Weil es Hunderte Kräuter gibt, empfiehlt es sich, zunächst mit wenigen Favoriten zu beginnen: Petersilie steht immer noch an erster Stelle. Jetzt ist der Einstieg mit einem jungen Kräutertöpfchen ganz einfach. Stellt man es in der Küche auf, hält es nicht lange. Teilt man den Ballen aber in vier bis acht „Kuchenstücke“ und pflanzt diese in einen Balkonkasten mit Geranien-Erde, hat man mindestens einen Sommer lang reichlich Würzkraut. Der Kasten steht zunächst im Haus an einem hellen Fenster, an milden Tagen soll er ins Freie. Wer einen Garten hat, kann die Büschel aus dem Topf ab Ende März auch im Garten auspflanzen. Dann hat man auch im nächsten Frühjahr noch etwas davon, bevor die Pflanzen aufschießen und blühen.
Vielseitig verwendbar ist Schnittlauch, den man ganzjährig im Topf bekommt. Deren Austrieb ist nur einmal zu verwenden, der Nachtrieb ist nur spärlich. Wer einen Garten hat, sollte die abgeernteten Töpfchen im Garten im Abstand von 25 Zentimetern auspflanzen. Dort erholen sie sich einen Sommer lang, und im Herbst kann man die Ballen eintopfen. Die Töpfe bleiben im Freien, alle zwei, drei Wochen holt man sich einen ins Haus und kann nach etwa 10 Tagen schneiden wie von gekauften Töpfen.
Zu den beliebtesten Kräutern zählt Basilikum
Zu den beliebtesten Kräutern gehört heute Basilikum. Ich empfehle die gleiche Methode wie bei Petersilie, aber erst ab Mai. Auch Gartenbesitzer können den Balkon nutzen, dort ist es warm und es gibt keine Schnecken.
Dauerkräuter sind Thymian, Salbei, Rosmarin und wilde Rauke. Sie stehen gut zugänglich im Kräuterbeet oder auch in einem größeren Balkonkasten, sie sind fast ganzjährig zu beernten. Im Sommer lässt sich die Pflanzung mit kurzlebigen Kräutern verschönern. Jetzt im Frühjahr nimmt man Hornveilchen, deren Blüten essbar und sehr dekorativ wirken. Zum Sommer hin kann man Salatrauke, Dill oder Kapuzinerkresse einsäen.
Junge Löwenzahn-Rosetten, im April Bärlauch
Vom Spaziergang kann man jetzt zur Abwechslung weitere Kräuter mit heimbringen: Büschel von Knoblauchsrauke mit ihren rundlichen Blättchen mit kresseartigem Geschmack, junge Löwenzahnrosetten und ab April Bärlauch. Man erntet etwas abseits vom Weg, wo vorher keine Hunde vorbeikamen.
Zur Person: Marianne Scheu-Helgert ist gelernte Gärtnerin und leitete die Bayerische Gartenakademie in Veitshöcheim.
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