"Warum hat das Meringer Freibad schon geschlossen?", diese Frage geisterte durch das soziale Netzwerk Facebook. Gerüchte kursieren, viele machen sich Sorgen über die beliebte Einrichtung. Die Saison geht offiziell noch eine Woche - und trotzdem stehen Besucherinnen und Besucher bereits vor verschlossenen Türen. Auf der Homepage schreibt die Marktgemeinde von Mängeln, die nach den starken Unwettern entdeckt wurden. Das Freibad ist über 60 Jahre alt, zuletzt beriet Mering sogar über einen neuen Standort, entschied sich aber für eine Sanierung. Was hat es mit den neuen Schäden auf sich?
Meringer Freibad nach Unwettern geschlossen
Nach den Unwettern hatte man Absenkungen am Boden des Schwimmbeckens entdeckt. Bürgermeister Florian Mayer besah sich die Unebenheiten, die nur bei ruhigem Wasser zu erkennen waren. "Ich bin kein Fachmann, aber das muss nichts Gravierendes sein." Das Freibad sei damals in Handarbeit gemauert worden, man wisse nicht einmal, welche Materialien verbaut wurden. Erst im Frühjahr wurde die brüchig gewordene Folie ersetzt, am Boden habe es bereits vor dieser Sanierung Einkerbungen und Rillen gegeben.
Während der Maßnahme wurden diese Unebenheiten mit Bitumen, einem halbfesten, formbaren Material, ausgeglichen. "Das waren aber keine Mängel", sagt Mayer. Man habe den Boden vorrangig begradigt, um ihn besser reinigen zu können. Die neuen Vertiefungen seien an den gleichen, damals ausgebesserten Stellen entstanden. Mayer weist auf die nahe Paar und das kürzliche Unwetter hin. "Wir vermuten, dass es nach dem Starkregen Unterspülungen gegeben hat."
Freibad in Mering soll zur nächsten Saison wieder öffnen
Genaueres könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. "Eventuell müssen wir bald noch einmal sanieren? Wir wissen es nicht. Aber es ist notwendig, dass wir das Becken untersuchen." Bei laufendem Badebetrieb sei das nicht möglich, auch muss das Becken geleert und die Folie geöffnet werden. Trotz der sommerlichen Temperaturen seien die Besucherzahlen stetig zurückgegangen, zuletzt seien nur noch wenige Badegäste gekommen. Obwohl die Saison noch eine Woche gelaufen wäre, habe man sich deswegen für eine frühzeitige Schließung entschieden. Nicht, dass noch größere Schäden entstehen, und etwa die neue, 200.000 Euro teure Folie reißt, sagt Mayer.
Neben dem Schwimmbecken sind auch die technische Ausstattung und die Umkleiden veraltet, das Bad entspricht nicht mehr den aktuellen Vorschriften. Handlungsbedarf gebe es in jedem Fall - früher oder später. "Wir haben gerade viele Baustellen, es ist unsicher, ob und wann wir tätig werden können", berichtet Mayer. Die Kosten für eine Generalsanierung oder gar einen Neubau sind allerdings enorm, momentan wartet die Marktgemeinde auf den Entscheid eines Förderprogramms. Immerhin habe eine Machbarkeitsstudie gezeigt, dass das Freibad an seinem jetzigen Standort gut aufgehoben ist. "Es ist ein eingewachsenes Gebiet, schön begrünt, gut erreichbar", fasst der Bürgermeister zusammen. "Die Meringer haben ihr Freibad gerne hier."
Im nächsten Schritt beauftragt die Marktgemeinde eine Fachfirma, die sich die Absenkungen genauer anschaut. Lieber jetzt zum Winter hin, als kommendes Jahr - und womöglich mit Verspätungen, sagt Mayer: "Wir wollen auch nächstes Jahr wieder pünktlich zur Badesaison öffnen."