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Friedberg: Rundgang zeigt: Die neue Vinzenz-Pallotti-Schule wird ein Vorzeige-Bau

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Rundgang zeigt: Die neue Vinzenz-Pallotti-Schule wird ein Vorzeige-Bau

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    Manuel Hitzler und Rainer Hurler vom Landratsamt sowie Bauleiter Dominik Endres beim Baustellenrundgang vor der Vinzenz-Pallotti-Schule. Die Fassade ist aus hellen Klinkersteinen.
    Manuel Hitzler und Rainer Hurler vom Landratsamt sowie Bauleiter Dominik Endres beim Baustellenrundgang vor der Vinzenz-Pallotti-Schule. Die Fassade ist aus hellen Klinkersteinen. Foto: Ute Krogull

    Wer am Friedberger Volksfestplatz vorbeikommt, sieht, dass der Neubau der Vinzenz-Pallotti-Schule weit vorangeschritten ist. Aber erst bei einem Baustellenrundgang erschließen sich die vielen Besonderheiten des aktuell größten Bauprojekts des Landkreises. Diese reichen von der Klinker-Fassade über die theaterähnliche Aula, Räumen im Untergeschoss rund um einen großen Innenhof bis zur raffinierten Kühlung.

    Januar 2020 war Spatenstich, 34,5 Millionen Euro betragen die Baukosten, 15.000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, es entstehen Räumlichkeiten für 250 Kinder plus eine Doppelturnhalle. Während andere Projekte sich verzögern, die Preiskurve nach oben zeigt, ist an der Pallotti-Schule fast alles im Plan, obwohl es auch hier Probleme zu bewältigen gab. Rainer Hurler, Leiter der Bauabteilung am Landratsamt, Manuel Hitzler, Sachgebietsleiter Hochbau der Behörde, sowie Bauleiter Dominik Endres (Endres + Tiefenbacher Architekten) erklären vor Ort, wie das funktioniert.

    Es entstehen ein zweigeschossiges barrierefreies Schulgebäude mit 20 Klassenzimmern plus Differenzierungsräumen sowie eine Doppelturnhalle. Auch Platz für die Mittagsversorgung und den Ganztagsunterricht ist vorhanden auf den 6670 Quadratmetern im Schulgebäude plus 1830 Quadratmetern in der Doppel-Sporthalle, die auch Vereine nutzen können. Für die Gestaltung zeichnet die Architektei Mey (Frankfurt) verantwortlich.

    Durch eine vergleichsweise lange Vorlaufzeit sei es gelungen, das Großprojekt in schwierigen Zeiten gut durchzuführen, sagen die drei Verantwortlichen. Doch auch eine Portion Erfahrung aller Beteiligten sowie Kreativität bei Problemlösungen gehörten dazu. Politische Gremien, Schulleitung, Verwaltung, Bauleitung, Fachplaner und Unternehmen arbeiteten eng zusammen. Bauleiter Endres beschreibt es "wie ein gutes Orchester: Jeder muss mitspielen - und richtig spielen".

    Viele Friedberger Firmen sind beim Neubau der Pallotti-Schule vertreten

    Als positiven Faktor sehen alle drei, dass ein hoher Anteil von Firmen aus Friedberg und Umgebung kommt. "Das ist eine ganz andere Zusammenarbeit", meint Hitzler. Ganz ohne Probleme lief es trotzdem nicht, so geriet der Außenanlagenbauer in Insolvenz. Die Neu-Ausschreibung führte sowohl zu einer Teuerung als auch zu einer Verzögerung. So wird heuer nur der Untergrund des Hartplatzes hergerichtet; das Rasenspielfeld kann erst nächstes Jahr fertig werden.

