Endlich eine Ortsmitte: So sieht Dasings neues Gemeindezentrum aus
Dasing
Der Apfelbaum bleibt ein Original: So gestaltet Dasing seine neue Ortsmitte
Vier Jahre lang war Dasings Ortskern eine Baustelle. Im Juli wird endlich die Eröffnung gefeiert. Wie ist das Gesamtprojekt gelaufen? Hier sind einige Einblicke.
Maibaum, Verwaltungsgebäude und Kirchturm bilden in der Dasinger Ortsmitte eine Sichtachse.Foto: Julia Schneider
Da staunt Bürgermeister Andreas Wiesner nicht schlecht, wem er vor Kurzem auf seinem Weg durchs neue Dasinger Verwaltungsgebäude begegnet: Ein Mann hat sich auf der Brücke zum neuen Sitzungssaal auf der Polsterbank niedergelassen und isst genüsslich einen Apfel. „Da sieht man so schön raus“, sagt er, die Glasfront mit Blick auf den neuen Fußweg vor sich. Von Momenten wie diesem erzählt Wiesner gern, denn sie zeigen: Das neue Gemeindezentrum, das Großprojekt, das Dasing mindestens die letzten vier Jahre beschäftigt hat, kommt gut an.
Bürgermeister Andreas Wiesner (rechts) und Bauamtsleiter Karl Gamperl haben neben vielen weiteren Beteiligten das Großprojekt gestaltet.Foto: Julia Schneider
„Es ist die erste Ortsmitte, die Dasing jemals erlebt hat“, erklärt Wiesner voller Euphorie über das, was 55 Firmen und Dutzende weitere helfende Hände auf die Beine gestellt haben: Das ehemalige Gelände eines Bauernhofs samt Scheunen, Wohnhaus und Silos ist nicht wiederzuerkennen. Vier Gebäude wurden abgerissen, die nördliche Kirchstraße wurde für den Autoverkehr gesperrt und umgestaltet zur beruhigten Aufenthaltsfläche. Zwei neue Gebäude für den Verwaltungstrakt und den Sitzungssaal sowie das frisch gestrichene Tennengebäude bilden jetzt das „Herzstück“ von Dasing. Davor erstreckt sich ein großer Bereich mit Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen, Grünanlagen und Parkplätzen.
Nach nur zwei Jahren Bauzeit konnte das neue Verwaltungsgebäude in Dasing bezogen werden
Der neue Sitzungssaal des Dasinger Gemeinderats ist hell und offen gestaltet.Foto: Julia Schneider
Nicht alle der 16 Bauabschnitte sind von außen sichtbar: Wasserleitungen und Kanäle wurden saniert, ein Glasfaseranschluss für das Verwaltungsgebäude wurde vorsorglich verlegt, das Nahwärmenetz von der Hackschnitzelheizung der Schule bis zum neuen Gemeindezentrum erweitert. Rathaus, Bücherei, Schule, Kindergarten, Kirche, Pfarrbüro: „Wir haben nun eine Verdichtung des öffentlichen Lebens innerhalb eines Umkreises von 100 Metern“, erklärt Wiesner.
Bürgerraum, Veranstaltungsflächen: Vereine und Bürger sollen neue Ortsmitte nutzen können
Die Tenne bietet nach wie vor Platz für Veranstaltungen und wurde durch Kühlräume und eine Küche ergänzt.Foto: Julia Schneider
Jetzt soll die Ortsmitte für möglichst viele Menschen nutzbar sein. Der gesamte Bereich ist barrierefrei gestaltet, der neue Bürgerraum bietet einen Treffpunkt für Vereine und die Tenne wurde durch eine Küche sowie Kühl- und Lagerräume für Veranstaltungen optimiert. Nicht zuletzt hat sich für die Mitarbeitenden der Gemeinde die Arbeitsqualität erhöht durch größere Büros und neue Gemeinschaftsräume. „Im alten Rathaus und in den Übergangscontainern stand den Mitarbeitenden deutlich weniger Platz zur Verfügung“, sagt Wiesner.
Die Bücherei ist in das Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes eingezogen.Foto: Julia Schneider
Bei der Umsetzung haben die Verantwortlichen auf Details geachtet: Das Architekturbüro Haack und Höpfner gestaltete das neue Verwaltungsgebäude gemäß seiner Vorgeschichte durch Holzfassaden nach der Optik eines Bauernhauses. „Vom Maibaum über die Treppe bis zum Kirchturm führt eine Sichtachse“, erklärt Gamperl. Vor der Tenne gibt es eine kostenlose Elektroladestation für E-Bikes, die Wasseranschlüsse für die Buden während des Adventsmarkts hat Gamperl gleich mitgedacht. Die Obstwiese wurde erhalten, ein Apfelbaum ist sogar „Original“ geblieben: „Er wurde zweimal nachgezogen und wieder angepflanzt“, sagt Wiesner.
All diese Ideen seien während der vierjährigen Vorbereitungsphase entstanden, erzählt der Bürgermeister: Bauhofleiter Christoph Schweizer, Abwassermeister Alex Birner, Gemeinderäte, Nachbarn: Alle hätten an einem Strang gezogen, die Vereinsleute und die Bevölkerung hatten zuvor in Arbeitsgruppen ihre Wünsche zusammengetragen. Das habe das Projekt zur Gemeinschaftssache gemacht und alle Beteiligten zusammengeschweißt: „Beim Ausräumen der Tenne genügte ein Anruf und am nächsten Tag standen 20 Leute zum Helfen vor der Tür“, erzählt Wiesner strahlend.
Der neue Fußweg zum Verwaltungsgebäude.Foto: Julia Schneider
Gesamtkosten für Dasinger Gemeindezentrum liegen unter den Berechnungen
Für die Gesamtkosten wurden im Vorfeld 11,6 Millionen Euro veranschlagt. „Wir werden unter der berechneten Summe bleiben“, sagt Wiesner, nicht ohne Stolz. Den genauen Betrag will er erst bei der offiziellen Einweihung Mitte Juli bekannt geben, bei der das neue Zentrum erstmals der Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden soll. Die Vorfreude bei den Verantwortlichen ist groß, denn vereinzelte Zweifel bei den Dasingerinnen und Dasingern seien mittlerweile Begeisterung gewichen: „Natürlich gab es im Vorfeld Stimmen: Brauchen wir so etwas Großes für Dasing? Jetzt sind die Rückmeldungen überwiegend positiv“, sagt Wiesner.
Beim Abriss stand das alte Rathaus, ein ehemaliges Wohngebäude, nur wenige Meter vor dem neuen Verwaltungsgebäude.Foto: Andreas Wiesner
Nicht mehr viel fehlt bis zur großen Eröffnung, im Außenbereich muss noch das Gras reichlich anwachsen. Das liegt nun aber nicht mehr in den Händen der Verantwortlichen.
Büros und Gang im neuen Verwaltungsgebäude sind mit Schallschutz versehen.Foto: Julia Schneider
Im Außenbereich gibt es eine kostenlose Ladestation für E-Bikes.Foto: Julia Schneider
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