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Hausärztin übernimmt Praxis in Wemding

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Hausarzt hört auf: Erfolgreiche Nachfolger-Suche in Wemding

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    Begrüßung der künftigen neuen Hausärztin in Wemding: (von links) Gottfried Hänsel, Martin Drexler, Albert Riedelsheimer, Ingrid Ehrmann, Johann Roßkopf, Heidi Vogel und Roland Schuster.
    Begrüßung der künftigen neuen Hausärztin in Wemding: (von links) Gottfried Hänsel, Martin Drexler, Albert Riedelsheimer, Ingrid Ehrmann, Johann Roßkopf, Heidi Vogel und Roland Schuster. Foto: Wolfgang Widemann

    Wenn im nördlichen Teil des Landkreises Donau-Ries ein Hausarzt aufhört, lautet meist die bange Frage: Gibt es einen Nachfolger? Ein solcher ist oft nur schwer zu finden. Die medizinische Versorgung auf dem Land ist ein Thema, das die Menschen in der Region bewegt. In Wemding gab es die beschriebene Situation in den vergangenen Jahren wiederholt. So auch jetzt wieder: Dr. Nabil Al Halabi beendet Ende März aus gesundheitlichen Gründen seine berufliche Tätigkeit. In den vergangenen Monaten setzten die Verantwortlichen der Stadt (wieder einmal) alle Hebel in Bewegung, damit keine Lücke entsteht.

    Bei einem Termin im historischen Rathaus gab Bürgermeister Martin Drexler nun bekannt, dass die Bemühungen erfolgreich gewesen seien. Die Praxis von Al Halabi, der seit 2014 in Wemding wirkt, übernimmt Ingrid Ehrmann. Deren beruflicher Werdegang ist außergewöhnlich. Sie machte nach der Hauptschule zunächst eine Lehre zur Bürokauffrau, machte auf dem zweiten Bildungsweg ihr Fachabitur und war als Sozialarbeiterin tätig, ehe sie im Alter von 40 Jahren ein Medizinstudium begann.

    Ingrid Ehrmann ist Fachärztin für Chirurgie und Allgemeinmedizin

    Am Krankenhaus in Dillingen absolvierte sie die Ausbildung zur Fachärztin für Chirurgie, ehe sie vor fünf Jahren ins Medizinische Facharztzentrum für angewandte Diabetologie und Hausarztmedizin (MVZ) von Peter Sagemüller nach Asbach-Bäumenheim wechselte und sich dort auch zur Fachärztin für Allgemeinmedizin ausbilden ließ. Damit nicht genug der Qualifikationen: Aktuell steht die 61-Jährige, die in Illereichen im Landkreis Neu-Ulm aufwuchs, kurz vor dem Abschluss der Ausbildung zur ärztlichen Psychotherapeutin. Diese erfolgt im Bezirkskrankenhaus in Donauwörth bei Chefarzt Dr. Karel Frasch.

    Anfang April, so sagt Ingrid Ehrmann, wage sie jetzt einen „Neuanfang“ in Wemding. Die Praxis werde - sollten die nötigen Umbauarbeiten planmäßig laufen - die erste Sprechstunde stattfinden. Die Mitarbeiterinnen würden übernommen. Bürgermeister Drexler beschrieb, wie der Kontakt zu Ingrid Ehrmann auf nicht alltägliche Weise zustande kam. Die Riedlingerin ist seit 2023 mit dem Donauwörther Umwelt-Bürgermeister, Kreisrat und Bezirksrat Albert Riedelsheimer verheiratet. Die Hochzeit fand in Wemding statt. Dort erfuhr die Ärztin von Drexler und vom Dritten Bürgermeister Gottfried Hänsel von dem drohenden Praxis-Leerstand - und entschied sich, dort künftig zu arbeiten.

    Verantwortliche der Stadt Wemding helfen der neuen Hausärztin

    Die Familie Dittrich als Eigentümer des Gebäudes sei der Ärztin als Vermieter entgegengekommen, betonte der Bürgermeister: „Sonst wäre das alles nicht gegangen.“ Auch Zweiter Bürgermeister Johann Roßkopf schaltete sich ein und half bei den Formalitäten mit. Die drei Bürgermeister sowie die Ratsmitglieder Roland Schuster und Heidi Vogel bedankten sich nun bei dem Termin bei der Medizinerin dafür, dass sie sich für die Wallfahrtsstadt entschieden habe. Martin Drexler stellte fest: Neben gegenseitiger Sympathie und Vertrauen habe der Wille zur Zusammenarbeit den Ausschlag gegeben: „Jeder hat seinen Beitrag geleistet.“

    In dieses Gebäude (ehemaliger Gubi) in der Wemdinger Altstadt will Dr. Friedrich Eberhardt mit seiner Hausarzt-Praxis einziehen.
    In dieses Gebäude (ehemaliger Gubi) in der Wemdinger Altstadt will Dr. Friedrich Eberhardt mit seiner Hausarzt-Praxis einziehen. Foto: Wolfgang Widemann

    In Wemding existieren derzeit sechs Hausarzt-Praxen, von denen drei „ganztags“ und drei zu reduzierten Zeiten betrieben werden. Eine der Vollzeit-Praxen betreibt Dr. Friedrich Eberhardt. Der möchte sie in absehbarer Zeit an einen jüngeren Kollegen übergeben - und zwar in neuen Räumen. Die entstehen gerade nur wenige Häuser weiter in der Altstadt im ehemaligen Gubi-Gebäude. Dieses wird umgebaut. Mit weiteren Informationen wolle er „noch warten, bis klar ist, wann es dort losgeht“, so Eberhardt auf Anfrage unserer Redaktion.

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