Im äußeren Eingangsbereich liegt ein großer Besen auf dem Boden. Ein paar runde Stehtische, etwas eingestaubt, stehen zusammengeschoben in der Ecke. Sie waren offensichtlich schon längere Zeit nicht mehr im Einsatz. Der riesige Parkplatz ist leer, das Unkraut zwischen den gekennzeichneten Flächen wuchert. Es ist ziemlich ruhig an diesem sonnigen Herbsttag, nur ab und zu öffnet sich die schwere, schwarze Seitentür der Halle. Ein paar wenige Handwerker kommen und gehen. Gelegentlich hört man ein leises Hämmern oder das typische Bohrmaschinengeräusch. Es tut sich was hinter den Kulissen - still und heimlich.
Die Rede ist von der Diskothek im Lauinger Norden, die bis zuletzt unter dem Namen Evergreen geöffnet hatte – wohl aber von den meisten Menschen aus dem Landkreis Dillingen und darüber hinaus besser unter "Empire" abgespeichert wurde. Auch von Peter Hitzler. "Das ist das Empi. Ist so", sagt er und schmunzelt. Dabei will der Geschäftsführer der Fahrschule Tischmacher der Diskothek einen neuen Namen geben. Den gibt es auch schon: "T-Club". T für Tischmacher. Wie jetzt?
Der ehemalige Bierbrunnen-Chef aus Lauingen als Betriebsleiter der Diskothek
Die Gerüchteküche brodelt schon seit Wochen. Wie ein Lauffeuer hat sich die Nachricht im Kreis verbreitet, dass das frühere Empire wieder eröffnen soll – mit neuem Konzept, aber erfahrenen und in der Szene bekannten Gesichtern. So steht an diesem Nachmittag nicht nur der Fahrschul-Chef Peter Hitzler vor der Lauinger Disco, die aktuell geschlossen ist. Auch Ansgar Wahl, der seit Jahren in der Gastro-Szene zu Hause ist, den alle mit Spitznamen "Wahli" kennen, ist da. Der Lauinger Bierbrunnen war für sehr lange Zeit sein "Baby". Wie berichtet, haben René Hofelich und Dominic Offinger die Kultkneipe 2020 von Wahl übernommen. Und bald soll der 57-jährige Lauinger als Betriebsleiter das ehemalige Empire mit dem Namen T-Club führen und den Tanz- und Nachtclub wieder zum Beben bringen. Mit Peter Hitzler als Chef im Hintergrund. "Wir freuen uns riesig. Wir haben viele Pläne und glauben daran, dass es funktioniert. Wenn nicht jetzt, wann dann?", sagt Wahl.
Diskothek in Lauingen: Es wird schon nach Personal gesucht
"Aber", und das betont Hitzler mehrfach, "wir stehen noch ganz am Anfang, es ist noch nichts in trockenen Tüchern, es ist noch nicht tausendprozentig alles geregelt." Deshalb sei jede Auskunft unter Vorbehalt, es sei immer von Plänen zu reden. "Aber ja: Ich will das Empi haben", sagt Hitzler. Ob zum Kauf, zur Pacht oder zur Miete – im Gespräch mit unserer Redaktion lässt der Lutzinger alles offen. Er macht aber kein Geheimnis daraus, dass die Pläne, oder besser die Ideen, für die Zukunft der Disco sehr konkret sind, mit der noch aktuellen Eigentümer-Familie laufen die Verhandlungen, aktiv wird schon nach Personal gesucht – von Barkeepern, Garderobenleuten bis hin zu Fachleuten in den Bereichen Buchhaltung, Lohn und Steuer. Auch auf Social Media werden die ersten Werbekampagnen geschaltet und die Reaktionen der Menschen sind vielsagend. Da heißt es auf Facebook beispielsweise: "Wann ist es denn soweit? Meine Füße zappeln schon!"
