Er ist das Prestigeobjekt eines jeden Hobbygärtners: der Rasen. Saftig grün sollte er sein, gleichmäßig, kurz geschnitten und möglichst unkrautfrei. So sieht zumindest die Idealvorstellung eines „Englischen Rasens“ aus. Doch in den meisten Gärten ist die Realität eine andere, auch haben viele gar nicht den Anspruch, sich mit dem Grün im viel zitierten Wembley-Stadion zu vergleichen.
Wer einfach eine schöne, gesunde Rasenfläche haben möchte, für den hat Paul Buß, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Donau-Ries ein paar Tipps parat. Doch eines vorneweg: Dafür muss man auch etwas tun. Paul Buß empfiehlt zuallererst, eine Bodenprobe zu entnehmen und bestenfalls in ein Labor zu schicken. „Das ist das A und O, damit ich weiß welche Eigenschaften mein Rasen hat“, sagt Buß.
Eine genaue Bodenanalyse ist hilfreich
Denn je nach PH-Wert des Bodens, richtet sich die Düngung aus. Stickstoff benötige jeder Rasen, aber je nachdem ob der Boden sauer oder kalkhaltig ist, kann man durch den Dünger korrigieren. „Es bringt nichts einfach nur Stickstoff hinzuschmeißen, wenn die Pflanzen die Nährstoffe gar nicht aufnehmen können“, erklärt Buß.
Ein weiterer Vorteil einer Auswertung durch ein Fachlabor. Man erhält neben den wichtigsten Werten auch eine Übersicht über die Beschaffenheit des Bodens und eine genaue Düngeempfehlung. „Diese ist mit Zeitpunkt und Grammangabe pro Quadratmeter des richtigen Düngers eine ideale Orientierung, gerade für Laien“, sagt der Experte.
Die Kosten hielten sich laut Buß, der gelernter Gärtner und Gartenbautechniker ist, in Grenzen. „Im Vergleich zu den Kosten einer falschen Düngung, ist das echt im Rahmen und absolut zu empfehlen.“ Die richtige Düngephase ist jetzt im Mai, wenn der Rasen sich schon in der Vegetationsphase befindet.
Vertikutieren stresst den Rasen
Zur Rasenpflege gehört neben der ausreichenden Nährstoffzufuhr auch eine richtige Durchlüftung des Grüns. Bei besonders lehmigen Böden hilft Sand, um den Untergrund wasserdurchlässiger zu machen. „Es geht, darum die Qualität des Untergrunds zu verbessern. An Sportplätzen kommen dafür beispielsweise spezielle Aerifizierer zum Einsatz.“
Wer viel Moos und Filz in seinem Rasen hat, der kann durch regelmäßiges Vertikutieren entgegensteuern. „Allerdings sollte man beachten, dass man dadurch den Rasen stresst und dabei auch Graswurzeln durchtrennt“, sagt Buß. Oft liege vor allem Moosbewuchs am falschen Standort des Rasens. In schattigen Bereichen ohne Sonne wächst auch kein vernünftiger Rasen.
Sprießt statt satten grünen Grashalmen, vor allem Unkraut, dann hilft ein gesunder Rasen. „Hier kommt wieder die Bodenprobe ins Spiel. Versorge ich meinen Rasen mit dem, was er benötigt, dann wächst er auch besser und die gesunden Grashalme verdrängen das lästige Unkraut“, so der Kreisfachberater.
Neben den richtigen Nährstoffen ist natürlich auch ausreichend Wasser entscheidend. Es heißt nicht umsonst im Volksmund: „Gießen ist der beste Dünger.“ Vor allem weil der Rasen nur in der Sonne durch ausreichend Fotosynthese schön grün wird. Am Ende fehlt noch eines zum Vorzeigegrün: Mähen, mähen, mähen. „Mindestens einmal die Woche sollte man schon mähen, wenn man einen englischen Rasen haben möchte. Dabei helfen natürlich Rasenmähroboter, auch wenn diese aus ökologischer Sicht nicht die beste Wahl sind“, erklärt Buß.
Ein Spindelmäher ist der Geheimtipp
Aber für den heimischen Garten sei dies „schon ok“, vor allem weil der Rasen durch den kurzen Schnitt automatisch gemulcht und mit Nährstoffen versorgt wird. Wer auch optisch einen topgepflegten Rasen haben will, der sollte einen Spindelmäher zum Einsatz bringen. Durch dessen scharfe Klingen wird die Grasspitze sauber abgeschnitten und nicht herausgerupft, was oft zu braunen Flecken führt.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren