 100 Euro. Dieser wird direkt vom Elternbeitrag abgezogen. Neu ist zudem eine Einmalzahlung von 3000 Euro, die Familien erhalten, deren Kinder ab dem 1. Januar 2025 geboren wurden. Das Geld wird zum ersten Geburtstag des Kindes vom Freistaat direkt an die Eltern ausbezahlt und soll vor allem Familien mit kleinen Kindern finanziell stärken. Unverändert bleibt die soziale Beitragsermäßigung für Familien mit mehreren Kindern. Diese Staffelung wurde bereits 2009 eingeführt und bleibt trotz der allgemeinen Erhöhung bestehen.
Obwohl die Elternbeiträge in den vergangenen Jahren leicht angehoben wurden, sank die Kostendeckung der städtischen Einrichtungen zwischenzeitlich auf rund 63 Prozent. Erst durch erhöhte staatliche Zuschüsse konnte sie 2024 wieder auf knapp 69 Prozent steigen. Doch angesichts weiterhin steigender Ausgaben – insbesondere beim Personal – sieht die Stadt ohne eine stärkere Beteiligung der Eltern langfristig keine wirtschaftlich tragbare Lösung. Die Gebührenerhöhung bringt für viele Eltern spürbare Mehrkosten – vor allem bei den meistgenutzten Betreuungszeiten. Der bayerische Beitragszuschuss und das neue Familiengeld sollen die finanzielle Belastung zumindest teilweise auffangen.
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