Ein Bier oder Aperol Spritz zum Mitnehmen, der beliebte „Coffe to go“: Getränke in Einwegbechern verschärfen das Müllproblem, gerade im Sommer und bei Veranstaltungen quellen die Müllkörbe über. Die Stadt Friedberg will etwas dagegen tun und schafft bis zu 20.000 Mehrweg-Becher an, die Gastronomen, aber auch Vereine, Kindergärten oder Schulen für Großveranstaltungen ausleihen können. Praktisch für die Käufer: Sie können den Becher bei einem Lokal mitnehmen und in einem anderen abgeben.
Die Becher sollen in Friedberg-Design, unter anderem mit dem Motto „Friedberg beflügelt“, gestaltet und in den Varianten 0,4 und 0,5 Liter ausgegeben werden. Ziel ist es, sie bereits bei der Fête de la Musique am 21. Juni einzusetzen. Am Faschingsdienstag hat die Stadt ein ähnliches Prinzip mit sieben Gastronomen getestet.
Mehrweg-Becher statt Einweggeschirr in Friedberg ab Sommer 2025
Sowohl von der Stadt als auch vom Bund gibt es bereits seit mehreren Jahren Regelungen, die Einwegverpackungen im Takeaway-Bereich den Riegel vorschieben sollen. Allerdings gelten für kleine Betriebe - und davon gibt es in Friedberg viele - Ausnahmen. Auch externe Anbieter bei städtischen Veranstaltungen verwenden oft Einweggeschirr. Die Stadt will also die Gastronomie unterstützen und Anreize schaffen.
Die Friedberg-Becher sollen gegen zwei Euro Pfand an Kundschaft ausgegeben werden. Wirte oder Veranstalter können sie bei einer Firma in Neusäß abholen, die sie auch wieder zurücknimmt und spült. Die Veranstalter müssen die Kosten für Reinigung und Lagerung begleichen. Diese liegen laut Bürgermeister Roland Eichmann bei zwölf Cent, was in etwa dem Preis für einen guten Einwegbecher entspreche.
Friedberg-Becher bei Reggae in Wulf, aber nicht beim Halbmarathon
Für die Anschaffung rechnet die Stadtverwaltung mit einem Euro pro Becher. Hinzu kommen Kosten für die Gestaltung. Da dies alles maßgeblich über Sponsoren finanziert werden soll, hängt die endgültige Zahl der Becher von deren Großzügigkeit ab. Mindestens jedoch werden 15.000 Stück benötigt. Diese sollen dann laut Stadt jeweils mehrere hundert Male genutzt werden, um tatsächlich ressourcenschonend zu sein.
Der Dienstleister in Neusäß sei zudem so erfahren, dass auch bei Plastikbechern die Hygiene gewährleistet ist. Einsatzfelder gibt es laut Stadtverwaltung viele, von der Fête de la Musique über Reggae in Wulf bis hin zu Vereins- und Schulfesten. Ausnahme ist aus logistischen Gründen der Halbmarathon.
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