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Das steckt hinter dem Pfeifenkopf aus Porzellan

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Porzellanpfeife im Depot: (Rauch-)Zeichen einer Männerfreundschaft

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    Der Pfeifenkopf aus Porzellan war ein beliebtes Souvenir. Dieses Exemplar im Depot des Museums im Wittelsbacher Schloss zeigt eine Abbildung von Friedberg aus dem Jahr 1829.
    Der Pfeifenkopf aus Porzellan war ein beliebtes Souvenir. Dieses Exemplar im Depot des Museums im Wittelsbacher Schloss zeigt eine Abbildung von Friedberg aus dem Jahr 1829. Foto: Jörg Adam

    Schon seit dem frühen 20. Jahrhundert befindet sich diese Porzellanpfeife in der Sammlung des Museums im Wittelsbacher Schloss – zweifellos wegen des Motivs auf dem Pfeifenkopf: eine kunstvoll in Miniatur gemalte, goldumrandete Ansicht der Stadt Friedberg. Wirft man einen genaueren Blick auf das Objekt, lassen sich Spuren einer Freundschaft rekonstruieren, die eigentlich ins benachbarte Augsburg führen.

    Der Pfeifenkopf aus Porzellan zeigt eine Abbildung von Friedberg aus dem Jahr 1829

    Tabakspfeifen aus Porzellan waren meist aus mehreren Teilen zusammengesetzt: Der Pfeifenkopf aus Porzellan mit einem Pfeifendeckel aus Metall, dazu der sogenannte Wassersack und ein gedrechseltes Holzrohr mit einem Mundstück. Der Tabak wurde im Pfeifenkopf verbrannt, im Wassersack setzte sich das Kondenswasser ab, so dass der trockene Rauch durch das Rohr eingesogen werden konnte.

    Während die anderen Teile mehr oder weniger austauschbar waren, boten Pfeifenköpfe Gelegenheit zur individuellen Gestaltung. Sie waren beliebte Souvenirs, Zeichen von Zugehörigkeit – etwa bei Studentenverbindungen – oder Freundschaftsgeschenke. So auch dieser Pfeifenkopf, der auf der Rückseite folgende Gravur trägt: „Carl von Schüle seinem treuen Freunde M. C. du Val“.

    Schon seit dem frühen 20. Jahrhundert befindet sich diese Porzellanpfeife in der Sammlung des Museums.
    Schon seit dem frühen 20. Jahrhundert befindet sich diese Porzellanpfeife in der Sammlung des Museums. Foto: Jörg Adam

    Mit Hilfe des Stadtarchivs Augsburg ließen sich diese „treuen Freunde“ näher bestimmen: Carl von Schüle war von 1831 bis 1838, als er mit 52 Jahren starb, in Augsburg gemeldet. Es findet sich auch ein Maximilian Carron du Val, der von 1826 bis zu seinem Tod 1870 in Augsburg lebte und der Bruder des Augsburger Bürgermeisters Richard Carron du Val war. Der Vater, Anton Carron du Val, wirkte als Landrichter in Friedberg.

    Weitere Zeichen deuten auf eine enge Männerfreundschaft hin

    So kann man davon ausgehen, dass die Freundschaft der beiden und damit dieses Geschenk in die 1830er Jahre fiel. Dazu passt, dass die Friedberger Stadtansicht auf dem Pfeifenkopf von einer Lithographie aus dem Jahr 1829 abgemalt wurde, die damals verbreitet war. Neben der Gravur deuten auch weitere Details auf die enge Männerfreundschaft der beiden Junggesellen hin: Auf dem Pfeifendeckel ist Wilhelm Tell beim Apfelschuss dargestellt, was in diesem Kontext für Treue und Vertrauen steht. Außerdem symbolisieren zwei umwickelte Holzeicheln an der Schnur des Pfeifenrohrs ebenfalls Treue und Beständigkeit. Warum Friedberg als Motiv für das Freundschaftsgeschenk gewählt wurde? Darüber kann man nur spekulieren.

    „Museumsschätze“ – das ist rund um die Serie geplant

    In losen Abständen stellt Jörg Adam besondere Exponate aus der Dauerausstellung oder dem Depot vor. Was ist ihre Geschichte? Warum ist das Ausstellungsstück für Friedberg besonders? Diese und weitere Fragen sollen interessierte Leserinnen und Leser erfahren.

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