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Friedberg

20.10.2020

Im Januar startet der Umbau der Friedberger Bahnhofstraße

Die Sanierung der Bahnhofstraße in Friedberg geht Anfang 2021 los.
Bild: Michael Postl (Archiv)

Plus Fast eineinhalb Jahre ist die Bahnhofstraße zwischen Bauernbräustraße und Ludwigstraße komplett gesperrt. Die Stadt Friedberg will die Folgen abfedern.

Anfang 2021 beginnt die Umgestaltung der Friedberger Bahnhofstraße zwischen Bauernbräu- und Ludwigstraße. Wie das 3,3 Millionen Euro teure Projekt ablaufen soll und wie Anwohnern und Geschäftsleuten geholfen werden kann, darüber diskutierte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.

Eigentlich sollte das Projekt bereits im Jahr 2018 starten. Doch dann wurden die Umbaumaßnahmen auf 2021 verschoben. Zu knapp sei der Zeitrahmen bis zum Altstadtfest 2019 und der Landesausstellung 2020, argumentierte seinerzeit der Bürgermeister, und eine Mehrheit des Stadtrats folgte dieser Linie. Die Landesausstellung endet in Kürze, und das nächste Altstadtfest kommt 2022. Dieses Zeitfenster will die Stadt nützen und legte dafür diesen groben Zeitplan fest:

  • Januar bis Mai 2021: Kanal- und Wasserleitungsbau,
  • Juni und Juli 2021: Straßenrückbau und Erdarbeiten,
  • August und September 2021: Neubau der Sparten wie Strom, Telefon, Gas etc.,
  • Oktober bis Dezember 2021: Herstellung der ungebundenen Schichten, Pflasterarbeiten,
  • Januar und Februar 2022: Winterpause je nach Witterung,
  • März bis Mai 2022: Fertigstellung der Baumaßnahme.

Eineinhalb Jahre lang müssen also Anwohner, Geschäftsleute und Passanten der Bahnhofstraße mit erheblichen Einschränkungen leben. Der Abschnitt zwischen Bauernbräustraße und Ludwigstraße ist komplett für den Verkehr gesperrt, Autos werden über die Münchner Straße bzw. den Steirer Berg umgeleitet. Als Ersatz für die wegfallenden Pkw-Stellplätze wird der Parkplatz hinter der Post für Anwohner und Gewerbetreibende reserviert.

Änderungen bei den Stadtbuslinien in Friedberg

Auch für die AVV-Busse gibt es während der Bauzeit Änderungen. Auf der Linie 200 kann die Haltestelle Marienplatz in Richtung Park&Ride-Platz nicht mehr angefahren werden, weil es für den zehn Meter langen Bus aufgrund seiner Größe keine Umleitungsstrecke gibt. Er fährt vom Bahnhof direkt über den Steirer Berg und die Afrastraße zurück zur Endstation der Tram.

Der Midi-Bus der Linie 201 fährt vom Bahnhof aus durch die Jahnstraße zur Ludwigstraße und kann auch den Marienplatz ansteuern. Damit gibt es für die Dauer von fast eineinhalb Jahren nur einen 30-Minuten-Takt vom Marienplatz zum Park&Ride-Platz. Der Einsatz eines Pendelbusses, der alle 20 Minuten verkehrt, hätte der Stadt Mehrkosten von fast einer halben Million Euro beschert.

Die Buslinie 201 kann den Marienplatz während des Umbaus nicht mehr ansteuern.
Bild: Andreas Schmidt (Archiv)

Geld in die Hand nehmen will die Stadt allerdings für das sogenannte Baustellenmarketing. Fachleute gehen davon aus, dass solche innerstädtischen Bauprojekte Einbußen von bis zu 70 Prozent für den Einzelhandel mit sich bringen. Mit einem Baustellenmarketing können diese Folgen abgefedert werden - so wie es bereits beim Ausbau der Ludwigstraße im Jahr 2008 der Fall war. Dank der begleitenden Werbemaßnahmen habe sich das Gewerbesteueraufkommen aus der Innenstadt mitten in der seinerzeitigen Finanzkrise sogar erhöht, berichtete Bürgermeister Roland Eichmann ( SPD).

Citymanagerin Roß arbeitet mit dem Friedberger Aktiv-Ring zusammen

Citymanagerin Bianca Roß hat dazu bereits ein Konzept erarbeitet, das in Kooperation zwischen Stadt und Aktiv-Ring umgesetzt werden soll. Dazu gehört eine Kampagne mit Beratungsangeboten und Coaching für Einzelhändler und Gastronomen, Auskünfte für Hausbesitzer zu Fassaden- und Kellersanierung sowie Informationen für Anwohner. Ein Baustellen-Videotagebuch soll den Fortgang der Arbeiten dokumentieren. Geplant sind außerdem Gutscheinaktionen, Malwettbewerbe, Schaufensteraktionen und Baustellenpräsente für die Kunden. Ein Baustellenfest soll Identifikation und Teilhabe der Bürger an dem Projekt steigern. "Wir wollen die ganze Stadtgesellschaft einbinden, nicht nur die unmittelbar Betroffenen", sagte Roß.

Citymanagerin Bianca Roß will Anwohner und Geschäftsleute der Bahnhofstraße während des Umbaus unterstützen.
Bild: Bianca Roß (Archiv)

Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 76.000 Euro, darunter 30.000 Euro für eine externen Kraft, die Citymanagerin Roß und Aktiv-Ring bei der Umsetzung konkreter Events und Marketingprojekte unterstützen soll. Dafür gibt es Mittel aus der Städtebauförderung, und auch der Aktiv-Ring steuert 20.000 Euro bei.

Bahnhofstraße: Breite Zustimmung im Stadtrat von Friedberg

Im Stadtrat stieß dieses Konzept auf einhellige Zustimmung. "Ich bin froh, dass wir die Baumaßnahme jetzt beginnen können", sagte Thomas Kleist, Vorsitzender der Fraktion von CSU und FDP: "Das ist längst überfällig." Seit der Umgestaltung der Ludwigstraße seien zwölf Jahre vergangen, jetzt sei es Zeit für den nächsten Mosaikstein." Kleist hätte den Bus der Linie 201 lieber über die Münchner Straße als über die Jahnstraße geführt, dies brächte jedoch laut Bürgermeister Eichmann wegen der längeren Fahrtzeit die gesamte Taktung durcheinander.

SPD-Fraktionschefin Ulrike Sasse-Feile begrüßte das nachhaltige Konzept und das kooperative Zusammenspiel zwischen Stadt und Aktiv-Ring. Sie regte an, dass die Stadt nun auch über eine Mitgliedschaft in der Werbegemeinschaft nachdenken solle. Claudia Eser-Schuberth (Grüne) bezeichnete das Baustellenmarketing als positive Sache. Angesichts der Umbaukosten sei dafür nur eine geringe Summe nötig.

Stadt Friedberg will Schleichverkehr unterbinden

Johannes Hatzold (Freie Wähler) regte an, die Parallelstraßen gleich von Anfang an als Anwohnerstraßen auszuweisen, um Schleichverkehr zu unterbinden. "Wenn wir Schilder aufstellen, dann müssen wir das auch kontrollieren", sagte Bürgermeister Eichmann dazu. Sollten jedoch während der Bauzeit Auffälligkeiten zu beobachten sein, werde man reagieren. Dazu finden bereits Verkehrszählungen in der Haagstraße, der Jahnstraße und der Gabelsbergerstraße statt, um Vergleichswerte unter Normalbedingungen zu erhalten.

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