Im Jahre 1996 wurden gleich zwei Vereine aus der Taufe gehoben, die heute aus dem kulturellen Leben nicht nur der Gemeinde Tapfheim, sondern der Region nicht wegzudenken sind. Es ist jedes Mal ein Pflichttermin für viele Ahnen- und Heimatforscher, wenn drei Mal im Jahr zum „Stammbaum-Tisch Nordschwaben“ ins Vereinsheim des Heimat- und Brauchtumsvereins der Gemeinde Tapfheim eingeladen wird. Familienforschung boomt - auch und gerade in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen.
Hier ist mittlerweile ein enges Netzwerk entstanden, in das auch immer wieder Neulinge integriert werden, die Zugang zu einem Hobby finden, das sie meist nicht mehr loslässt. Und in kaum einer Region im süddeutschen Raum gibt es eine derartige Fülle an familien- und heimatgeschichtlichen Veröffentlichungen wie im nördlichen Schwaben: Fast 50 Chroniken von Orten und beinahe ebenso viele Ortsfamilienbücher wurden bereits veröffentlicht.
Kurse zum Lesen alter Schriften
Verantwortlich zeichnet Manfred Wegele. Der pensionierte Lehrer, in Personalunion Vorsitzender des Heimat- und Brauchtumsvereins, des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde und Initiator des Stammbaumtisches Nordschwaben, rief letzteren 1996 mit Mitstreitern ins Leben. Damals tagte man noch in der „Schmalznudel“ in Bäumenheim, einer inzwischen geschlossenen Gaststätte mit passendem Flair. Dieses bietet aber auch das HBV-Heim in Erlingshofen, in dem sich nun wieder die Ahnenforscher trafen. Für Neueinsteiger in der Familienforschung und Heimatforschung werden in den Volkshochschulen Tapfheim und Bäumenheim Kurse zum Lesen alter Schriften angeboten.
Neben dem Stammbaumtisch Nordschwaben kann aber auch der Heimat- und Brauchtumsverein Donaumünster-Erlingshofen-Rettingen-Brachstadt-Oppertshofen-Tapfheim sein 30. Jubiläum feiern. Dieser Verein nennt mit dem ehemaligen Schulgebäude in Erlingshofen - am Kirchenweg neben der Kessel gelegen - ein schmuckes Vereinsheim sein eigen, von der Gemeinde Tapfheim zur dauerhaften Nutzung überlassen.
Einzigartige Ausstellung
Das HBV-Heim bietet den passenden Rahmen für die Feier des Doppeljubiläums. Es findet am Pfingstsonntag, 24. Mai, von 11 bis 17 Uhr statt. Aus den Reihen der Ahnenforscher haben engagierte Personen ihre Entdeckungen und Erkenntnisse in einer einzigartigen Ausstellung zusammengefasst, die nun präsentiert wird. Zusätzliche Attraktionen sind Schätze aus Archiven und Forschernachlässen.
An einem Infostand mit Internetzugang können sich Gäste über vielfältige Methoden zum Einstieg in Familienforschung informieren. Ein Rückblick auf 20 Jahre „Stammbaumtisch“ runden die Ausstellung ab. Ab 13 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen. (her)
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