Wenn Franziska Mayr von Judo spricht, dann spricht sie nicht nur von Wettkämpfen und Gewichtsklassen. Sie spricht von Gemeinschaft, Zusammenhalt und davon, wie der Sport Menschen prägt. „Das Beste am Judo ist die Gemeinschaft“, sagt die 25-Jährige aus Rinnenthal, die inzwischen in Augsburg lebt. „Meine besten Freundinnen habe ich dort kennengelernt. Gemeinsam macht man viele Ausflüge, fährt zu Wettkämpfen und unterstützt sich gegenseitig.“
Seit mittlerweile 15 Jahren steht Mayr auf der Matte. Angefangen hat alles eher pragmatisch: „Mit zehn Jahren hat unser Papa uns einfach mit ins Judo genommen, damit die Mama mal ihre Ruhe hat“, erzählt sie lachend. Kein Wunder also, dass der Sport schnell zum Familienprojekt wurde. Ihr Vater ist Trainer, auch ihre Brüder sind im Judo aktiv. Heute kämpft Franziska Mayr für die Sportfreunde Friedberg – und das erfolgreich. Seit drei Saisons tritt sie mit dem Friedberger Team in der Landesliga an, seit diesem Jahr sogar in der Bundesliga mit der Damenmannschaft des SG Eltmann. In der Landesliga läuft es aktuell hervorragend: Sechs Begegnungen hat das Team 2026 bislang absolviert, nur eine davon ging verloren. Das große Ziel: weiter wachsen und langfristig der Aufstieg in die Bayernliga.
Franziska Mayr hat das Frauen-Judo in Friedberg entscheidend mit angeschoben
Dabei war es gerade Mayr, die das Frauen-Judo in Friedberg entscheidend mit angeschoben hat. Gemeinsam mit Kämpferinnen aus umliegenden Vereinen entstand eine Mannschaft, die inzwischen schwabenweit Aufmerksamkeit erregt. Während in der Bundesliga das sportliche Niveau und der Fokus auf den einzelnen Kampf dominieren, schätzt Mayr an der Landesliga vor allem die besondere Atmosphäre. „Da geht es auch um den Spaß und die Gruppe. Niederlagen fängt das Team gemeinsam auf.“
Trotz ihrer Erfahrung ist die Nervosität vor Wettkämpfen geblieben. „Vor einem Kampf bin ich immer sehr aufgeregt“, gibt sie zu. Doch sobald die Mannschaft gemeinsam ihren Kampfruf anstimmt, kehrt die Ruhe zurück. Der Ablauf eines Wettkampftages ist dabei streng getaktet: gemeinsame Anreise, Wiegen, Aufwärmen – und schließlich kämpft jede Athletin einzeln gegen ihre Gegnerin. Am Ende zählt die Leistung der gesamten Mannschaft.
Mayr selbst startet in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm. Neben den Mannschaftswettbewerben tritt sie auch bei Einzelturnieren an und wurde bereits oberbayerische Meisterin. Ihr großes sportliches Vorbild ist die deutsche Spitzensportlerin Anna-Maria Wagner. Dass sie im Judo erfolgreich ist, liegt nicht nur an ihrer körperlichen Fitness: Natürlich brauche man auch Willen, Kampfgeist und Kraft – aber gerade im Judo sei Technik entscheidend, sagt Mayr.
Der Sport bestimmt einen großen Teil ihres Alltags. Dienstags und donnerstags steht Judotraining auf dem Programm, mittwochs Volleyball, freitags Tennis mit ihrem Freund und sonntags zusätzliche Workouts. Ganz neu hat sie sogar begonnen, Saxophon zu lernen. „Es ist schon stressig, das muss man mögen“, sagt sie. Gleichzeitig sei der Sport aber der perfekte Ausgleich: „Man kann dabei einfach den Kopf freibekommen.“ Auch beruflich bleibt wenig Zeit. Deshalb arbeitet Mayr aktuell nicht regelmäßig als Trainerin, hilft aber spontan als Vertretung aus.
Gelegenheit, die Friedberger Judoka live zu erleben
Dafür organisiert sie viele Dinge rund um die Wettkämpfe der Mannschaft: Wer fährt mit? Wann trifft man sich? Wer kämpft in welcher Gewichtsklasse? Besonders wichtig ist ihr, junge Frauen für den Sport zu begeistern. „Jeder, der Interesse hat, soll einfach mal vorbeikommen und schnuppern“, sagt sie. Ihr Rat an Mädchen ist dabei klar und direkt: „Mädels, traut euch – raufen tut gut.“ Die nächste Gelegenheit, die Friedberger Judoka live zu erleben, gibt es am 21. Juni beim letzten Kampftag der Landesliga in Friedberg.
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