Hochrisiko-Einsätze, Anti-Terror-Missionen und internationale Operationen: die GSG 9 ist wie auch die Bundeswehr überall dort im Einsatz, wo es gefährlich wird. Doch spiegelt sich das hohe Risiko auch im Gehalt der Spezialeinheit wider? Verdienen GSG‑9-Beamte wirklich mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen im normalen Polizeidienst?
Was ist die GSG 9?
Die GSG 9, kurz für Grenzschutzgruppe 9, ist eine Spezialeinheit der Bundespolizei. Wie auf der offiziellen Homepage der GSG9 erklärt wird, dient sie der Bekämpfung von Terrorismus, von schwerer und organisierter Kriminalität, von Geiselnahmen und ähnlichen lebensgefährlichen Szenarien. Sie wurde am 26. September 1972 gegründet, nachdem bei den Olympischen Spielen in München Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“ israelische Teilnehmer als Geiseln genommen und getötet hatten.
Die normale Polizei war laut der GSG 9 für solche extremen Lagen nicht ausgebildet, weshalb eine neue, hoch spezialisierte Einheit mit Fokus auf Anti-Terror-Einsätze ins Leben gerufen wurde. Der Hauptsitz der GSG 9 befindet sich in Sankt Augustin bei Bonn. Zudem soll laut Angaben der Einheit ein weiterer Standort in Berlin entstehen.
Gehalt bei der GSG 9: Wie viel verdient man in der Ausbildung?
Wer den Weg als Beamter bei der GSG 9 einschlagen möchte, beginnt nicht direkt bei der Spezialeinheit, sondern ganz klassisch mit der Ausbildung zum Polizeibeamten im mittleren oder gehobenen Dienst. Der Webseite der GSG 9 zufolge bildet diese Grundausbildung die Basis für eine spätere Bewerbung bei der Eliteeinheit der Bundespolizei.
Während der Polizeiausbildung unterscheidet sich das Gehalt je nach Behörde. Bei den Landespolizeien liegt die monatliche Vergütung laut ausbildung.de zwischen 1424 und 1528 Euro brutto – abhängig vom jeweiligen Bundesland und Ausbildungsstandort. Wer seine Ausbildung direkt bei der Bundespolizei absolviert, erhält ein monatliches Ausbildungsgehalt von 1473 Euro brutto.
Ist die Polizeiausbildung abgeschlossen, folgt der nächste Schritt: die Bewerbung bei der GSG 9. Dafür müssen laut Angaben der Spezialeinheit zusätzliche Anforderungen erfüllt werden, unter anderem Eignungstests in den Bereichen Fitness, Psychologie und Fachpraxis. Wird man angenommen, beginnt die eigentliche GSG-9-Ausbildung, die rund neun Monate dauert.
Gehalt nach der Ausbildung: Wie viel verdient man bei der GSG 9?
Nach erfolgreicher Spezialausbildung und Übernahme in eine der Einsatzeinheiten wird man der Homepage zufolge nach dem Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) bezahlt. Die Vergütung richtet sich also nicht nach einer eigenen Lohntabelle, sondern nach den regulären Besoldungsgruppen für Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei.
Der Einstieg erfolgt abhängig von der Laufbahn und der zuvor erbrachten Leistungen in Besoldungsgruppe A7. Ein Polizeimeister etwa ist nach dem BBesG in dieser Gruppe eingestuft und erhält laut dbb Beamtenbund und Tarifunion in Nordrhein-Westfalen ein Einstiegsgehalt von rund 3111 Euro brutto, das mit zunehmender Berufserfahrung auf bis zu etwa 3669 Euro steigen kann. Durch Beförderungen sind anschließend höhere Besoldungsgruppen möglich – bis zu A13. Ein erster Polizeihauptkommissar in A13 startet bei rund 5051 Euro brutto pro Monat und kann je nach Erfahrungsstufe bis zu 6174 Euro erreichen.