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"Gute Frage", sagt Hitzler, und weiter: "Es läuft derzeit sehr viel parallel." Sobald alle notwendigen Unterschriften gesetzt und einige weitere rechtliche Rahmenbedingungen erledigt sind, könne es dann mit Vollgas losgehen – und mit Vollgas kennt sich Hitzler aus. Seine Fahrschule Tischmacher mit Hauptsitz in der Großen Allee in Dillingen zähle laut Hitzler zu den 50 größten in ganz Deutschland. Er hat circa 50 Angestellte, sein Fuhrpark umfasst mindestens genau so viele Autos, hinzukommen 20 bis 30 Motorräder, zwei Busse, zwei Lastwagen, Anhänger: "Wenn ich mal eine Besprechung mit allen Fahrlehrern haben will, wird es am jetzigen Standort schwierig – vor allem, wenn alle mit ihren Autos kommen", sagt Hitzler. Auch ein Grund, warum er schon längere Zeit nach neuen, größeren Räumlichkeiten für seine Fahrschule Ausschau gehalten habe.
Büroräume im Anschluss an die Lauinger Disco
Dass es jetzt möglicherweise die Diskothek in Lauingen werden könnte: "Ja, das ist schon ein wenig verrückt. Aber das reizt mich", sagt er. Aber natürlich habe er in den vergangenen Wochen immer wieder Sätze wie "Spinnst du?" oder "Bist du wahnsinnig?" gehört, erzählt er. "Das ist eine große Investition, die man sich gut überlegt. Aber wenn ich etwas im Kopf habe, dann muss ich es machen", sagt er. Der Tischmacher-Geschäftsführer zeichnet mit dem Finger in die Luft Mauern, spricht von Büros und "unendlichen Möglichkeiten", die es unter anderem in einer Lagerhalle direkt im Anschluss der Disco gebe.
Sein kompletter Fuhrpark hätte Platz auf dem Parkplatz, unter der Woche könnte dort mit den Schülerinnen und Schülern geübt werden, am Wochenende wäre dann Party angesagt. Er spricht von einem Fahrschulzentrum mit Diskothek. "So etwas gibt es nicht", sagt der Lutzinger, der auch im Gemeinderat vor Ort aktiv ist. Und genau das sei es, was ihn reizt. Etwas schaffen, was noch keiner gemacht hat. Was ihm auch wichtig ist: "Danke an mein Team, es lässt mich alles umsetzen." Aber alles nach und nach, soweit sei es längst nicht. Erster Schritt sei die Eröffnung des T-Clubs mit ihm als Chef und Ansgar Wahl als Betriebsleiter. Die Fahrschule Tischmacher bleibt vorerst weiter in Dillingen. Noch.
Der T-Club soll an Freitagen und Samstagen öffnen
Das Projekt ist nicht nur für den 46-jährigen Hitzler eine große Herausforderung, sondern auch für den Ex-Bierbrunnen-Chef Wahl. Er will einen "großen, stylishen Club, der auch mitten in der Großstadt stehen kann", auf die Beine stellen. Erfahrung bringt er mit, auch wenn der Club – eine Disco im klassischen Sinne sei es nicht mehr – eine andere Nummer sei. "Größer", sagt er lachend. In Zahlen: In der 60 auf 60 Meter großen Halle kann auf zwei Ebenen getanzt und gefeiert werden, Hitzler schätzt die Fläche auf 1500 bis 2000 Quadratmeter – und die wollen die beiden Männer, die bis dato keine beruflichen Verbindungen hatten, füllen. Bis zu 2600 Leute hätten Platz, jedes Alter, jeder Typ Mensch sei willkommen. Geplant sind zwei Öffnungstage, Freitag und Samstag, sowie an den Abenden vor Feiertagen.
Der T-Club soll verschiedene Bereiche, sogenannte Areas, haben. Dabei soll der Eingangsbereich im Erdgeschoss an frühere Empire-Zeiten erinnern – Kasse, Bar, kleines Restaurant mit Pizza und Pasta. Das Herzstück bleibt die große Tanzfläche, es soll Lounge-Bereiche geben, frisch zubereitete Cocktails mit Originalen werden ausgeschenkt. Weiterer Höhepunkt, so Hitzler und Wahl: Im ersten Stock wird ein Partystadl mit Mallorca-Flair eingerichtet. "Inklusive auf den Tischen stehen und die Hits mitgrölen", sagt Ansgar Wahl. Dort könne aber sicher auch mal ein "Schieber" getanzt werden. Es gibt sogar noch einen dritten Bereich, der soll zum Start aber noch geschlossen bleiben – Luft nach oben lassen.