Am Samstag, 9. Mai, wird der Wertinger Marktplatz gesperrt. Denn ein seltenes Ereignis steht an: Die Feuerwehr Hohenreichen bittet die Kameradinnen und Kameraden aus Wertingen um die Patenschaft. Wenn die Hohenreichener im Juli ihr 150-jähriges Bestehen feiern, wünschen sie sich die Wehr aus der Nachbarschaft als Verein, der unterstützt und mit anpackt. Wie es die Tradition will, muss die Patenschaft jedoch erst einmal offiziell erbeten werden – und das wird öffentlich zelebriert. So wird die Aktion mitten in Wertingen ablaufen.
Das ist der Ablauf des Patenbittens in Wertingen
Los geht es am Kreisel vor Isa's Café. Dort werden die Kameradinnen und Kameraden aus Hohenreichen samt Angehörigen in einem Bus ankommen. So beschreibt es Leif Richter, erster Vorstand des Wertinger Feuerwehrvereins. Mit der Blaskapelle „Was wois i“ werden die Hohenreichener in einem Festzug Richtung Marktplatz marschieren. Dort werden sie gegen 17.45 Uhr erwartet.
Die Feuerwehr Wertingen wird die Nachbarn in Empfang nehmen. Geplant ist, dass sowohl der bisherige Bürgermeister Willy Lehmeier als auch sein Nachfolger Andi Seitz vor Ort sind, ebenso wie der Wertinger Feuerwehrvorstand. Es sollen keine langen Reden geschwungen werden, so Richter, und stattdessen schnell zur Sache gehen: Um sich zu beweisen, müssen die Hohenreichener ein paar Geschicklichkeitsspiele meistern. Welche das sein werden, wird noch nicht verraten.
Auf dem Patenbitten-Programm stehen lustige Spiele
In welche Richtung die Aufgaben gehen könnten, wissen die Hohenreichener nur zu gut, waren sie doch erst 2025 Paten der Frauenstetter Wehr. Dafür habe man sich einiges einfallen lassen – so mussten die Frauenstetter auf einem Fahrrad mit falsch aufgeschraubtem Lenker fahren und mit Wasserschläuchen Holzkegel treffen. Das sorgte für Lacher im Publikum. Und auch am Wertinger Marktplatz will man den Zuschauern „eine kleine Show bieten“, so Richter.
Ganz traditionell für ein Patenbitten werden die Hohenreichener zudem auf einem Balken knien müssen, um, wenn sie sich bewiesen haben, die Zusage zu bekommen. Danach geht es weiter mit einem großen Festzug zum Gerätehaus der Wertinger Wehr, wo die Kameraden nicht öffentlich feiern wollen.
Es ist nicht die erste Patenschaft der Hohenreichener und Wertinger Feuerwehr
Dieselbe Patenschaft habe es Richter zufolge 1967 übrigens schon einmal gegeben. Da habe es für die Hohenreichener nahegelegen, auch jetzt, fast 60 Jahre später, erneut in Wertingen anzufragen. Der Wertinger Vorstand entschied: „Der Tradition entsprechend machen wir das.“ Zu den Aufgaben des Patenvereins gehört etwa, beim Auf- und Abbau des Zelts zu helfen, bei der Zeltwache zu unterstützen oder schnell einzuspringen, wenn Hilfe benötigt wird. Und an den Festtagen selbst „mit großer Präsenz da zu sein“, so Richter.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren