Mit 48,0 Prozent der abgegebenen Stimmen hat es am 8. März für Amtsinhaber Roland Eichmann (SPD) knapp nicht für einen Durchmarsch gereicht. Er muss nun gegen seine stärkste Konkurrentin, Cornelia Böhm (CSU/FDP), in der Stichwahl um den Bürgermeisterposten in Friedberg antreten. Sie konnte beim ersten Wahldurchgang 25,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen. Im Vorfeld der Stichwahl am 22. März trafen sie in einer Video-Diskussion unter der Moderation von Marina Wagenpfeil, stellvertretende Redaktionsleiterin der Friedberger Allgemeinen, aufeinander, um über ihre Zukunftsvisionen von Friedberg zu sprechen und ihre Unterschiede deutlich zu machen.
Video zur Stichwahl in Friedberg: Das sagen Roland Eichmann und Cornelia Böhm
Es ging um den Bauhof, den Glasfaserausbau, die Innenstadt, die Bevölkerungsentwicklung und die Ansiedelung von neuem Gewerbe. Zudem machen die beiden Kandidaten klar, was die Friedbergerinnen und Friedberger mit ihnen als Bürgermeister bzw. Bürgermeisterin bekommen.
Auch wenn die Bürgermeisterwahl eine Persönlichkeitswahl ist, war es den beiden wichtig, im Vorfeld ihre inhaltlichen Positionen darzulegen. Trotzdem spielte auch der Führungsstil eine Rolle. Ist der jeweils andere als Stadtoberhaupt der womöglich künftigen Großen Kreisstadt geeignet? Nein, befand Böhm klar über ihren Kontrahenten, welcher seinerseits etwas zögerte, bis er bei der Aufnahme des Videos die grüne Kelle für ein Ja hob.
Ihr Führungsstil sei ein ganz anderer, hob die 52-Jährige hervor. Sie setze - ihrer Meinung nach im Gegensatz zu Eichmann, wie implizit klar wurde - auf ein Miteinander im Stadtrat, mit der Verwaltung und der Bürgerschaft. Das mochte sich der 53-Jährige so nicht nachsagen lassen und konterte: „Ich habe einen Führungsstil, der integriert.“ Dabei stehe er immer aufseiten der Bürgerschaft und sei nicht einer Fraktion gesteuert oder als Sozialdemokrat einer in Bayern mächtigen Partei verpflichtet. Wobei sich auch Böhm, Mitglied der FDP, aber gemeinsame Kandidatin von CSU und FDP, dagegen verwahrte, derart gebunden zu sein.
Bürgermeisterstichwahl 2026 in Friedberg: Kontroverse Meinungen zur Innenstadt
Auseinander gingen die Meinungen bei der Zukunft des Bauhofs und ein Stück weit bei der Innenstadtentwicklung. Eichmann hofft, dass in sechs Jahren ein Konzept für den neuen Bauhof steht. Da schon eingespart worden sei, was möglich ist, glaubt er nicht, dass das Projekt billiger wird. Böhm dagegen schon. Man müsse überprüfen, wo abgespeckt werden kann und könne dann Teile der alten Planung integrieren. Das hofft sie in zwei bis drei Jahren gelöst zu haben.
Beim Thema Innenstadt setzt die Politikerin auf kleine Änderungen, die in der Gesamtheit für mehr Aufenthaltsqualität sorgen sollen. Eichmann dagegen will den Blick auf ein Gesamtkonzept halten. Wichtiger Punkt dabei ist für ihn der Marienplatz.
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