Der Wasserverbrauch in Tapfheim und seinen Ortsteilen wird Bürgerinnen und Bürgern nicht von der Gemeinde in Rechnung gestellt, sondern von der Bayerischen Rieswasserversorgung. Es gibt aber eine Ausnahme: Der Ortsteil Rettingen ist bislang nicht an das Wassernetz des Wasserlieferanten angeschlossen. Das Wasser bezogen die Grundstückseigentümer lange aus Donauwörth. Nun aber ist der Anschluss der Leitung an Donaumünster vollzogen.
Knapp zwei Millionen Euro hat die Gemeinde Tapfheim in die Hand genommen, um die weitere Versorgung von Rettingen, den Schwaigen und der Birkschwaige sicherzustellen. Über Jahrzehnte wurden Rettingen und die Birkschwaige mit Wasser aus Zusum versorgt. Dann hatte die Stadt Donauwörth den Liefervertrag gekündigt. Man muss weit ausholen, um die Situation zu verstehen: Zusum und Rettingen waren vor der Gebietsreform 1972 eine Gemeinde. Doch dann wurden Zusum Donauwörth und Rettingen Tapfheim zugeschlagen. An der Wasserbelieferung änderte sich nichts.
80 Menschen in Rettingen und Umgebung betroffen von höheren Gebühren
Die Wasserleitungen, also Zuleitungen oder Schieber, waren ohnehin in die Jahre gekommen. Nun steht das Netz, es fehlen allerdings die zugesagten staatlichen Gelder. Auch die endgültige Abrechnung der bauausführenden Firma sei noch nicht endgültig überprüft, erklärte Bürgermeister Marcus Späth jetzt im Gemeinderat. Die Wasser-Abrechnung muss nun von der Gemeinde vorgenommen werden, zumindest so lange, bis die Fördergelder beim Kämmerer eingegangen sind. Danach wird auch das Rettinger Netz an die Rieswasserversorgung übergeben und die Abrechnung über diesen Lieferanten erfolgen.
Und das hat Folgen für die betroffenen 80 Menschen und ihre 35 Hausanschlüsse. Rein theoretisch hätte die Gemeinde von ihnen Verbesserungsbeiträge verlangen können. Der Gemeinderat hatte dies bereits im Vorfeld abgelehnt, weil dadurch auf die Einzelnen bedingt durch die geringe Zahl der Kosten höchste Belastungen zugekommen wären. Nun aber müsse man die Abnehmer doch belasten, so Bürgermeister Marcus Späth. Karl-Philipp Sauter bedauerte dies. Er werde trotzdem für die Gebührenerhöhung stimmen, weil sie auf zwei Jahre begrenzt sei. Hubert Rettenmeier verwies darauf, dass man keine andere Wahl habe, um gesetzeskonform zu handeln.
Bislang kostet in dem betreffenden Gebiet ein Kubikmeter Wasser 1,78 Euro. Nun wird sich der Preis deutlich um einen Euro erhöhen. Hinzu kommt, wie vom Gemeinderat einmütig beschlossen, eine Grundgebühr von jährlich 200 Euro.
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