Diskussionen darüber, ob es am Graben in Meringerzell für landwirtschaftliche Fuhrwerke zu eng ist, wenn dort Autos parken, gibt es schon seit Längerem im Dorf. Eine Einigung der Anwohner untereinander scheint aber nicht möglich. Deshalb befasste sich nun der Meringer Bauausschuss mit der Problematik.
Im Ortsteil Meringerzell parken am Graben auf Höhe der Hausnummer 2, Autos auf dem Seitenstreifen. Sie behindern die Durchfahrt für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Im September wurde dort ein eingeschränktes Halteverbot mit einer sogenannten dringlichen Anordnung aufgestellt. Ein Gewerbetreibender, der am Graben seinen Betrieb hat, fürchtet, dass die Maßnahme seine Kunden und Lieferanten unverhältnismäßig benachteilige. Er habe in den letzten 30 Jahren nie eine Behinderung feststellen können.
Parkende Autos machen es den Landwirten in Meringerzell schwer
Boris Küppersbusch von der Straßenbaubehörde kennt den Fall und schilderte im Bauausschuss die Situation. "Dieser Konflikt besteht schon seit einigen Jahren." Es habe in diesem Bereich bereits Behinderungen für die Landwirte gegeben, als durch eine private Baumaßnahme die Fahrbahn eingeengt war. "Damals wurde ein Halteverbot ausgesprochen und die Landwirte konnten die Engstelle gut passieren", so Küppersbusch. Doch jetzt wiederholt sich der Konflikt. Küppersbusch erklärte, dass die Fahrbahn an dieser Stelle so breit ist, dass Begegnungsverkehr möglich ist. Wenn jedoch Autos am Seitenstreifen parken und ein landwirtschaftliches Fuhrwerk passieren will, sei das nicht immer gewährleistet.
Der Konflikt in Meringerzell besteht bereits seit einigen Jahren
Marktgemeinderätin Martina Schamberger ist selbst Landwirtin aus Meringerzell, schilderte die Situation ebenfalls. "Es wäre überhaupt kein Problem, wenn die Autos etwas weiter hinten parken würden." Zudem handele es sich um einen relativ kurzen Bereich, der vom Parkverbot betroffen wäre. "Und uns Landwirten wäre mit dieser Lösung geholfen." Teilweise müssten aufgrund der Engstelle die Landwirte Kilometer weit umfahren oder über ein unbebautes Grundstück eines anderen Landwirts fahren. "Das kann es doch nicht sein", so Schamberger.
Boris Küppersbusch bestätigte ihr, dass es vermehrt zu Problemen mit Landwirten gekommen sei. "Meringerzell ist aber hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt und das nicht erst seit ein paar Jahren", betonte Küppersbusch. Dennoch sich nur auf die Seite der Landwirte zu schlagen gehe auch nicht, da es ein berechtigtes Interesse des Gewerbetreibenden gebe. Ein eingeschränktes Halteverbot erlaube jedoch das Be- und Entladen des Fahrzeugs.
Die CSU-Marktgemeinderäte Georg Resch und Karl-Heinz Brunner brachen eine Lanze für die Landwirte: "Das ist ein Dorf mit dörflichem Charakter und von jeher gibt es dort Landwirte." Zudem sei es den Pkw-Haltern durchaus zuzumuten, ein paar Meter versetzt zu parken.
Bauausschuss entscheidet sich für eingeschränktes Halteverbot
Grünen-Marktgemeinderat Stefan Kratzer sprach sich gegen die Regelung mit Halteverbotsschildern aus. Vielmehr könne man am Grünstreifen noch einen Busch zuschneiden und so für etwas mehr Breite sorgen. "Ein Gespräch wäre immer besser als das nur mit Schildern zu klären", sagte er.
Dem pflichtete Wolfgang Bachmeir (SPD/parteifrei) bei: "Ich bin selbst Landwirt und habe an dieser Stelle ebenfalls schon Probleme gehabt, mit dem Mähdrescher durchzufahren." Trotz allem sei aber eine Lösung über Schilder in einem Dorf immer "ungut". "Das hilft nicht, die eigentlichen Konflikte zu klären", sagte er. Häufig sei das Gegenteil der Fall. Man solle nochmals das Gespräch suchen und so eine Einigung herbeiführen.
Schließlich stimmten die Mitglieder des Bauausschusses mit zehn zu drei Stimmen für ein dauerhaftes eingeschränktes Halteverbot in diesem Bereich.
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