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Restaurant EHH.OKAY in Friedberg: Wer ist der Besitzer?

Friedberg

Vom Kriegsflüchtling zum Gastronom: Er steckt hinter dem „EHH.OKAY“ in Friedberg

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    Redwan Taleb an der Theke seines eigenen orientalischen Restaurants in Friedberg.
    Redwan Taleb an der Theke seines eigenen orientalischen Restaurants in Friedberg. Foto: Johannes Kiser

    1994 schien das Leben des Redwan Taleb aus Damaskus einen seiner Ansicht nach „absolut normalen“ Weg einzuschlagen. Der damals 15-Jährige begann in seiner syrischen Heimat eine Ausbildung zum Automechaniker, absolvierte anschließend die Meisterprüfung und sah sich künftig in der Werkstatt bestens aufgehoben. Genau 30 Jahre später sitzt der mittlerweile verheiratete Ehemann und sechsfache Vater in seinem eigenen Restaurant „EHH.OKAY“ in der Friedberger Altstadt und erzählt in flüssigem Deutsch, wie es zu dieser 180 Grad-Wende kommen konnte. Denn der Gedanke, den Lebensmittelpunkt im bayerischen Schwabenland und nicht in einer der Metropolen des Nahen Ostens zu haben, war für den Palästinenser bis zum Frühling 2012 weder existent noch erstrebenswert.

    Vor zwölf Jahren verließ Redwan Taleb Syrien in Richtung Friedberg

    „Wer will schon freiwillig weg von zu Hause? Aber wenn neben dir die Bomben einschlagen, dann gibt es nun mal keinen anderen Ausweg“, schildert Taleb den Zustand, als er bei Kriegsbeginn vor 12 Jahren in seinem Land aus dem Fenster schaute und wusste, dass es so nicht weitergehen könne. Solch eine lebensfeindliche Umgebung sei nichts für eine junge Familie mit Kindern, sagte er sich und beschloss, mit seiner Frau Al Taleb Miadah den nächsten Schritt zu wagen, die Heimat zu verlassen und sich in den benachbarten Libanon aufzumachen.

    Es folgte eine lange währende Odyssee durch die Irrungen und Wirrungen einer vom Krieg gespaltenen und zerrissenen Region. „Wir liefen los mit dem, was wir tragen konnten. Das war nicht viel. Papiere, etwas Nahrung und das Nötigste an Kleidung“, verrät er mit ruhiger, aber doch etwas bedrückter Stimme. Angesprochen auf die Auswirkungen der Flucht auf seinen Nachwuchs, hält der redselige Palästinenser länger inne, überlegt und antwortet, dass es kaum zu ertragen gewesen sei, den Kindern in die Augen zu sehen und zu wissen, dass es die nächsten sieben Tage lang schwer werden würde, feste Nahrung auftreiben zu können.

    Das „EHH.OKAY“ in der Friederger Kreitmayrgasse versprüht orientalisches Flair

    Endlich im Nachbarland angekommen, stand für Redwan Taleb eine Frage im Raum: „Wie komme ich hier an Geld?“ Kurz entschlossen eröffnete er ohne große Mittel ein kleines Frühstückscafé an einer Straßenecke. Schnell kam eine gewisse Begabung für Kochen, Backen und die Gastronomie im Allgemeinen ans Tageslicht, welche sich nun auch in Friedberg zeigt. Während des Gesprächs im „EHH.OKAY“ wird die orientalische Süßspeise Baklava mit schwarzem Kaffee gereicht. Derweil beschreibt Taleb, wie er nach drei Jahren im Libanon die Flucht nach Europa geplant habe, in einem überfüllten Schlauchboot von der Türkei auf eine griechische Insel überfuhr und schließlich 2015 in Deutschland landete.

    Das syrische Wirtshaus „EHH OKAY“ verbindet modernes Ambiente mit traditioneller Küche.
    Das syrische Wirtshaus „EHH OKAY“ verbindet modernes Ambiente mit traditioneller Küche. Foto: Johannes Kiser

    Neun Jahre später funkeln in der Friedberger Kreitmayrgasse schwarz weiße Fliesen, petrolblaue Stühle stehen für modernes Flair und im Eingangsbereich verleiht ein traditionelles, aus Messing bestehendes Kaffeeserviceset dem Wirtshaus den gewissen morgenländischen Touch. Und auch die Speisekarte verspricht einen Ausflug in eine andere Welt. Neben Hummus nach Beiruter Art, dem Sesam-Auberginen Püree „Baba Ghanoush“ oder verschiedenen Falafel-Variationen, gibt es zudem deftige Mahlzeiten wie etwa gebratene Hühnerleber. Insgesamt stehen über 35 verschiedene Gerichte zur Auswahl.

    Unterstützung kommt von Freunden und der Stadt Friedberg

    Redwan Taleb selbst stellte sich den Anspruch, eine echte und authentisch arabische Gastro zu eröffnen und diesem wird er allemal gerecht. Auch wenn der Weg bis dahin ein steiniger war. Denn sein erster Job in Deutschland hatte mit dem Beruf des Wirtes wenig zu tun. Ab 2016 verdiente er sich seine Brötchen nämlich zunächst als Automechaniker in Friedberg. Schmunzelnd erwähnt er dann auch noch eine kurzzeitige berufliche Reise auf einen Pferdehof, allerdings sei dann die Stallarbeit doch nichts für ihn gewesen. 2017 fand er sich dann in den Backstuben einer hiesigen Großbäckerei wieder und blieb dort bis 2024.

    Bis zu 35 verschiedene Gericht stehen bei Redwan Taleb auf dem Menü.
    Bis zu 35 verschiedene Gericht stehen bei Redwan Taleb auf dem Menü. Foto: Johannes Kiser

    Doch in ihm wuchs zunehmend der Traum vom eigenen Restaurant, welcher schließlich im August dieses Jahres in die Tat umgesetzt wurde. Jedoch wäre dieser Schritt ohne die kräftige Unterstützung aus seinem Bekanntenkreis und auch seitens der Stadt Friedberg nicht möglich gewesen. „Im Rathaus wurde mir immer geholfen, gerade bei all den Formularen und Genehmigungen, die finanziellen Mittel hab ich mir mithilfe von Freunden zusammengekratzt und jetzt stehe ich da als Restaurantbesitzer“, sagt Redwan Taleb stolz. Nun hofft er auf regen Besuch, damit sein Traum auch in Zukunft Bestand haben kann.

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