    Bereits gut zu sehen ist dagegen die Fassade aus weißem Klinker. Vorteil des für unsere Region ungewöhnlichen Baumaterials sind seine Resistenz und Haltbarkeit. Im Inneren zieht sich in Sporthalle und Schulhaus ein einheitliches gestalterisches Konzept durch: pflegeleichter Sichtbeton, in den Fluren graue Steinfliesen, Teppich in den Klassenzimmern, in einigen Räumen (etwa Mensa) Parkett, alles abgesetzt mit Holz. "Farbe sollen diejenigen hineinbringen, die das Gebäude beleben", erläutert Rainer Hurler. Doch eintönig ist der Bau nicht, im Gegenteil: Die Sanitärräume sind zum Beispiel in kunterbunten Farben gehalten, die in Abstimmung mit der Schulleitung ausgesucht wurden.

    Die Aula der Pallotti-Schule kann auch für Theateraufführungen und andere Schulveranstaltungen genutzt werden.
    Die Aula der Pallotti-Schule kann auch für Theateraufführungen und andere Schulveranstaltungen genutzt werden. Foto: Ute Krogull

    Herzstück des Schulgebäudes ist die Aula. Treppen senken sich wie in einem Amphitheater (allerdings nicht im Halbkreis) auf eine Fläche, die mit Glasflächen über zwei Etagen mit dem Innenhof verbunden ist, der im Untergeschoss liegt und um den sich Funktions- und Werkräume gruppieren. Ein Steg führt auf der anderen Seite der Aula über den Raum. Um ihn für Schulspiel gut auszustatten, wurde sogar ein Bühnentechniker engagiert. Die Unterbringung von Räumen im Souterrain bewirkt, dass das Schulgebäude von außen weit weniger klotzig wirkt.

    Ebenfalls im Erdgeschoss liegt (außer Räumen für Schulleitung, Sekretariat und Lehrerschaft) die Ganztagsbetreuung. Der Aufenthaltsraum mit hochakustischer Schallschutzdecke führt zu den Sportflächen. Die Mensa erhält eine Cateringküche sowie - hier ging man auf die Besonderheit des Förderzentrums ein - eine Nische, in welcher Ehrenamtliche täglich vor Schulbeginn Frühstück für die Kinder zubereiten.

    So bleibt die Friedberger Vinzenz-Pallotti-Schule bei Hitze kühl

    Die Klassenzimmer liegen hauptsächlich im ersten Stock. Gleich vier Treppenhäuser entzerren den Schülerfluss und machen Außentreppen als zweiten Fluchtweg überflüssig. Die Klassenzimmer sind paarweise angeordnet, mit einem gemeinsamen Differenzierungsbereich dazwischen. Jeweils "über Kreuz" befinden sich kleine Gruppenräume. Praktisch: Die Lehrkräfte können sie durch verglaste Flächen im Auge behalten.

    Sowohl Schulhaus als auch Turnhalle haben nahezu Effizienzhausstandard, die Flachdächer werden begrünt und mit Photovoltaikanlagen bestückt. Es gibt eine Pelletheizung plus Gas für Spitzenzeiten. Eingebaut ist außerdem eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Von einer Klimaanlage hat man abgesehen, doch zwei weitere Besonderheiten sorgen dafür, dass die Kinder im Sommer nicht ins Schwitzen geraten: Neben den großen Glasfenstern sind schmale Lamellen-Fenster eingebaut. Sie lassen sich einbruchsicher zentral gesteuert nach außen kippen, sodass die Gebäude nachts auskühlen. Durch die gute Isolierung halten sie diese Kühle dann auch tagsüber gut.

    Die Bäume auf dem Areal der neuen Friedberger Pallotti-Schule bleiben trotz Baustelle stehen.
    Die Bäume auf dem Areal der neuen Friedberger Pallotti-Schule bleiben trotz Baustelle stehen. Foto: Ute Krogull

    Dafür, dass es von Anfang an auch im Außenbereich kühl ist, sorgt, dass die Baumgruppe, die wie ein Wäldchen zwischen den Gebäuden steht, erhalten wurde. Sie ist ober- und unterirdisch gegen Beschädigungen gesichert. Im nächsten Frühling können die Schüler schon verfolgen, wie die Blätter bunt werden: Der Umzug ist zum Jahreswechsel geplant. Danach machte die jetzige Schule nahe Herrgottsruh Wohnbebauung Platz.

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