Rechtzeitig zur sich wieder verschärfenden Pandemiesituation meldet sich das Bürgernetz für Mering und Merching mit einem neuen Angebot. Ab sofort bietet es in Zusammenarbeit mit der Bücherei Mering einen Lieferdienst für Bücher an. Menschen, die aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen- oder anderen Hinderungsgründen nicht selbst zur Buchausleihe gehen können, haben nun die Möglichkeit, sich ihre Bücher vom Bürgernetz nach Hause bringen zu lassen.
Brunhilde Waeber ist froh über das Angebot, das ihr von Doris Gerlach als Initiatorin übermittelt wurde. "Das ist eine gute Sache, die wir uns schon längst gewünscht hatten, aber aus Personalgründen nicht selbst realisieren können." Wer einen Lesewunsch hat, nimmt mit dem Team der Bücherei Kontakt auf und bestellt seinen Lesestoff. Dies geht telefonisch unter der Nummer 08233/7395025 oder auch per E-Mail an buecherei-mering@gmx.de. Auch wer noch keinen Büchereiausweis hat, kann sich auf diesem Wege anmelden. Auf dieser Internetseite ist der Buchkatalog einzusehen.
Bürgernetz-Fahrer bringen Bücher und Zeit mit
Ein Bürgernetz-Fahrer bringt den Lesestoff dann nach Hause und holt ihn auch wieder ab. "Die Mitglieder vom Lieferdienst nehmen sich auch gerne Zeit für Sie", verspricht Vorstandsmitglied Josef Gerner. Einige Monate lagen die beliebten Freizeitangebote des Bürgernetzes coronabedingt auf Eis und auch der Fahrdienst beschränkte sich auf wenige absolut notwendige Touren. Nach den Sommerferien schaltete das Ehrenamtlichen-Netzwerk allmählich wieder auf Normalbetrieb.
Die beliebten Busfahrten zu Ausflugszielen mit bis zu 50 Teilnehmern wurden zwar noch nicht wieder durchgeführt, aber Christine Garbade mit ihrer Wandergruppe lud wieder einmal monatlich zu ihren Tagestouren. Unter Beachtung der Corona-Hygienemaßnahmen aktivierte Angelika Luichtl erneut den beliebten Stricktreff. Allerdings konnte dieses offene Handarbeiten aufgrund der Schutzmaßnahmen für die Bewohner nicht mehr wie bisher in der Tagespflege Ederer stattfinden, sondern wurde in die Räume der Sozialstation verlegt. Auch eine Sitzyoga-Stunde wurde dort angeboten.
Die derzeitige Entwicklung bringt es jedoch mit sich, dass Präsenzveranstaltungen trotz Abstandsregelungen ab sofort bis auf Weiteres nicht mehr stattfinden können. Dies betrifft auch die Veranstaltung "Freude am Malen – mit Farben gestalten" von Ute E. Kürten und Gitti Baier. Ein Glück, dass die Gruppe in den vergangenen Wochen noch sehr kreativ war. Denn es galt, mit gemalten Bildern für den Jahreskalender ein Projekt des Landratsamtes Aichach-Friedberg zu unterstützen. Im Rahmen der Initiative "Unser Soziales Bayern: Wir helfen zusammen!" ist diese Weihnachtsaktion für Risikogruppen gedacht, die coronabedingt auf Besuche oder ehrenamtliche Unterstützung vor Ort verzichten müssen.
Malgruppe im Meringer Bürgernetz gestaltet Kalender
In Mering kam man auf das Bürgernetz zu, um jedem Bewohner in allen drei Senioreneinrichtungen zu Weihnachten einen Jahreskalender zu überreichen. Rund 190 Kalender sind als Geschenk für Heimbewohner reserviert. Die Druckkosten werden aus dem Projekttopf des Landratsamtes finanziert. Mit Unterstützung des Meringer Grafikbüros Benseler entsteht somit der Jahreskalender 2020 des Bürgernetzes, und die Malgruppe hat dafür Aquarelle mit Motiven aus Mering, Merching und Kissing gestaltet.
Coronabedingt heruntergefahren werden musste auch der Besuchsdienst, vor allem für Menschen in Pflegeheimen. Die Einrichtungen selbst schützen sich, indem sie seit dem Lockdown im März keine Ehrenamtlichen mehr hineinlassen. Menschen zu Hause, die sich alleine fühlen und Ansprache suchen, können sich jedoch beim Bürgernetz melden. "Die Hygieneregeln werden natürlich bei allen Besuchen beachtet", versichert Josef Gerner vom Bürgernetz-Vorstand. Auch wer handwerkliche Hilfe oder einen Fahrdienst benötigt, kann anrufen.
Vor fünf Jahren rief das Bürgernetz Mering eine Telefonkette ins Leben
Einige Bürgernetz-Fahrer sind auch für Besucher der Meringer Tafel im Einsatz. Hier ging man in den letzten Monaten dazu über, nur einzelne Fahrgäste zu befördern und für andere Kunden die Waren an der Tafel abzuholen und zu liefern. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation werden derzeit vom Fahrdienst nur noch wirklich notwendige Fahrten zu Ärzten und Therapeuten durchgeführt und Berechtigte durch den Tafelbringdienst beliefert. Ein Personentransport zur Tafel findet nicht mehr statt. Lebensmittel und Arzneimittel können besorgt und gebracht werden. Die Rufnummer des Fahrdienstes ist 0151/63420805.
"Bei allen unseren Angeboten dürfen wir allerdings nicht außer Acht lassen, dass nicht nur unsere Klientel alters- und gesundheitsbedingt zur Risikogruppe gehört, sondern auch ein Großteil unserer Ehrenamtlichen", betont Fahrdienstkoordinator Hermann Klemmt. Denn fast alle Aktiven sind im Rentenalter. Wer sich nicht mehr traut, einen Ehrenamtsdienst zu übernehmen, wird darum auch derzeit nicht eingesetzt.
Einen kontaktfreien wertvollen Dienst hat das Bürgernetz Mering zudem bereits vor knapp fünf Jahren mit der Telefonkette ins Leben gerufen. In Mering wurde dieses Modell leicht abgewandelt. Derzeit gibt es zwei Telefonkreise à fünf Personen, die von Heidi Molnar und Cäcilie Köhler als Koordinatoren betreut werden. Der tägliche Anruf in der Früh und ein fröhliches "Wie geht's?" gibt vielen eine beruhigende Sicherheit.
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