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Energiesparmaßnahmen: Bayrische Städte ziehen positive Zwischenbilanz

Energiekrise

Bayrische Städte ziehen beim Energiesparen positive Zwischenbilanz

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    Die Stadt Augsburg sparte unter anderem Energie, indem das Rathaus nachts nicht mehr beleuchtet wurde.
    Die Stadt Augsburg sparte unter anderem Energie, indem das Rathaus nachts nicht mehr beleuchtet wurde. Foto: Annette Zoepf

    Als eine der ersten Städte Deutschlands hatte Augsburg bereits im Juni erste Maßnahmen zum Energiesparen beschlossen. So bleiben seitdem Fassaden von Rathaus und Perlachturm nachts dunkel, Brunnen wurden zeitweise abgestellt, das Wasser in Frei- und Hallenbädern kälter und die Raumtemperatur in öffentlichen Arbeitsstätten auf 19 Grad beschränkt. Bis Dezember wurde in den städtischen Liegenschaften dadurch zwischen acht und zehn Prozent weniger Strom und zwischen 15 und 20 Prozent weniger Gas verbraucht als im Vorjahr, teilt Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle mit. Für den größten Effekt sorgte das Abschalten der Fassadenbeleuchtung, rund 34 Prozent Strom wurde dadurch eingespart.

    Wie erfolgreich der gesamte Freistaat, inklusive Privatpersonen und Industrie, Energie gespart hat, dafür lasse sich noch kein allgemeingültiges Zeugnis ausstellen, sagt Detlef Fischer, Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserversorgung. Er betont: "Dass wir so glimpflich durch den Winter gekommen sind, ist zu einem bedeutenden Anteil auf die milde Witterung zurückzuführen." Außerdem trudelten bei vielen Kunden erst allmählich die Jahresendabrechnung ein, sodass sich ein realistisches Bild erst in den kommenden Wochen abzeichne.

    Stadtwerke Augsburg: Ergebnisse sind differenziert zu betrachten

    Im Hinblick auf das produzierende Gewerbe verweisen die Stadtwerke Augsburg außerdem auf einen weiteren Effekt, der bei der Interpretation der Einsparungen berücksichtigt werden müsse. "Sehr viele große Industriebetriebe haben ihre Energieversorgung von Gas auf andere Energieträger umgestellt. Das heißt: Hier fand oft eher eine Umstellung auf Alternativen statt und keine klassische Einsparung", sagt Pressesprecher Michael Schmeißner.

    In München blickt Oberbürgermeister Dieter Reiter bereits zufrieden auf die Wirkung der städtischen Sparmaßnahmen. Neben einem Absenken der Raumtemperatur setzte die Stadtverwaltung etwa auf eine gründliche Wartung aller Heizungsanlagen und auf den Austausch von Gaskesselanlagen. Ende Januar veranlasste Reiter die ersten vergleichenden Abrechnungen. Das Ergebnis: Im Vergleich zu den Vorjahren wurde seit September 20,5 Gigawattstunden Energie eingespart, dem Jahresverbrauch von 800 Vier-Personen-Haushalten. Der Stromverbrauch konnte um 4,4 Gigawattstunden gesenkt werden, dem Jahresverbrauch von 1.000 Vier-Personen-Haushalten.

    Energiemaßnahmen zeigen auch in kleineren Städten Wirkung

    Doch auch in kleineren Städten zeigen die Maßnahmen deutliche Effekte - so etwa in Donauwörth, Landkreis Donau-Ries. Dadurch, dass die Rathausfassade dunkel bleibt und die Raumtemperatur maximal 19 Grad beträgt, spart die Stadtverwaltung bislang 44 Prozent Energie ein, so die Pressestelle. Für die gesamte Heizsaison rechnet die Stadt mit einer Reduktion des Gasverbrauchs zwischen 18 und 20 Prozent. Wichtig ist jedoch: Hierbei handelt es sich um eine witterungsunbereinigte Prognose.

    In den städtischen Liegenschaften hätten die im September eingeführten Maßnahmen ursprünglich am 28. Februar auslaufen sollen. Die Bundesregierung warnt jedoch vor einer frühzeitigen Rückkehr zum Normalzustand. Auch wenn die Gasspeicher aktuell mit etwa 71 Prozent gut gefüllt sind, bleibe ein sparsamer Verbrauch wichtig - besonders als Vorbereitung auf den nächsten Winter. Daher sollen einige Maßnahmen - etwa das Verbot der Fassadenbeleuchtung und eine maximale Raumtemperatur von 19 Grad - bis zum 15. April fortgeführt werden. Viele Hallenbäder dürfen derweil wieder zum Normalbetrieb zurückkehren.

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