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Wemding: Nach Scheinimpfungen in Wemding übernimmt Dr. Jakob Berger die Räume

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Nach Scheinimpfungen in Wemding übernimmt Dr. Jakob Berger die Räume

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    Dr. Jakob Berger ist der Sprecher der schwäbischen Hausärzte. Für den erfahrenen Mediziner, der in Herbertshofen im Landkreis Augsburg eine Praxis hat, führt nur eine Impfung aus dieser Corona-Krise.
    Dr. Jakob Berger ist der Sprecher der schwäbischen Hausärzte. Für den erfahrenen Mediziner, der in Herbertshofen im Landkreis Augsburg eine Praxis hat, führt nur eine Impfung aus dieser Corona-Krise. Foto: Marcus Merk

    Der neuen Hausarztpraxis von Dr. Jakob Berger in Wemding steht jetzt nichts mehr im Weg. Der Allgemeinmediziner hat nun auch passende Räume gefunden. Dabei wartet der Arzt mit einer ebenso überraschenden wie interessanten Nachricht auf.

    Berger entschied sich - wie gemeldet - vor ein paar Wochen, nicht mehr in Meitingen-Herbertshofen (Kreis Augsburg), sondern in Wemding zu praktizieren. Auslöser dafür war, dass die Behörden im Oktober die Praxis von Dr. Gerhard Holst schlossen. Der steht bekanntlich im Verdacht, reihenweise Corona-Scheinimpfungen vorgenommen zu haben. Weil ein Gericht gegen Holst inzwischen sogar ein vorläufiges Berufsverbot verhängte, stehen beziehungsweise standen in Wemding und dessen Umland schätzungsweise gut 1000 Patienten ohne Hausarzt da. Berger, der auch Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands ist, sah sich nach einigen Überlegungen und Gesprächen mit dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler (Donauwörth) in der Pflicht, die prekäre Versorgungslücke in der Wallfahrtsstadt selbst zu schließen - und wagt mit 71 Jahren dort einen Neuanfang.

    Landtagsabgeordneter vermittelt ersten Kontakt mit Holst

    Die nötige Zulassung ist Jakob Berger zufolge reine Formsache, sei die Region doch unterversorgt. Für den Hausarzt galt es deshalb in erster Linie, rasch geeignete Räumlichkeiten und das nötige Personal zu finden. Hier kam dem Mediziner der Gedanke, es bei Gerhard Holst zu probieren, dessen Praxisgebäude in der Bahnhofstraße in Wemding seit zwei Monaten aus bekannten Gründen verwaist ist. Berger wendete sich an den Abgeordneten Fackler: "Der hat dann den Erstkontakt vermittelt."

    Wemding: Ärzte führen mehrere Gespräche miteinander

    Holst zeigte sich offenbar gesprächsbereit. Jakob Berger berichtet, dass er den langjährigen Wemdinger Arzt schon lange kenne. Man habe sich "menschlich gut verstanden". In den vergangenen Wochen trafen sich die beiden Männer mehrmals. Die Gespräche hätten in einem "guten Klima" stattgefunden, und in der Sache sei man zügig vorangekommen, so Berger. Am Dienstagabend sei man sich einig geworden: Jakob Berger mietet die Praxisräume von Holst - und zwar unbefristet, wie der Allgemeinmediziner gegenüber unserer Redaktion erklärt.

    Weitere Gespräche in Wemding ergaben laut Berger, dass das Personal, das für Holst tätig war, künftig für ihn arbeiten wird. Unter diesen Voraussetzung sei es nach jetzigem Stand möglich, die Praxis am Montag, 3. Januar, zu eröffnen. Berger betont, dass er die Praxis nicht übernimmt, sondern "eine neue aufbaut".

    Was bei den Treffen nicht zur Sprache kommt: Holsts Verfehlungen

    Nicht zur Sprache gekommen seien bei den Treffen mit Holst dessen offensichtliche Verfehlungen und die daraus resultierenden juristischen Konsequenzen. "Das haben wir gar nicht thematisiert. Das muss er mit sich und mit den Behörden ausmachen." Berger sagt, er kenne die Beweggründe von Holst nicht. In einem Interview im Oktober hatte der Hausärzte-Sprecher gegenüber unserer Redaktion von "einem Trauerspiel" gesprochen, das schnell aufgeklärt werden müsse. Holsts mutmaßliches Verhalten habe "mit unserer medizinischen Ethik nichts zu tun". Durch solche "bedauerliche Einzelfälle" bleibe immer etwas am Ansehen der Hausärzte hängen.

    Wenn Jakob Berger in Wemding startet, will er in jedem Fall auch gegen Corona impfen: "Ich werde mich bemühen, Impfstoff zu kriegen."

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