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Wasserwacht Donauwörth: Rettungstaucher erzählt von besonderen Einsätzen

Donauwörth

Rettung auf Leben und Tod: Ein Taucher blickt auf dramatische Momente zurück

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    Manuel Brandt hat in seinen 30 Jahren als Rettungstaucher bei der Wasserwacht Donauwörth schon einiges erlebt.
    Manuel Brandt hat in seinen 30 Jahren als Rettungstaucher bei der Wasserwacht Donauwörth schon einiges erlebt. Foto: Imke Rauhut

    Manuel Brandt schaut vom Steg aus auf den Riedlinger Baggersee. Es ist wenig los an diesem sonnigen Tag, nur ein paar Familien spielen am Ufer. Während er von seinen Einsätzen erzählt, gleitet sein Blick immer wieder zu einem Mädchen auf einem Bord beim Stand-up-Paddelling. Es hat sich von den anderen entfernt und trägt keine Rettungsweste. Das könnte gefährlich werden, sagt Brandt. Erst als das Kind wieder zurückrudert und erkennbar wird, dass es mit der Sicherheitsleine am Brett befestigt ist, entspannt er sich.

    „Das ist eine Berufskrankheit“, sagt der 45-Jährige. Überall halte er nach möglichen Gefahren Ausschau. Brandt ist ehrenamtlicher Rettungstaucher und Vorsitzender der Wasserwacht Donauwörth. Mit 15 Jahren kam er zur Wacht. „Wegen Baywatch“, sagt er und lacht. Die Serie aus den 90ern begeistert ihn immer noch. Wobei die Realität doch sehr anders aussieht: „Bei Baywatch wird alles ganz groß ausgespielt, mit viel Action, aber im echten Leben ist es eher ruhig.“ Langweilig werde es trotzdem nie.

    „Baywatch“ motivierte Brandt dazu, Rettungstaucher zu werden

    Denn bei der Wasserwacht muss man einiges aushalten. Einmal fuhren sie für einen Einsatz nach Wemding. „An den erinnere ich mich wirklich immer“, erzählt Brandt. Dort musste er eine Wasserleiche bergen – die Erste in seiner Laufbahn. „Ich war 18 oder 19.“ Daran müsse man sich leider gewöhnen, sagt der 45-Jährige. Bereits Ertrunkene wiederzubeleben, gelinge nur selten.

    Doch manchmal geschehen auch Wunder. So wie bei seinem Kollegen, der während eines Trainings einen Herzinfarkt erlitt und mehrere Sekunden leblos im Wasser trieb. Zum Glück konnten die Anwesenden von der Wasserwacht schnell handeln und den damals 66-Jährigen retten. Noch heute gibt er Schwimmkurse, freut sich Brandt über dessen Genesung.

    Mit dem Wasserrettungsroboter kann Personen in Not schneller geholfen werden. In nur 52 Sekunden kann das Gerät den gesamten Riedlinger See überqueren.
    Mit dem Wasserrettungsroboter kann Personen in Not schneller geholfen werden. In nur 52 Sekunden kann das Gerät den gesamten Riedlinger See überqueren. Foto: Imke Rauhut

    Bei solchen Unfällen ist die Ausrüstung schnell zur Hand. Neuerdings besitzt die Wasserwacht zwei Wasserrettungsroboter. In nur 52 Sekunden können sie einmal den gesamten See überqueren. Der Roboter kann als Schwimmhilfe dienen oder auch alleine losgeschickt werden. Mit einer Kamera kann ihn der Rettungstaucher von Land aus steuern und über einen Lautsprecher dem Betroffenen zusprechen. Bisher sei es aber noch zu keinem solchen Einsatz gekommen, sagt Brandt.

    Ein Wasserrettungsroboter kann die Wasserwacht bei Einsätzen unterstützen

    Sein bevorzugtes Rettungsmittel bleibe deshalb weiterhin die Boje. Diese können Badegäste selbst erwerben. „Das empfehle ich wirklich jedem Schwimmer, der Langstrecken schwimmt“, sagt Brandt. Zur Demonstration bindet er sich den knallorangefarbenen Schwimmkörper um den Bauch. Beim Schwimmen bleibe die Boje an der Wasseroberfläche. Sollte man untergehen, stellt sie sich auf. So könne der Rettungstaucher auch vom Steg aus erkennen, wenn jemand Hilfe benötigt, und der Schwimmer in Not kann sich an etwas festhalten.

    Eine Boje kann Leben retten: Manuel Brandt zeigt, wie sie funktioniert.
    Eine Boje kann Leben retten: Manuel Brandt zeigt, wie sie funktioniert. Foto: Imke Rauhut

    Glücklicherweise kommen solche Einsätze selten vor. Die meisten Unfälle passieren nicht im Wasser. Glasscherben, Bienenstiche, Schwindel – das sei der Alltag, erzählt Brandt. Er erinnert sich an einen Vorfall, bei dem mehrere Menschen mit Fußverletzungen bei der Wasserwacht auftauchten. Nach einigem Suchen entdeckte er einen Haufen Glasscherben am Seeufer.

    Manchmal sind es auch Wertgegenstände, die gerettet werden müssen. Brandt erzählt von einem Gast, dem am Tag zuvor sein Handy vom Steg ins Wasser gefallen war. Der Rettungstaucher legte seine Ausrüstung an und ließ sich kopfüber ins Wasser gleiten. Tatsächlich konnte er das Mobilgerät aus dem Schlamm bergen – und es funktionierte noch. „Der war so dankbar, dass er zwei Kästen Bier und Spezi bezahlt hat“, sagt Brandt und lacht. Am liebsten seien ihm aber Tierrettungen: „Wenn sich ein Schwan irgendwo verhängt.“ Auch das gebe ihm das Gefühl, Gutes vollbracht zu haben.

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