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Nach über 150 Jahren: Metallwaren-Geschäft Schenkenhofer in Donauwörth schließt

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Nach über 150 Jahren: Eisenwaren-Geschäft Schenkenhofer in Donauwörth schließt

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    Das Schenkenhofer-Haus gehört wohl zu den ältesten Häusern Donauwörths. Seit 1977 führt Johann Schenkenhofer (links) dort ein Geschäft, Mitarbeiterin Susanne Foge (rechts) unterstützt ihn.
    Das Schenkenhofer-Haus gehört wohl zu den ältesten Häusern Donauwörths. Seit 1977 führt Johann Schenkenhofer (links) dort ein Geschäft, Mitarbeiterin Susanne Foge (rechts) unterstützt ihn. Foto: Bill Titze

    Es ist eine unscheinbare Anzeige: Am 16. Oktober 1875 kündigt ein gewisser Peter Burger im Amtsblatt an, ein Schlosserei-Geschäft in Donauwörth eröffnen zu wollen. Es sollte der Anfang einer Geschichte sein, die bis ins Jahr 2026 reicht. Denn in der Kapellstraße gibt es das Geschäft bis heute, nur heißt es mittlerweile Schenkenhofer und nicht mehr Burger. Besitzer Johann Schenkenhofer ist ein Nachfahr Burgers und übernahm es vor fast 50 Jahren. In einigen Wochen ist aber Schluss. Was der 69-Jährige in den Jahrzehnten als Ladenbesitzer erlebte.

    Als Schenkenhofer im Jahr 1977 anfing, gab es hier sogar noch einen Tierverkauf. Es konnte also auch mal laut werden. Denn neben Fischen gab es Vögel, zum Beispiel Papageien. „Die haben manchmal schon Krach gemacht“, erzählt Schenkenhofer mit einem Lachen. Wobei die Geschäftsübernahme für ihn damals nichts mit Spaß zu tun hatte. Sein Vater war gestorben, als Schenkenhofer 15 war. Deshalb galt es, möglichst schnell das Geschäft zu übernehmen, um Geld verdienen zu können. Mit gerade einmal 20 Jahren war Schenkenhofer Chef, Hilfe bekam er von seiner Mutter. Diese unterstützte bis ins hohe Alter im Verkauf und der Buchhaltung.

    Schenkenhofer war auch Stadtbrandinspektor in Donauwörth

    Für Schenkenhofer galt es zunächst, Erfahrung zu sammeln. Eine entsprechende Ausbildung hatte er nicht, die Schule schloss er mit der Mittleren Reife ab. Den Tierverkauf gab er bald auf, doch mit dem Verkauf von Angelgeräten gab es ein weiteres Standbein neben den Metallwaren. „Das ist damals sehr gut gelaufen“, erinnert sich Schenkenhofer. Insgesamt habe man sich immer mehr spezialisieren müssen, zum Beispiel auf Werkzeug und Schrauben. Internet gab es damals noch keines, es waren andere Zeiten. Auch im Umgang mit den Kunden. „Früher waren sie grantiger“, sagt der 69-Jährige. Die Menschen hätten deutlich mehr gehandelt. „Um des Friedens willen, musste man da auch mitmachen.“ Doch die Nachfrage war da, zum Teil hätten drei, vier Personen samstags bereits vor Ladenbeginn vor dem Geschäft gewartet.

    Früher hieß das Metallwaren-Geschäft "Burger" - das Bild stammt wohl aus den 70er-Jahren.
    Früher hieß das Metallwaren-Geschäft "Burger" - das Bild stammt wohl aus den 70er-Jahren. Foto: Johann Schenkenhofer

    Anfang der 2000er-Jahre war Schenkenhofer auch einige Jahre Stadtbrandinspektor in Donauwörth. Wenn ein Alarm einging, musste er los. „Meine Mutter ist dann immer eingesprungen.“ Doch dieses Engagement war bald nicht mehr möglich, Schenkenhofers Mutter starb und er selbst erkrankte an Borreliose. Auch im Geschäftlichen wurden die Zeiten nicht einfacher. Das Internet habe die Situation erschwert, den Verkauf von Angelwaren stellte er vor rund zehn Jahren ein. „Corona hat uns dann das Genick gebrochen.“ Auch, dass der Parkplatz nebenan nicht mehr zur Verfügung steht, habe das Geschäft getroffen. „Das haben wir sofort gemerkt“, sagt Susanne Foge, die seit über 20 Jahren bei Schenkenhofer arbeitet.

    Schenkenhofer-Haus wohl eines der ältesten in Donauwörth

    Schenkenhofer hat sich dazu entschieden, das Geschäft nach über 150-jähriger Geschichte zu schließen. Der Ausverkauf läuft bereits und soll nach einer Unterbrechung Mitte Juni fortgesetzt werden. Das Haus wird verkauft, es dürfte eines der ältesten in Donauwörth sein. „Teile davon sind aus dem 17. Jahrhundert“, sagt er. Es ist deshalb denkmalgeschützt. Schenkenhofer blickt mit einem Stück Wehmut auf die Geschäftsschließung. „Es war auf jeden Fall eine interessante Arbeit.“ Doch natürlich freut er sich auf den Ruhestand. Er wolle die Zeit nutzen, um zu reisen – und seinen Garten auf Vordermann zu bringen, wie er mit einem Schmunzeln erklärt. Vorher gilt es noch, den Ausverkauf über die Bühne zu bringen. Dass er alle Waren losbekommt, glaubt Schenkenhofer nicht. Seine Messingschrauben werden heute zum Beispiel nur noch selten verwendet. Ein Beispiel, das zeigt, wie lang und ja, auch außergewöhnlich die Geschichte dieses Geschäfts ist. Doch diese wird wohl im Juli enden.

    Mit dieser Anzeige machte ein Vorfahr von Johann Schenkenhofer die Gründung des Geschäfts bekannt.
    Mit dieser Anzeige machte ein Vorfahr von Johann Schenkenhofer die Gründung des Geschäfts bekannt. Foto: Wochen-, Anzeigen- und Amtsblatt Stadt Donauwörth
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