Übersicht GSG 9: Grundgehälter der relevanten Dienstgrade
- Polizeimeister (A7): 3111 bis 3669 €
- Polizeiobermeister (A8): 3190 bis 3967 €
- Polizeihauptmeister / Polizeikommissar (A9): 3326 bis 4155 €
- Polizeioberkommissar (A10): 3573 bis 4628 €
- Polizeihauptkommissar (A11/A12): 3916 bis 5583 €
- Erster Polizeihauptkommissar (A13): 5051 bis 6174 €
Die konkrete Höhe hängt von der jeweiligen Erfahrungsstufe ab, die in Paragraf 27 BBesG geregelt ist. Entscheidend ist, wie lange man bereits im Dienst ist und ob über die Jahre hinweg „anforderungsgerechte Leistungen“ erbracht wurden. Darunter versteht der Deutsche Bundestag Leistungen, die den Anforderungen des jeweiligen Amtes entsprechen. Mit jeder Stufe steigt das Grundgehalt entsprechend an.
GSG 9 oder Polizei: Wer bekommt ein höheres Gehalt?
Als Spezialeinheit der Bundespolizei können die Aufgaben der GSG9-Beamten deutlich anspruchsvoller ausfallen als die von normalen Polizeikräften. Entsprechend gestaltet sich auch die Vergütung: Neben dem regulären Grundgehalt nach dem Bundesbesoldungsgesetz erhalten sie mehrere gesetzlich geregelte Zulagen, die das monatliche Einkommen deutlich erhöhen können. Auf ihrer Website nennt die Spezialeinheit insbesondere folgende Zuschläge:
- Polizeizulagen: Alle Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten des Bundes und damit auch die Einsatzkräfte der GSG 9 erhalten Polizeizulagen gemäß BBesG. Diese umfassen unter anderem besondere Erschwerniszuschläge, die in der Erschwerniszulagenverordnung geregelt sind. Innerhalb der GSG 9 profitieren insbesondere Spezialeinheiten von diesen Zulagen. So erhalten Fallschirmspringer monatlich zusätzlich rund 161 Euro, während Taucher, die mehr als 15 Meter tief arbeiten, pro Stunde fast 35 Euro erhalten – der Zuschlag steigt mit zunehmender Tauchtiefe.
- Zulagen für den Auslandseinsatz: Für Einsätze im Ausland können GSG‑9-Beamte darüber hinaus einen Auslandsverwendungszuschlag erhalten. Dieser ist in der Auslandsverwendungszuschlagsverordnung festgesetzt. Die Höhe richtet sich nach der Belastungssituation: Für allgemeine Auslandseinsätze beträgt der Zuschlag etwa 54 Euro pro Tag, während bei extremen Bedingungen, etwa kriegsähnlichen Einsatzlagen, bis zu 153 Euro pro Tag gezahlt werden.
- Gefahrenzulage: Für das besonders hohe Risiko ihrer Tätigkeit erhalten Angehörige der GSG 9 eine Gefahrenzulage von rund 500 Euro pro Monat. Sie wird zusätzlich zum Grundgehalt und zur Polizeizulage gezahlt.
- Bereitschaftsdienstvergütung: GSG-9-Beamte leisten regelmäßig Bereitschaftsdienst, oft ein- bis zweimal im Monat und jeweils über 24 Stunden. Während dieser Zeit müssen sie jederzeit einsatzbereit sein. Die Bereitschaftszeiten werden gesondert vergütet und können das Gesamteinkommen zusätzlich erhöhen.
Im Vergleich zu normalen Polizeibeamten kann das Zulagengehalt bei der GSG 9 das Einkommen erheblich steigern. Während ein normaler Polizeibeamter in der Regel nur Grundgehalt plus Standardzulagen erhält, summieren sich bei der GSG 9 Grundgehalt, Gefahrenzulage, Polizeizulagen, Auslandszuschläge und Bereitschaftsdienstvergütung zu einem deutlich höheren monatlichen Gesamtbetrag. So kann ein GSG-9-Beamter je nach Einsatzbereich und Dienstgrad mehr verdienen als ein regulärer Polizist.
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