Startseite
Icon Pfeil nach unten
Friedberg
Icon Pfeil nach unten
Lokalsport
Icon Pfeil nach unten
Mering
Icon Pfeil nach unten

So blickt Weltenbummler Thilo Wilke auf die WM

Fußball-WM

So blickt Weltenbummler Thilo Wilke auf die WM

  • |
  • |
  • |
  • |
    In den USA lief Merings Spielertrainer Thilo Wilke unter anderem für die College-Mannschaft Shaw University Bears auf.
    In den USA lief Merings Spielertrainer Thilo Wilke unter anderem für die College-Mannschaft Shaw University Bears auf. Foto: Wilke Archiv

    Merings Spielertrainer Thilo Wilke hat während seiner Spielerkarriere vieles erlebt. Er schnürte seine Fußballschuhe unter anderem in den USA, in Australien, in Neuseeland und in Norwegen. Alle vier Länder sind auch bei der WM vertreten. Wie schätzt der Weltenbummler die Chancen dieser Nationen ein? Und wie blickt Wilke auf die Zeit in diesen Ländern zurück?

    Als damals 25-Jährigen zog es Wilke 2016 erstmals ins Ausland zu den Shaw University Bears in die USA. Nach Stationen bei Med City FC und Palm Beach United wechselte er 2019 zu den Adelaide Croatia Raiders nach Australien. Dort spielte er später auch für die Para Hills Knights, ehe den Weg nach Neuseeland wagte, wo er für die Hamilton Wanderers auflief. Nach einer Zwischenstation beim FC Memmingen in der Regionalliga wagte Wilke beim Alta IF in Norwegen nochmal ein letztes Abenteuer im Ausland, anschließend kehrte er mit seinem Wechsel zum FC Kempten endgültig nach Deutschland zurück.

    Merings Spielertrainer freut sich auf neue Trends bei der WM

    „Überall ist der Fußball etwas anders“, erklärt der 34-jährige Spielertrainer. „In den USA ist man in erster Linie ein Athlet, da sie auf die physische Komponente einen enormen Wert legen. In Nordamerika trifft man auf extreme Athleten wie Alphonso Davies.“ In Australien hebt er besonders die zweikampfbetonte Spielweise hervor: „Dort gibt es extreme Zweikampfwerte. Das habe ich mir immer dadurch erklärt, dass Australian Rugby eine der größten Sportarten in Australien ist. Ich hatte dort immer das Gefühl, dass Jammern nicht zum Fußball dazugehört.“ In Norwegen war Wilke besonders vom hohen technischen Niveau beeindruckt. In Neuseeland hingegen waren die Spiele das genaue Gegenteil von taktisch geprägt, das Spiel ging ständig hin und her, kaum Zeitspiel, kaum abwartendes Verhalten: „Beide Mannschaften hatten immer einen direkten Zug zum Tor und das Mittelfeld war teilweise kaum existent. Ich habe dort kaum ein Spiel erlebt, das torlos endete.“

    Die Ligen, in denen er im Ausland gespielt hat, lassen sich nur schwer mit dem deutschen Ligensystem vergleichen. In Neuseeland existiert die ISPS Handa Premiership inzwischen gar nicht mehr. „Um einen Vergleichswert zu geben: Mein Vereinstrainer Rickie Herbert war der Cheftrainer der neuseeländischen Nationalmannschaft bei der WM 2010 und flog mit drei Unentschieden ungeschlagen in der Gruppenphase raus. Das beschreibt den Stellenwert der Liga ganz gut.“ In Neuseeland und Norwegen flog Wilke damals zu den Auswärtsspielen, die Partien wurden im Fernsehen übertragen. Zudem spielten auch Nationalspieler aus kleineren Fußballnationen in den Ligen.

    In Neuseeland spielte Wilke für die Hamilton Wanderers.
    In Neuseeland spielte Wilke für die Hamilton Wanderers. Foto: Wilke Archiv

    Von der Weltmeisterschaft erwartet Wilke vor allem Spannung, da die Teilnehmerzahl auf 48 erhöht wurde. Er geht außerdem davon aus, dass sich viele Mannschaften zunächst schwertun werden – unter anderem wegen des Klimas. Aus Trainersicht verfolgt Wilke das Turnier zudem mit besonderem Interesse. Er findet es spannend zu beobachten, ob sich neue Trends entwickeln, auf welcher Weise Tore erzielt werden und welche Rolle Standardsituationen in den späteren Turnierphasen spielen werden. „Die USA erlebt einen Wandel im Fußball und hat in dieser Sportart noch viel Potenzial. Dort spielen Super-Athleten und wenn sie bei anderen Bausteinen wie Taktik und Technik noch aufholen, sind sie eine ernst zu nehmende Mannschaft. Zudem hat das Land viele Facetten und eignet sich gut als Austragungsort.“

    Deutschland traut Thilo Wilke mindestens das Viertelfinale zu

    Den Deutschen traut Merings Spielertrainer aufgrund der hohen Qualität in der Mannschaft mindestens das Viertelfinale zu: „Über die Gruppenphase müssen wir gar nicht sprechen. Mit der Qualität muss die deutsche Nationalmannschaft mindestens das Viertelfinale erreichen.“ Norwegen muss sich in einer Gruppe mit Frankreich, Senegal und dem Irak durchsetzen. „Sie haben mit Erling Haaland eine absolute Tormaschine vorne drin und könnten aufgrund ihrer Mentalität weit kommen.“ Australien und die USA treffen in der Gruppe D aufeinander. Wilke sieht in dieser Gruppe die Türkei in der Favoritenrolle, rechnet den USA aber große Chancen für das Weiterkommen aus. Bei Australien sieht er den jungen Nestory Irankunda als einen der großen Hoffnungsträger, den er im Rahmen eines Fußballprojekts in Schulen bereits selbst trainiert hat.

    Wilke drückt in erster Linie allerdings Deutschland die Daumen: „Ich lebe hier und habe dem deutschen Fußball viel zu verdanken. Gerade zu der Zeit, als ich im Ausland war, hat Deutschland kurz davor die WM 2014 gewonnen und ich durfte als deutscher Spieler ein gutes Ansehen genießen. Ich unterstütze aber natürlich auch die anderen Länder, in denen ich spielen durfte.“

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren