Die Angebotsmieten in vielen deutschen Städten stiegen zuletzt stärker als die allgemeine Teuerung, zeigt der Greix-Mietpreisindex vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Für viele Haushalte steigen die monatlichen Fixkosten daher stetig. Wohngeld soll helfen, diese finanzielle Lücke zu schließen. Dieses wird, nach Angaben der Stadt Augsburg, als monatlicher Zuschuss gezahlt. Es werde an Mieter einer Wohnung oder als Lastenzuschuss für Bewohner eines selbstgenutzten Eigenheims oder einer Eigentumswohnung gezahlt. Laut der Caritas beziehen oftmals Rentner die Sozialleistung.
Hinter der staatlichen Unterstützung steckt ein komplexes Geflecht aus bestimmten Zuständigkeiten und einer genauen Aufteilung von Milliardenbeträgen. Obwohl bei Empfängern oft lediglich der Erhalt der Mittel im Vordergrund steht, bleibt am Ende die Frage: Wer trägt eigentlich die finanziellen Kosten für das Wohngeld?
Wer trägt die finanziellen Lasten des Wohngeldes: Bund oder Länder?
Die Finanzierung des Wohngeldes ist zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Diese Entscheidung geht aus einer Reform zum Wohngeld aus dem Jahr 2022 hervor, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Somit tragen sowohl der Bund als auch das zuständige Land jeweils die Hälfte der Ausgaben. Steigen also die Ausgaben für das Wohngeld, etwa durch höhere Mieten, erhöht sich der Finanzierungsanteil beider Seiten entsprechend.
Das Wohngeld unterliegt zudem einer stetigen Anpassung. So ist im Wohngeldgesetz (WoGG, § 43 Absatz 1) festgeschrieben, dass das Wohngeld regelmäßig an die Preis- und Mietentwicklung angepasst werden muss. Damit soll laut BMWSB sichergestellt werden, dass die Entlastungswirkung der Leistung trotz steigender Lebenshaltungs- und Wohnkosten erhalten bleibt. Ähnlich wie bei anderen staatlichen Sozialleistungen verhindere die turnusmäßige Anpassung, dass Berechtigte durch Inflation oder steigende Mieten ihren Anspruch verlieren würden.
Welche Rolle spielen die Kommunen bei Auszahlung und Verwaltung des Wohngeldes?
Ganz allgemein muss das Wohngeld bei der örtlich zuständigen Wohngeldbehörde beantragt werden. Diese ist meist bei Städten oder Landkreisen angesiedelt. Die Kommunen prüfen die Anträge, berechnen die Ansprüche und zahlen das Geld aus.
Finanziell tragen sie das Wohngeld jedoch nicht selbst – sie übernehmen vor allem die Verwaltungsaufgaben. Die Kosten für das Personal und die Organisation der Verfahren liegen allerdings bei ihnen, was gerade in Zeiten steigender Antragszahlen zu einer erheblichen Belastung führen kann, wie die Tagesschau berichtet.
Welche Auswirkung hat eine Erhöhung des Wohngeldes auf die Haushalte der Länder?
Erhöht der Bund das Wohngeld, etwa durch höhere Freibeträge oder angepasste Mietstufen, steigen automatisch auch die Ausgaben der Länder. Für die Länderhaushalte bedeutet das zusätzliche finanzielle Belastungen, die je nach wirtschaftlicher Lage unterschiedlich schwer wiegen können.
In Zeiten angespannter Haushaltslagen kann dies zu politischen Debatten über die Finanzierbarkeit führen. So meldet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) nach der Wohngelderhöhung im Jahr 2025, dass die Landeskassen stark belastet seien. Auch die Reform des Wohngeld Plus führte zu einem Aufschrei bei den Bundesländern, diese habe ebenfalls die Haushalte massiv belastet, schreibt das Handelsblatt.
Kann das Wohngeld eine dauerhafte Lösung für steigende Mieten sein?
Das Wohngeld wirkt kurzfristig entlastend für Haushalte mit geringem Einkommen. Es hilft, individuelle finanzielle Engpässe abzufedern. Als strukturelle Lösung für steigende Mieten gilt es jedoch nicht, da der Bewilligungszeitraum der Leistung laut Verbraucherzentrale zwölf Monate beträgt. Wohngeld entlastet damit zwar die Haushalte, verändert aber nicht das Wohnungsangebot.
Laut dem Deutschen Mieterbund kostete das Wohngeld Bund und Länder im Jahr 2025 rund 4,7 Milliarden Euro – für viele Menschen konnte damit eine wichtige Unterstützung geleistet werden. Die Frage danach, wie steigende Mieten langfristig eingedämmt werden können, ist daher eine politische Frage und geht weit über die Finanzierung des Wohngeldes hinaus.
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