Friedberg: Nach Unfall auf der B17: So trauert Friedberg um die Todesopfer
Friedberg
Nach Unfall auf der B17: So trauert Friedberg um die Todesopfer
Bei einem schweren Unfall bei Landsberg sind eine Mutter und ihre beiden Töchter aus Stätzling ums Leben gekommen. Die Anteilnahme in Friedberg ist überwältigend.
Trauer um die Todesopfer des schweren Unfalls auf der B17 bei Denklingen: Vor dem Gebäude der Feuerwehr Stätzling wurden Kerzen, Blumen und Andenken aufgestellt.Foto: Magdalena Nilles
Vor die Eingangstür des Feuerwehrhauses im Friedberger Ortsteil Stätzling haben Menschen Rosen, Kerzen und ein Plüschtier gelegt – Symbole der Anteilnahme an einem Ort der Trauer. Trauer um die Opfer des Unfalls an der B17 im Landkreis Landsberg, der vier Menschenleben forderte. Trauer, die weit über die Grenzen Friedbergs hinausgeht.
Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B17 sind am Mittwochnachmittag bei Denklingen vier Menschen ums Leben gekommen. Ihr Wagen kollidierte mit einem entgegenkommenden Sattelzug.Foto: Julian Leitenstorfer
Am Mittwochnachmittag waren eine 49-jährige Frau aus Stätzling, ihre beiden Töchter im Alter von zwölf und 14 Jahren sowie eine Freundin der Mädchen, ebenfalls 14 Jahre alt aus Augsburg, auf der Bundesstraße zwischen Schongau und Landsberg verunglückt. Aus ungeklärter Ursache kam die Fahrerin bei der Rückkehr von einem Ausflug von der Spur ab und fuhr frontal in einen entgegenkommenden Lkw. Die Insassinnen des Autos starben noch an der Unfallstelle.
Unfall auf der B17: Mädchen waren Mitglieder der Feuerwehr in Stätzling
Viele Menschen in Friedberg und weit darüber hinaus kennen die Familie, die eng ins Dorfleben eingebunden war. Die beiden Mädchen, die auf eine Schule in Augsburg gingen, waren Mitglieder der Stätzlinger Feuerwehr, die Mutter, von Beruf Lehrerin an einer Friedberger Schule, war Fördermitglied der Feuerwehr. Dementsprechend groß sind der Schock und die Anteilnahme. Bürgermeister Roland Eichmann ordnete am Donnerstag Trauerbeflaggung vor dem Rathaus an, der Stadtrat gedachte der Toten zu Beginn seiner Sitzung.
Auch Eichmann kennt die verstorbene Frau sowie deren Ehemann und sagt: „Das ist eine Tragödie für beide Familien, für die Feuerwehr eine ganz schwere Situation, weil die Familie dort eng eingebunden war, und für die Stadt ein großer Verlust, weil eine aktive und engagierte Familie zerstört wurde.“ Seine große Anteilnahme gilt wie die vieler Menschen dem Vater. „Das ist eine Situation, die man sich nicht vorstellen kann.“
In den sozialen Medien ist die Anteilnahme ebenfalls groß. Zahlreiche Feuerwehren im Landkreis und auch Landrat Klaus Metzger bekunden dort ihr Mitgefühl. Als Zeichen der Verbundenheit sind die Einsatzfahrzeuge mit schwarzem Trauerflor unterwegs. „Uns fehlen die Worte, um diesen Schicksalsschlag zu beschreiben. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Verstorbenen“, schreibt die Freiwillige Feuerwehr Stätzling auf Facebook. „Die Kameradschaft bei der Feuerwehr ist etwas ganz Besonderes. Umso schmerzhafter ist es, wenn jemand aus unseren Reihen uns verlässt.“
Kommandant Jürgen Maier spürt die Betroffenheit der Menschen im Landkreis. Bewegt sagt er: „Die Feuerwehr ist eine Familie, das zeigt sich besonders in diesen Tagen.“ Als eine solche Familie präsentiert sich die Feuerwehr nun mehr denn je. Wie man mit der Trauerbewältigung weiter umgeht, kann Maier aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht sagen. „Ob wir direkt an der Beerdigung teilnehmen können, weiß ich nicht. In irgendeiner Form werden wir aber anwesend sein.“
Normalerweise seien Vertreter der Feuerwehr immer zugegen, wenn Mitglieder beerdigt werden, sagt auch Christian Happach. Auch den Kreisbrandrat überwältigt die tiefe Betroffenheit im Landkreis: „Man kennt sich. Da ist die Anteilnahme groß und man gedenkt der Verunglückten.“
Das tut auch die evangelische Gemeinde in Friedberg, deren Mitglieder die Verstorbenen waren. Die Pfarrer Nina und Falko von Saldern sind entsetzt über die schreckliche Nachricht. Nina von Saldern betreute eines der verunglückten Mädchen als Konfirmandin. „Wir werden für die anderen Konfirmanden am Sonntag die Kirche Zum Guten Hirten öffnen, um sie Abschied nehmen zu lassen.“
Trauer in Friedberg: Pfarrer bieten Jugendlichen besondere Betreuung
Da die Teenager eine besondere Betreuung brauchen, beraten die Pfarrer, wie sie diese leisten können. Zudem planen sie, kommende Woche die Kirche Zum Guten Hirten für zwei Stunden für Trauernde zu öffnen. Nach der ersten und der zweiten Stunde soll es eine kurze Andacht geben. „Alles muss jedoch unter Einhaltung der Hygieneregeln geschehen“, sagt Pfarrer von Saldern. Auch für den 11-Uhr-Gottesdienst sei eine Andacht geplant. Eine Möglichkeit, den Gefühlen über das Unfassbare Ausdruck zu geben.