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Kommunalwahl 2020

16.03.2020

Landrat Stefan Rößle stärker im Ries als an der Donau

Weiter Landrat: Stefan Rößle (CSU)
Bild: Szilvia Izsó

Plus Landrat Stefan Rößle (CSU) hat sein Amt im ersten Wahlgang gegen vier Mitbewerber verteidigt. Bei den Ergebnissen fallen allerdings teils deutliche regionale Unterschiede auf.

Stefan Rößle hat geliefert – und er hat allem voran im Ries kräftig Punkte gesammelt. Der amtierende Landrat hat es, das war am Sonntag bereits um etwa 20 Uhr klar, auf Anhieb geschafft, sich gegen vier Kontrahenten durchzusetzen. Doch längst nicht war bei der Wahl zum Landrat alles flächendeckend gleich verteilt. Es gibt einige interessante Auffälligkeiten.

Dass der Sitz des Landratsamtes – in diesem Fall Donauwörth – auch gleichzeitig eine Stimmenhochburg für den Chef der Behörde ist, das ist längst kein Naturgesetz. Der CSU-Kandidat Rößle holte hier nur 46 Prozent der Stimmen, was allerdings auch daran liegen mag, dass sein aussichtsreichster Mitbewerber, der Sozialdemokrat Peter Moll hier kräftig Stimmen einsammeln konnte: 29,3 Prozent hat Moll auf der Habenseite. Sicher spielt hier eine nicht zu vernachlässigende Rolle, dass Moll Donauwörther ist, seit Langem in der Stadtpolitik aktiv und bereits aus der vergangenen Wahl für das Spitzenamt im Landkreis bekannt ist. Aber es könnte – das lässt sich nur mutmaßen – Teil des unbefriedigenden Ergebnisses für die CSU als solcher in der Großen Kreisstadt sein, wo OB-Kandidat Joachim Fackler mit nur 15,9 Prozent auf Platz drei verwiesen wurde.

Teilweise schwindelerregende Prozentzahlen im Ries

Bemerkenswert indes ist, dass Rößle in zahlreichen Orten im Ries mit schier schwindelerregenden Prozentzahlen aufwarten kann: Forheim 79,4, Mönchsdeggingen 71,4, Munningen 70,9, Marktoffingen 70,8 – um nur einige zu nennen. Auch Nördlingen kann als großer Erfolg verbucht werden. Im Gegensatz zu Donauwörth kam Rößle hier über die 50 Prozent, mit 63,8 Prozent sogar ziemlich deutlich. Hier stehen die Grünen mit 13,7 Prozent auf Rang zwei bei den Landratswahlen, die SPD folgt in Nördlingen mit 11,7 Prozent. Eine feste Burg für Rößle ist – wie auch bei vorangegangenen Wahlen – sein Heimatort Oberndorf: 82 Prozent verbuchte der Landrat dort für sich. Hierzu eine kleine Randnotiz: Keiner der Konkurrenten schaffte in der Lechgemeinde mehr als fünf Prozent.

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Indessen hat auch der ein oder andere Mitbewerber seine Hochburgen. Augenfällig die Lage am Lech. Der Rainer Florian Riehl von den Freien Wählern (FW). Kreisweit erreichte er neun Prozent, rund um Rain sehen seine Werte allerdings weitaus besser aus: 24 Prozent in der Tillystadt, 22 in Münster, Marxheim und Niederschönenfeld und sogar 31 Prozent in Holzheim.

Peter Moll indes schaffte neben Donauwörth in Hohenaltheim einen Achtungserfolg mit 31 Prozent, Rößle blieb dort wie auch in Holzheim unter 50 Prozent. Ulrich Singer kam derweil mit der AfD auf 5,7 Prozent, wobei Maihingen mit neun Prozent heraussticht. In Donauwörth und Rain blieb Singer unter fünf Prozent, an seinem Wohnort Nördlingen erhielt er 5,7 Prozent.

AfD bleibt im Kreis Donau-Ries hinter Erwartungen zurück

Die AfD blieb damit, wie auch Singer am Sonntag bestätigte, hinter den Erwartungen zurück, die er bei acht bis zehn Prozent sah.

Die Grünen stachen im Vergleich zu den vergangenen überregionalen Wahlen in Land und Bund nirgendwo als besonders stark hervor. In den großen Städten Donauwörth und Nördlingen konnte Nico Ach mit 13,7 Prozent zwar passable, aber keine herausragenden Ergebnisse einfahren. Insgesamt 10,3 Prozent der Wähler entschieden sich für Ach. Ein Ende des Grünen-Hypes? Ach sieht das nicht so – er erklärte sich das Resultat damit, dass die Wirtschaftskraft und der Bonus des Amtsinhabers sowie die Wahl des aussichtsreichsten Kandidaten bei der Landratswahl entscheidende Faktoren gewesen seien.

Die Kommunalwahl 2020 war offenbar eine Personenwahl

Für die CSU war das Ergebnis von Landrat Rößle ein Hoch an einem von Höhen und Tiefen geprägten Abend. In einer Reihe von Kommunen wurden die Bürgermeisterkandidaten der Partei auf die Plätze verwiesen, beziehungsweise blieben hinter den Erwartungen zurück. Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange sieht in den Kommunalwahlen aber keine generelle Watschen für die Christsozialen in der Region. Schon gar nicht sei es eine Klatsche für den Ministerpräsidenten; auch inhaltlich sei man gut aufgestellt gewesen. Er tendiere eher zu der Interpretation, dass es eine stark personenzentrierte Kommunalwahl war.

In der Tat scheint die Wahl weniger eine Parteiwahl gewesen zu sein. Während etwa in Mertingen der CSU-Bürgermeisterkandidat Albert Reiner deutlich unterlag, schaffte Rößle dort 61,8 Prozent mit der CSU. Auch Oettingen unterstützt die These, dass es weniger eine Parteiwahl war. Hier holte der SPD-Bürgermeisterkandidat den Sieg, Rößle lag dort jedoch klar vor Moll von der SPD.

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