Ein großes Schild an der Ladentüre zeigt es an: Beim Frühstück am Wochenende wird sich etwas ändern bei vielen Donauwörthern. Die beiden Verkaufsläden der Bäckerei Pfister in Donauwörth bleiben ab sofort samstags geschlossen. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, erklärt Bäckermeister Thomas Pfister auf Nachfrage der Redaktion. Letzt sei es aber nicht anders gegangen.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt, sie ist für werdende Bäcker optimal - und für Betriebe, die Personal suchen, schier ein Alptraum dieser Tage. Der Markt sei wie leer gefegt, erklärt Thomas Pfister die Situation, es gebe schlichtweg keine Bäcker und Konditoren. „Wir bräuchten zwei Bäcker und einen Konditor“, sagt er. Der Fachkräftemangel scheint gerade im Bäckerhandwerk nach wie vor eklatant zu sein. Pfister berichtet, er habe habe schon seit zehn Jahren keinen Bäckerlehrling mehr ausbilden können; einen Konditor-Azubi gab es es in den vergangenen zehn Jahren einmal - fast schon eine Besonderheit. Ansonsten: Es fehle hinten und vorne an Fachpersonal.
Bäckerei Pfister sucht seit zehn Jahren Bäckerlehrling
„Wir suchen jedes Jahr, geben auch Anzeigen in der Zeitung auf, sind bei der Arbeitsagentur gemeldet, aber es findet sich keiner“, so Pfister. Man habe sogar den Samstag als freien Tag angeboten, die Resonanz lag trotzdem bei Null. Im gesamten Bereich der Bäckereien, der Gastronomie und Hotelerie sei die Lage ähnlich. Woran es liegt, dass so wenige diesen altehrwürdigen und wichtigen Handwerksberuf erlernen wollen? Thomas Pfister muss nicht lange über die Antwort nachdenken: Es seien wohl die Arbeitszeiten. Er selbst stehe um 1.30 Uhr auf um dann das Brot und die Brezen für die Kundschaft zu produzieren. Das schrecke viele ab.
Einen Fahrer zur Belieferung der Filialen und Schulen würde er wahrscheinlich noch eher finden, ab auch da ist die Arbeitszeit samstags ab 2 Uhr - also mitten in der Nacht - vielen kaum schmackhaft zu machen.
Momentan seien sie noch fünf Bäcker und zwei Konditoren, sagt der Bäckermeister. Im Herbst hätten sie einen Mitarbeiter verloren. Danach habe er sich Gedanken machen müssen, wie die Arbeit zu stemmen sei. „Wir haben eigentlich das letzte halbe Jahr ohne Urlaube durchgearbeitet“, erklärt Pfister. Das könne nicht so weiter gehen. Er müsse seine Mitarbeiter nun auch einmal in den Urlaub schicken können. Lange habe er überlegt, bevor der Entschluss gereift sei, an den Samstagen fortan die beiden Ladengeschäfte in der Donauwörther Parkstadt und in der Merianstraße in Riedlingen zu schließen. „Es war nicht einfach“, sagt Pfister - schließlich seien die Samstage auch am umsatzstärksten.
Und trotzdem: Höchstwahrscheinlich werden die beiden Filialen auch dauerhaft samstags geschlossen bleiben. Es sei denn, ein Wunder geschehe und es würde wieder ausreichend Bäcker auf dem Markt geben. An den übrigen Wochentagen bleibe unterdessen alles wie gehabt, erklärt Pfister.
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