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Friedberger See: Neue Parkordnung für Wohnmobile bis September

Friedberg

Stellplatz am See: Statt wild auf der Wiese parken Wohnmobile auf dem Parkplatz

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    Das Ehepaar Claudia und Marco Wagner (hintere Reihe von links) besucht die befreundete Familie Bindhammer in Friedberg. Wagners nutzen den neuen Wohnmobil-Stellplatz am See.
    Das Ehepaar Claudia und Marco Wagner (hintere Reihe von links) besucht die befreundete Familie Bindhammer in Friedberg. Wagners nutzen den neuen Wohnmobil-Stellplatz am See. Foto: Michael Eichhammer

    Der Friedberger See ist ein beliebtes Sommerziel. Auch Camper fühlen sich von der idyllischen Lage angezogen. Wildcamper auf den Parkwiesen sorgten in den vergangenen Jahren für Unmut unter Badegästen. Dieses Jahr wurden 14 kostenpflichtige Wohnmobil-Stellplätze auf dem asphaltierten Parkplatz ausgewiesen. Wir haben uns vor Ort umgeschaut und umgehört, wie es läuft.

    Ursprünglich hatte der Stadtrat einen kostenpflichtigen Interimsparkplatz im Norden der Parkwiese angedacht. Nach dem Hochwasser und starken Regenfällen im Juni befürchtete die Stadtverwaltung jedoch, die Camper könnten im aufgeweichten Boden steckenbleiben. Nachdem eine Befestigung mit Vlies, Kies oder Baubruch zu aufwendig und kostenintensiv erschien, erarbeitete man die alternative Lösung, die noch bis 30. September gilt. Pkw-Fahrer müssen in dieser Phase ausweichen.

    Wohnmobil-Stellplatz am Friedberger See via Alpaca Camping

    Die Nutzung der dritten Parkbucht für Wohnmobile ist kostenpflichtig. Abgewickelt werden die Buchungen über die Plattform Alpaca Camping, die im Internet (alpacacamping.de) und per App auffindbar ist. Abrufbar ist für die Buchung auch ein QR-Code, der sowohl vor Ort auf einer Info-Tafel angebracht ist als auch auf dem jeweiligen Stellplatz sowie auf der Homepage der Stadt Friedberg. 20 Euro pro Nacht bezahlen Wohnmobilbesitzer für den Platz in unmittelbarer Seenähe. Die maximale Aufenthaltsdauer liegt bei zwei Nächten.

    Während der befristeten Zeit sind die bisherigen fünf Wohnmobilstellplätze auf dem nördlichen Parkplatz an der Seestraße außer Betrieb genommen. Anders als die Interimslösung in der dritten Parkbucht waren diese kostenfrei. Die Begründung der Stadt auf Anfrage unserer Redaktion: Die Bereit- und Sauberhaltung des Wohnmobilbereichs verursache Kosten. Zweck des Modellversuchs sei außerdem, die Wohnmobile zu zentrieren. Solange zusätzlich kostenfreie Stellplätze zur Verfügung stünden, würden diese von den Wohnmobilisten bevorzugt genutzt. „Um allerdings ausloten zu können, ob Bedarf an einem dauerhaften Wohnmobilstellplatz in Friedberg vorhanden ist, wurden die kostenfreien Stellplätze am nördlichen Parkplatz in dieser Zeit außer Kraft gesetzt“, so die Begründung.

    Infotafeln am Friedberger See weisen auf die Stellplätze für Camper und die Regeln hin.
    Infotafeln am Friedberger See weisen auf die Stellplätze für Camper und die Regeln hin. Foto: Michael Eichhammer

    Ein weiterer Vorteil aus Sicht der Stadt: Die Gebührenerhebung bringt eine Registrierung mit sich. Mit dieser Anmeldung wird belegt, wie viele Wohnmobile im Testzeitraum das Angebot wahrnehmen. Diese Buchungen lassen in der abschließenden Analyse auf den tatsächlichen Bedarf schließen.

    Mit der Nutzung der Interimslösung ist die Stadt bisher zufrieden. „Als Halbzeitbilanz lässt sich festhalten, dass zahlreiche Gäste aus Deutschland und den Nachbarländern das Provisorium nutzen“, so Stadtsprecher Frank Büschel. Aus touristischer Sicht könne man daher von einem „schönen Angebot“ sprechen. Die Rückmeldungen der Camper bezüglich der Standplätze und der Lage am See seien äußerst positiv, allerdings gibt es auch Kritik an der aufgrund der Testphase unzureichenden Infrastruktur, was das Fehlen von Stromanschlüssen und einer Ver- und Entsorgungsstation direkt vor Ort angeht.

    Wie beurteilen Wohnmobilisten den Stellplatz in Friedberg?

    Letzteres können Marco und Claudia Wagner bestätigen. Das Ehepaar aus Landshut würde für 20 Euro eigentlich mehr erwarten. „Die Lage direkt am See ist uns als leidenschaftliche Schwimmer das Geld aber trotzdem wert“, erklärt Marco Wagner. „Ein Vorteil hier ist, dass man vorab buchen kann und so einen garantierten Platz hat“, findet seine Frau.

    Beschwerden von Pkw-Fahrern angesichts der neuen Situation liegen bis dato nicht vor. Dass die Stellplätze ausgereicht haben, ist möglicherweise auch den wechselhaften Witterungsverhältnissen zu verdanken. Doch selbst an heißen Badetagen waren freie Parkplätze vorhanden. Lediglich an einem einzigen Wochenende mit starkem Badebetrieb wurden bisher mehrere Pkw in der für Wohnmobile reservierten Stellplätze abgestellt, obwohl auf der gegenüberliegenden Parkwiese ausreichend Auto-Stellplätze vorhanden waren, so die BIlanz der Stadt.

    „Nach Abschluss des Interim-Zeitraums werden die Erfahrungen ausgewertet und dem Stadtrat im Herbst vorgestellt. Ich bin neugierig auf die Ergebnisse“, sagt der Friedberger Bürgermeister Roland Eichmann.

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