An der vergangenen Schmiechener Gemeinderatssitzung nahmen dieses Mal ungewöhnlich viele Besucher teil. Denn einige Mitglieder des Motocross-Vereins MCC Putzmühle wussten, dass ihr Übungsgelände wichtiger Diskussionspunkt des Gremiums sein wird. Schließlich hatten 17 Schmiechener eine Unterschriftenliste unterzeichnet und im Rathaus abgegeben mit der Bitte, sich dafür einzusetzen, dass die Lärmbelastung durch die Motocross-Strecke verringert werden solle.
Bürgermeister Josef Wecker zeigte dafür Verständnis: „Ich habe selbst 30 Jahre in der Bahnhofssiedlung gewohnt und kann bestätigen, wie laut das ist. Das Schlimme ist, dass die Lärmbelastung dann stattfindet, wenn die Schmiechener Freizeit haben, also Samstag und Sonntag.“ Er wolle keine Spaßbremse sein, fahre schließlich selbst Motorrad, doch die Bewohner der Gemeinde kämen nicht zur Ruhe und müssten darunter leiden – mehr als die Steindorfer. Auf deren Gemeindegebiet befindet sich das Vereinsgelände. „Meine Meinung ist, dass die Gemeinde Schmiechen mehr abbekommt als die Gemeinde Steindorf, weil in Richtung Steindorf ein Wall vorhanden ist. Und wir haben sehr oft Ostwind, der den Lärm zu uns herüberträgt“, ergänzte er.
Motocross-Lärm in Schmiechen: Verein hat Messgerät angeschafft
Unter den Besuchern des Gemeinderats war Roland Fencl, Vorsitzender des Vereins MCC Putzmühle, der sich zu Wort meldete. Er betonte, dass man stets bemüht sei, die Schallemissionen zu reduzieren. Der Verein habe sich sogar ein Messgerät angeschafft, um den Lärmpegel zu überwachen. Auch habe man die Trainingseinheiten reduziert: „Wir fahren weniger als uns das Landratsamt genehmigt hat“, betonte er.
Der MCC Putzmühle habe vergangenes Jahr 40-jähriges Jubiläum gefeiert und sei sehr bemüht, sich mit den Gemeinden Schmiechen und Steindorf auszutauschen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Er sagte: „Machen Sie bitte unser Hobby nicht kaputt.“ Außerdem wies er darauf hin, dass derzeit aufgrund von Corona weitaus mehr Mitglieder die Strecke nutzen würden, weil sie nicht in den Urlaub fahren konnten.
Schmiechen hat sich mit Steindorf in Verbindung gesetzt
Gemeinderat Herbert König sah das anders. Er zählt zu den Betroffenen, wie er berichtete, weil er in der Bahnhofsiedlung wohnt. Von dem Lärm fühle er sich seit Jahren gestört. An Roland Fencl gerichtet meinte er: „Sie fahren hin zu ihrem Hobby, gehen ihrem Hobby nach und fahren dann nach Hause. Da freuen sie sich, wenn Sie ruhig wohnen können. Aber wir sind bei Ostwind von dieser Geräuschbelästigung massiv betroffen.“
Sonntag könne man sich dann nicht mehr im Freien aufhalten, selbst bei geschlossenen Fenstern sei das Auf- und Abschwellen der Motorengeräusche zu hören. Der Freie-Wähler-Gemeinderat sah es zudem als kritisch an, dass die Gemeinde Schmiechen bei dem Genehmigungsverfahren des Geländes durch das Landratsamt nie beteiligt worden war.
Josef Wecker betonte, dass die Gemeinde Steindorf das Gelände an den Verein verpachtet habe. Er habe sich mit deren Bürgermeister Paul Wecker in Verbindung gesetzt, der bei einer Gemeinderatssitzung das Thema ebenfalls ansprechen möchte. Der Pachtvertrag gelte derzeit noch bis Ende nächsten Jahres. Immer wieder werde auch in Steindorf diskutiert, ob die Fläche nicht als Ausgleichsfläche genutzt werden solle.
Die Schmiechener Gemeinderäte waren jedoch um einen Ausgleich bemüht, der für alle Parteien tragbar sei. Sie überlegten, wie der Lärm reduziert werden könne, etwa indem Wände aufgestellt werden oder nur jeden zweiten Sonntag gefahren werden dürfe. Schließlich beschloss man, dass sich Schmiechens Bürgermeister gemeinsam mit dem Verein und der Gemeinde Steindorf zusammenzusetzen solle, um Abhilfemaßnahmen anzustreben.
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