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Das ist die Geschichte der Legeips-Kutschenuhr aus Friedberg

Friedberg

Diese besondere Kutschenuhr ist eines der Herzstücke der Dauerausstellung

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    Im ersten Teil der Serie "Museumsschätze" der Friedberger Allgemeinen und des Museums im Wittelsbacher Schloss stellt Jörg Adam ein ganz besonderes Stück vor: die Kutschenuhr von Legeips.
    Im ersten Teil der Serie "Museumsschätze" der Friedberger Allgemeinen und des Museums im Wittelsbacher Schloss stellt Jörg Adam ein ganz besonderes Stück vor: die Kutschenuhr von Legeips. Foto: Andreas Brücklmair

    Das Herzstück der Dauerausstellung im Museum im Wittelsbacher Schloss sind ohne Zweifel die prächtigen Uhren, die im 17. und 18. Jahrhundert von Friedberger Uhrmachern hergestellt wurden. Berühmt waren sie vor allem für Kutschenuhren wie dieses besonders schöne Exemplar aus dem Museum: die Legeips-Kutschenuhr. Das ist seine Geschichte.

    In ganz Europa, bis an den Hof der Zarin in St. Petersburg, wurden Friedberger Kutschenuhren geschätzt. Diese heute nicht mehr gebräuchlichen Uhren, die wie aufgeblasene Taschenuhren aussehen, wurden auf Reisen verwendet: Bei der Fahrt in engen und finsteren Kutschen auf schlecht befestigten Wegen benötigte man robuste und gut lesbare Uhren – und fraglos konnte man die Mitreisenden mit einem solchen Schmuckstück beeindrucken.

    Friedberger Uhrmacher ist mit der Gravur seiner Kutschenuhr besonders findig

    Aber handelt es sich bei dieser Uhr überhaupt um ein Friedberger Modell? Wie moderne Firmen heute ein wiedererkennbares Logo haben oder Künstler ihr Bild signieren, wurde sie mit dem Namen des Herstellers und dem Herstellungsort graviert: „Jos. Legeips“ und „London“. Ist dem Museum hier also ein Fehler unterlaufen?

    Im ersten Teil der Serie "Museumsschätze" der Friedberger Allgemeinen und des Museums im Wittelsbacher Schloss stellt Jörg Adam ein ganz besonderes Stück vor: die Kutschenuhr von Legeips.
    Im ersten Teil der Serie "Museumsschätze" der Friedberger Allgemeinen und des Museums im Wittelsbacher Schloss stellt Jörg Adam ein ganz besonderes Stück vor: die Kutschenuhr von Legeips. Foto: Andreas Brücklmair

    Das Gegenteil ist der Fall: Die hiesigen Uhrmacher waren mit einem raffinierten Geschäftssinn ausgestattet. Uhren aus London waren im 18. Jahrhundert das, was man heute die „Premiummarke“ nennen würde – selbst die hochwertigen Uhren der Friedberger konnten mit diesem Renommee nicht mithalten. Also begingen sie Produktpiraterie, wie man es heute nennen würde, und gravierten „London“ oder „Paris“ auf die Uhrwerke. Auf diese Weise konnten sie noch mehr Geld dafür verlangen.

    Die Geschichte hinter der Legeips-Kutschenuhr: Aus „Joseph Spiegel“ wird „Jos. Legeips“

    Gleichzeitig war den Friedbergern bewusst, dass man in London oder Paris nicht unbedingt auf ihre in Bayern üblichen Namen hörte – man brauchte also ein Pseudonym. Da ließ ihr Einfallsreichtum aber schon nach: Die meisten Friedberger Uhrmacher buchstabierten ihre Namen in der Gravur einfach rückwärts. „Wagner“ wird zu „Rengaw“, „Heckel“ zu „Lekceh“ – und „Spiegel“ eben zu „Legeips“.

    „Jos. Legeips“ aus „London“ war also niemand anderer als Joseph Spiegel aus Friedberg (1706–1760), der diese schöne Uhr um das Jahr 1750 in seiner Werkstatt in der Gassnergasse herstellte. Sie erinnert somit nicht nur an die Glanzzeit Friedbergs, sondern auch daran, dass man es immer schon mit der Moral nicht so genau nahm, wenn sich der Gewinn steigern lässt.

    „Museumsschätze“ – das ist rund um die Serie geplant

    In losen Abständen stellt Jörg Adam besondere Exponate aus der Dauerausstellung oder dem Depot vor. Was ist ihre Geschichte? Warum ist das Ausstellungsstück für Friedberg besonders? Diese und weitere Fragen sollen interessierte Leserinnen und Leser erfahren.

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