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Coronavirus

18.03.2020

Sieben Tipps für die Hygiene im Alltag und Haushalt

Nicht zu unterschätzen: Schmutziges Geschirr zieht Keime an.
Bild: dpa

Das Coronavirus ist in Deutschland angekommen und sorgt für Verunsicherung. Wie Wäsche gewaschen werden und was beim Einkaufen im Supermarkt beachtet werden soll.

Schulen und Kindergärten sind geschlossen, Supermarktregale ausgeräumt, Konzerte und Sportveranstaltungen abgesagt und viele Menschen haben ihre Arbeit nach Hause verlegt: Das Coronavirus breitet sich immer weiter in unserem Alltag aus.

Viele Menschen greifen in dieser Zeit vorsorglich zu Desinfektionsmitteln und waschen regelmäßig ihre Hände. Doch reicht das für die Hygiene im Alltag aus? Ernst Tabori vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg und Ärztin Monika Schulze, Leiterin der Stabstelle Hygiene und Umweltmedizin am Augsburger Klinikum, geben Tipps.

Tipp 1: Richtige Hygiene im Haushalt

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Besondere Hygienemaßnahmen im Haushalt sind nicht notwendig, weiß Schulze. Sie sagt: „Das Putzen mit einem normalen Haushaltsreiniger reicht – der löst die meisten Schmutzpartikel und Oberflächenkeime.“

Anders sehe das mit Desinfektionsmitteln aus: Die könnten Schmutz nicht entfernen. Im privaten Haushalt müssten sie nur in Ausnahmefällen, beispielsweise auf Rat eines Arztes eingesetzt werden.

Tipp 2: Hygienisch Waschen

Sorge, dass Viren sich in der Waschmaschine vermehren könnten und auf Kleidungsstücken bleiben, kann Tabori ausräumen. Der Facharzt sagt: „Es ist vollkommen in Ordnung auf die Wäscheart angepasst, die normalen Waschprogramme und Waschmittel weiter zu verwenden.“ Liege tatsächlich eine Atemwegsinfektion vor, schließt er die Übertragung bei sauberer, gewaschener Kleidung aus.

Tipp 3: Abspülen in Zeiten des Coronavirus

Ähnliches gilt für das Geschirr, weiß der Experte. Bei einer normalen Temperatur von 60 Grad Celsius würden alle Keime zuverlässig abgetötet. Wird das Geschirr dagegen mit der Hand gespült, rät Schulze zu Schnelligkeit.

„Wer von Hand spült, sollte das möglichst bald nach den Mahlzeiten tun – je länger schmutziges Geschirr herumsteht, desto mehr Krankheitserreger können sich drauf ansiedeln.“ Außerdem, betont die Ärztin, sollte das nasse Geschirr anschließend abgetrocknet werden, um keinen Nährboden zu bilden.

Tipp 4: Räume regelmäßig lüften

Gerade in der Winterzeit wird regelmäßiges Stoßlüften ohnehin empfohlen. Auch in Corona-Zeiten muss sich daran nichts ändern, informiert Tabori. Da möglicherweise erregerhaltige Tröpfchen in der Luft verringert werden, senke frische Luft das Ansteckungsrisiko, weiß Schulze. Kleiner Nebeneffekt: „Die bessere Luftqualität ist gut für unser Immunsystem“, sagt sie.

Tipp 5: Einkaufen außerhalb von Stoßzeiten

Wer große Menschenmassen meiden möchte, sollte das auch beim Einkaufen tun, rät Schulze. Nicht zu Stoßzeiten einkaufen oder Abhol- und Lieferservices zu nutzen, hält sie für sinnvoll. „Es gelten die gleichen hygienischen Vorschriften wie bei anderen akuten Atemwegserkrankungen – ein bis zwei Meter Abstand.“

Nach dem Einkaufen sollten die Hände gewaschen werden – möglichst bevor andere Gegenstände angefasst werden.

Tipp 6: Bargeld und Handhygiene

In Deutschland, so Schulze, gibt es bislang keine Maßnahmen um das Bargeld zu desinfizieren. Die Expertin weiß allerdings, dass die chinesische Zentralbank im Februar bei besonders betroffenen Gebieten eine solche Aktion vornahm. Wer das vermeiden will, dem rät sie: „Neben Handhygiene können Kunden auf bargeldloses Zahlen oder das Handy zurückgreifen.“

Tipp 7: Desinfektionsmittel selbst herstellen

Wer sich sicher fühlen möchte, der verwendet Desinfektionsmitteln. In den Medien gibt es verschiedene Anleitungen zum selbst herstellen. Für eine gute Idee hält Schulze diesen Schritt nicht. Sie sagt: „Diese Inhaltsstoffe wirken nicht nur auf Mikroorganismen, sondern auch auf die Gesundheit und können die Umwelt schädigen.“ Für die Expertin steht fest: Gründliches Händewaschen reicht aus.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus informieren wir Sie in unserem Live-Blog.

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