Kriseninterventionsteams bieten schnelle Hilfe in Ausnahmesituationen
Kommentar
Leistungsfähige Krisenintervention darf kein Luxus sein
Die stille Arbeit dieser Helfer erfolgt oft abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit. Politik und Gesellschaft dürfen nicht den Fehler machen, sie als freiwillige Zusatzleistung zu betrachten.
Halt geben nach einem tragischen Unglück: Das ist die Aufgabe des Kriseninterventionsdienstes.Foto: Norbert Försterling, dpa (Symbolbild)
Ein Unfall, die tagelange Suche nach einer vermissten Person, ein Großbrand mit Verletzten und Toten – die Retter sind schnell zur Stelle, um zu helfen, wo es nur geht. Doch was ist mit den Angehörigen, die einen tragischen Verlust verkraften müssen. Wer überbringt ihnen die traurige Nachricht? Wer steht ihnen zur Seite? In solchen Situationen sind es nicht nur Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei, die Hilfe leisten. Dafür gibt es Kriseninterventionsdienste.
Seelische Schmerzen sind alleine nicht zu ertragen
Neben dem tatkräftigen Einsatz vor Ort braucht es Menschen, die zuhören, die begleiten und Halt geben. Die Arbeit der Kriseninterventionsteams geschieht meist im Hintergrund und fern der öffentlichen Aufmerksamkeit. Während die Rettungskräfte die unmittelbare Gefahr abwenden, kümmern sich die Kriseninterventionshelfer um die seelischen Folgen eines Schicksalsschlags. Die seelischen Schmerzen sind kaum alleine zu ertragen. Es bringt die Betroffenen an ihre eigenen Grenzen. Hier als Freund oder Familienangehöriger Hilfe zu leisten, ist schwer. Denn meist ist man in dieser Situation auch vom Verlust betroffen. Und dann ist es gut, wenn Hinterbliebenen in den ersten Stunden geholfen wird, um das belastende Ereignis zu überstehen.
Diese Hilfe darf nicht als freiwillige Zusatzleistung betrachtet werden. Kriseninterventionsdienste schließen eine Versorgungslücke zwischen Notfallmedizin und langfristiger psychologischer Betreuung. Sie verhindern, dass Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens allein gelassen werden.
Helfer sind rund um die Uhr im Einsatz
Dabei leisten viele Helfer ihren Dienst ehrenamtlich und rund um die Uhr. Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch verlässliche Unterstützung durch Politik und Gesellschaft. Die notwendigen Rahmenbedingungen müssen dafür geschaffen werden. Ein leistungsfähiger Kriseninterventionsdienst ist kein Luxus, sondern ein wichtiger Bestandteil der Ersten Hilfe.
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